Eine Wand, ein Licht, ein Model

Moin. Ich habe heute einen Artikel aus der „HowTo“-Abteilung für euch. Als Anker dienen dabei Fotos aus einem Homeshooting mit und bei Kerstin, die einfach ein wunderbares Model und zugleich selber auch eine gute Fotografin ist. Ihre Profile solltest Du Dir auf alle Fälle mal anschauen: Modelprofil, Fotografinnenprofil. Ich hatte mich im vergangenen Jahr mit Sunshine getroffen. Dabei haben wir unter anderem die nachfolgenden Fotos gemacht: „Eine Wand, ein Licht, ein Model“ weiterlesen

Studiolicht on Location

Moin. Solltest Du Dich angesichts der Überschrift gefragt haben, ob der Hölzer da nicht was missverstanden – oder schlimmer noch – Dinge zusammengemixt hat, die nicht zusammen gehören, kann ich Dich hiermit offiziell beruhigen: Nein. Und nein.

Ja, wir – also Lauryi und ich – waren „on Location“. Hier der Beweis 🙂

Und ja, die Ausleuchtung von Lauryi erfolgte mittels einer klassischen Lichtzange, einem generell eher im Studio beheimateten Lichtsetup. Aber warum sollte das nicht zusammengehören? Schließlich steht nirgendwo in Stein gemeißelt, dass man „on Location“ nur mit dem reinen natürlichen Licht, höchstens unterstützt durch einen Reflektor oder Abschatter arbeiten müsste. Licht ist halt Licht. Und wie ich das jetzt on Location genau beeinflusse oder erschaffe, ist ja im Grunde völlig egal. Wenn ich im Kern einen Beauty-Shot mache, mache ich mir eben auch ein Beauty-Licht. Egal wo. Und es ist ja nun auch nicht so, als wäre es ein völlig revolutionärer Ansatz, bei einem Location-Shoot das Licht bestmöglich mittels was-auch-immer-mir-an-Hilfsmitteln-zur-Verfügung-steht auf mein Motiv auszurichten.

OK, wo wir das nun geklärt haben „Studiolicht on Location“ weiterlesen

Julia, Couch und ein Striplight

Moin. Ich wollte mal ein paar Worte zur Entstehung eines Fotos verlieren, dass bei einem Shooting-Event vor rund einem Jahr entstanden ist, und von dem ich hier, hier und hier auch schon mal berichtet hatte. Nach Social-Media-Maßstäben ist es damit ein unglaubliches altes Foto. Aber was sind schon Social-Media-Maßstäbe, wenn das Foto zu den persönlichen Favoriten zählt. Jedenfalls belegt dieses Foto die alte Weisheit, dass es unter den vielen Fotos, die man so anfertigt, immer mal wieder welche dabei sind, die einen besonders lieb sind.

Das seinerzeitige Shooting-Event war eine Zusammenkunft von vier Fotografierenden (ist so ein geschlechtsneutraler Plural nicht die absolute Wonne?), die sich an einem trüben Samstag im November die Kosten einer schlichtweg genialen Location, der „Alten Schachtel“ in Mülheim (Ruhr) geteilt haben und dort mit einigen Modellen verabredet waren. Die Location ist eine ehemalige Kleingewerbehalle, die der jetzige Besitzerin im Normalbetrieb als Wohnung dient, und für Lesungen, Kleinkunst oder eben auch Fotoshootings vermietet wird. Sie bietet viele verschiedene Ecken und ist mit charaktervollen Möbeln – sogar einer kleinen Kirchenorgel – ausgestattet.

Hier aber erst mal das Foto, um das es heute geht, in voller Schönheit: „Julia, Couch und ein Striplight“ weiterlesen

über das Ringlicht

Moin. Ich bin ja ein bekennender Fan von eng geschnittenen Portraits vor neutralem Hintergrund. Sowas in der Art hier. Typischerweise nehme ich dafür ein Zangenlicht aus einer aktiven Lichtquelle (also Blitz oder Dauerlicht) oben und einem Silberreflektor zur Schattenaufhellung von unten.

Nun war ich auf in 2016 an Shootingevents mit drei weiteren Fotografinnen/Fotografen-Kollegen beteiligt und habe dort auch mal mit einem Ringlicht spielen können. Das fand ich vom Licht her einfach nur genial: Eine richtig rundherum gleichmäßige Ausleuchtung des Gesichts, aber dennoch mit Tiefe aufgrund des Lichtabfalls auf der Richtung der Kamerachse. Ideal für Menschen mit „Struktur“ im Gesicht – ausgeprägten Wangenknochen zum Beispiel.

Hier mal ein Beispiel, damit Du siehst, was ich meine: „über das Ringlicht“ weiterlesen

Von der Location zum Foto: Mit Miss Lauryi im Tunnel

Ich war neulich noch einmal wieder mit Miss Lauryi für ein Shooting verabredet. Und da es regnerisch war – klar: Sommer in Deutschland – brauchten wir eine regengeschütze Location. Und so fiel die Wahl auf einen altehrwürdigen Fußgängertunnel, der unter einer Bahnstrecke durchführt.

Hier habe ich mal aufgeschrieben, wie ich vor Ort vorgegangen bin und vom ersten Scouting-Bild zum finalen Setup kam.

Hier also erstmal ein Scouting-Bild von der Location:

„Von der Location zum Foto: Mit Miss Lauryi im Tunnel“ weiterlesen

Die Micro-Four-Thirds-Kamera und das Vollformat

Moin. Schon laaaaange trage ich mich immer mal wieder mit dem Gedanken, eine kleine Systemkamera als Ergänzung zum Spiegelreflexsystem zu kaufen. Hier hatte ich ‚damals‘ (in 2014) schon mal ein paar Gedanken dazu aufgeschrieben.

Jetzt ist es endlich soweit: Ich habe zugeschlagen.

Im Prinzip bin ich meinen damaligen Überlegungen gefolgt, und habe mich aus Gründen des Miniaturisierungspotenzials – und zwar nicht nur bei der Kamera, sondern vor allem auch bei den Objektiven – für eine Kamera mit MFT („Micro-Four-Thirds“) Sensor entschieden. Und zwar für die Panasonic GX-80. Zusammen mit einem Allround-Zoom, dem Panasonic 14-140mm f/3.5-5.6 OIS, und zweier Festbrennweiten, dem Panasonic 25mm f/1.7 und dem M.Zuiko 45 f/1.8 von Olympus, habe ich nun ein super portables und in der Tat recht kompetentes Kamerasystem èn Miniatur.

Aber erstmal zurück auf Start, zur Ausgangssituation: „Die Micro-Four-Thirds-Kamera und das Vollformat“ weiterlesen

Den Erfolg von Ausschreibungen in Modelbörsen verbessern…

Moin. Ich hatte ja neulich hier ein paar Worte zum Thema „Wie finde ich ein Model“ verloren. Hand in Hand mit den dort aufgeführten Tipps – jedenfalls soweit sie sich auf Job- (oder TFP-) Ausschreibungen in Modelbörsen beziehen geht der heutige Beitrag, in dem es die Formulierung solcher Ausschreibungen geht.

Denn ein Grund für mangelnde Rückmeldung zu Job-Ausschreibungen in Modelbörsen oder entsprechenden Facebookgruppen beziehungsweise Absagen auf inidivduelle Anfragen bei Modellen kann in der Art der Auschreibung/Anfrage selbst liegen.

Um direkt mal mit der Tür ins Haus zu fallen:

GRUNDSATZ: Mach die Ausschreibungen / Anfragen so konkret, wie es nur geht!

Meines Erachtens gehört in jede Ausschreibung mindestens „Den Erfolg von Ausschreibungen in Modelbörsen verbessern…“ weiterlesen

Hilfe! Wie komme ich bloß an Modelle? Eine Antwort.

Immer mal wieder stolpert man im Internet über den Hilferuf „Wie komme ich bloß an Modelle?“ Fragesteller sind meist werdende Fotografen, die anfangen (wollen), Menschen zu fotografieren, aber offenbar ratlos sind, wie sie an Fotomodelle kommen, um [   ] tolle,   [   ] schöne,  [   ] aussagekräftige (jeweils Zutreffendes bitte ankreuzen) Fotos zu erstellen.

Auf diesen Hilferuf in Sachen „Modelle finden“ gibt es (auch immer wieder) eigentlich nur eine einzige, völlig banale und simple Antwort: „FRAG DOCH EINFACH“. An sich ist damit alles gesagt, aber weil die Häufigkeit der Fragestellung vermuten lässt, dass das ein verbreitetes und für viele ein ernstes Problem ist, führe ich das mal noch ein bißchen aus. Wenn Du also eine(r) von denjenigen bist, die vor genau diesem Problem stehen: Dieser Blogpost ist für Dich.

OPTION (A) – der Freundeskreis

Hast Du Jungs und/oder Mädels im Freundes- oder Bekanntenkreis (und damit meine ich nicht Facebook sondern den echten Freundes- und Bekanntenkreis – so mit echten, regelmäßigen Live-Kontakten und so), die aus Deiner Sicht als Übungssubjekte in Frage kommen, frag doch erstmal dort an. Am besten ist die Wahrheit: „Hey, ich möchte anfangen, in die Menschenfotografie einzusteigen und würde gerne dies und jenes ausprobieren. Tolle Ergebnisse kann ich nicht zwingend garantieren, aber ich werde mir den A**** aufreißen, es so gut wie möglich zu machen. Bist Du dabei?“

Bei Freunden und Bekannten sollte da doch was gehen, jedenfalls dann, wenn Du Dich ehrlich, tatsächlich und erkennbar bemühst. Und wenn Du natürlich als Dankeschön anschließend einen ausgibst :-). Das ist auf alle Fälle Deine erste und einfachste Möglichkeit, um ein bißchen Übung zu bekommen, um Deinen Freunden und Bekannten zu guten Fotos und um Dir zur ersten Referenzbildern zu verhelfen, auf denen Du dann aufbauen kannst. Und übrigens: Die Reihenfolge im vorherigen Satz ist übrigens nicht zufällig. Ohne Übung wird das alles nichts, die brauchst Du einfach. Und meines Erachtens ist die Motivation, den Freunden (Bekannten, Kunden) zu bestmöglichen Fotos zu verhelfen, der bestmögliche Motor für tolle Ergebnisse – die dann eben sekundär auch gut für die Eigenwerbung sind.

OPTION (B) – MODELBÖRSEN

Option B wäre eine Ausschreibung auf einer Modelplattform. Egal, ob es jetzt die berühmt-berüchtigte Model-Kartei ist oder eine der zahllosen Modelgruppen auf Facebook (z.B. Modelnest, Modelbox, Foto Shooting Börse, 100% TFP 2.0, und viele andere mehr). Klar, als fotografischer Neuling ganz ohne Referenzbilder, die Dein fotografisches Level dokumentieren, hast Du hier im Zweifel schlechte Karten. Aber hey, man weiß ja nie, ob nicht gerade ein Newcomer-Model in Deinem PLZ-Bereich loslegt und sich auf ein Testshooting einlässt. Freundlich(!) fragen kostet jedenfalls nichts. Hast Du vielleicht schon das eine oder andere vorzeigbare Foto, steigen Deine Chancen natürlich. Auch hier gilt aber unbedingt: Bei der Wahrheit bleiben. Wenn Du gerade erst anfängst, mach das klar und sprich gezielt anfangende Modelle an. So könnt ihr beide an euch üben und nach verbessern. Klar, ein erfahrenes Model ist für einen Anfänger/eine Anfängerin natürlich insofern besser, als dass er oder sie sich dann nicht soooo sehr um Posing und Ausdruck kümmern muss, sondern das Modell im Zweifel auch erstmal sein oder ihr Ding machen lassen kann. Aber damit sind wir schon bei der nächsten Option:

Option (C) – Kohle auf den Tisch.

Die nächste Möglichkeit ist dann nämlich ebenfalls offenkundig: Bezahle ein erfahrenes Model. Mach eine Ausschreibung auf einer Modelplattform als Payjob, oder such Dir ein paar Modelle aus und schreibe diese gezielt an. Anscheinend ist es für einige eine völlig revolutionäre Idee, um an ein Modell zu kommen….  Aber wie schon angedeutet: Gerade wenn Du anfängst und Du Dich erstmal noch sehr auf die Technik konzentrieren musst oder Du Dich in einen neuen Aufnahmebereich einarbeiten möchtest, ist ein erfahrenes Pay-Model grundsätzlich eine enorme Erleichterung. Du musst Dir einfach zunächst mal wenig(er) Sorgen um Ausdruck, Pose etc. des Modells machen, denn diesbezüglich sollte ein solider Grundstock auf alle Fälle erstmal da sein. Das wird im Zweifel natürlich nicht zwingend bis ins I-Tüpfelchen zu Deiner Vorstellung passen, aber daran kannst Du ja feilen, wenn Du die neue Technik oder den neuen Aufnahmebereich ein bißchen im Griff hast.

Genau so habe ich das zum Beispiel gemacht, als ich den Aufnahmebereich Boudoir/Dessous für mich erschließen wollte. Ich habe mir in der Model-Kartei ein Modell aus meinem Einzugsbereich gesucht, das ansprechende Referenzfotos und gute Shootingbewertungen hatte, und habe bei ihr einfach mal angefragt. Schon eine oder zwei Wochen später hatten wir einen Shootingtermin. Darüber hatte ich hier in meinem Blog mal in dem Artikel „Ich hole dann mal die Handschellen…“ geschrieben. Und das hat dann eben 50 €/Stunde gekostet, das war es aber allemal Wert! Denn sofort nach diesem ersten Shooting in diesem Aufnahmebereich hatte ich eine ganze Reihe verschiedener Fotos beisammen, die ich nutzen und mit denen ich werben konnte.

Es gibt auch Modelle, die explizit Coachings für Fotografeneinsteiger anbieten. Man muss halt nur bereit sein, die Arbeit des Modells und den Gegenwert, den man da erhält, auch entsprechend zu honorieren.

Option (D) – Workshops

Option D – die völlig parallel zu A bis C läuft – sind natürlich Workshops. Fotoworkshops gibt es ja in der Tat zu Hauf und für jegliche Erfahrungsstufe. Und nein, ich meine keine Online- oder Videokurse. Die sind zum Lernen der Theorie und der Grundlagen oder bestimmter Spezialitäten gut und hilfreich. Aber um Praxistipps sowie eigene Praxiserfahrung unter qualifizierter Aufsicht zu bekommen, helfen natürlich nur Workshops in Form von tatsächlichen, persönlichen Zusammentreffen von Menschen mit dem gemeinsamen Ziel der fotografischen Fortbildung. Vornehmlich eben solche, die einen (großen) Praxisteil beinhalten, denn die theoretischen Grundlagen kann man sich ja (siehe Videokurse) in aller Regel auch ganz gut im Heimstudium aneignen. Auf dem Workshop selber kann man dann entweder gezielt neue Techniken kennenlernen und ausprobieren, oder man sieht sie einfach als Shootinggelegenheit mit Vollservice, weil ja Modell, Visa und Location durch den Workshopleiter für Dich organisiert werden. Sobald man vom Grundsatz her mit der Kamera und ein bißchen Lichtsetzung vertraut ist, sind es sowieso eher die kleinen Tipps und Tricks, die man sich entweder beim Workshopleiter abschauen kann, oder die vielleicht gezielt thematisiert werden. Das ist dann der eigentlich wichtige Kram, den man auf einem Workshop lernen kann.

Und ja, auch das kostet dann halt Geld. Aber neben der Investition in Kamerazeug ist ja wohl die Investition in die eigenen Fähigkeiten das Wichtigste, um fotografisch weiter zu kommen. Und niemand hat je behauptet, Fotografie wäre ein total günstiges Hobby…..

Was ist also das Problem?

Das eigentliche „Problem“ an dem Thema „Modell finden“ ist meines Erachtens nicht unbedingt, dass es nicht unendliche Mengen von Mädels und Jungs gäbe, die sich mal als Fotomodell ausprobieren wollen und sich gerne auch einem lernenden Fotografen zur Verfügung stellen. Denn die vier Optionen, die ich oben aufgeschrieben habe, sind ja weder bahnbrechend neu noch unglaublich innovativ, sondern sollten sich eigentlich jedem denkfähigen Wesen unmittelbar erschließen. Das eigentliche Problem scheint mir vielmehr zu sein, den Schritt aus dem Schneckenhaus heraus zu wagen und einfach mal „zu machen“. Klar, bis zu einem gewissen Punkt kann ich Fotografie – jedenfalls die Theorie und ein paar grundsätzliche Praxisdinge – isoliert für mich im stillen Kämmerlein lernen. Wenn man da ein bißchen introvertiert oder schüchtern veranlagt ist, hat man da kein Problem. Und das ändert sich auch nicht, wenn man sich auf Landschafts- oder Makrofotografie als Hauptgebiet festlegt.

Aber wenn es darum geht, in die Fotografie von Menschen einzusteigen, kommt man halt unweigerlich an den Punkt, wo man eben aus dem Kämmerlein und sich selbst mal heraus gehen und soziale sowie kommunikative Fähigkeiten aufbringen und/oder entwickeln muss. Und ganz ehrlich? Die Lösung dafür wirst Du nicht im Internet finden, sondern einfach nur, indem Du ganz einfach mal Deinen Blick vom Monitor löst, Dir einen Ruck gibst und den Hintern von der gerade aktuellen Sitzgelegenheit erhebst. Nur selber machen bringt Dich da weiter.

„Und was, wenn der- oder diejenige ‚NEIN‘ sagt?“ höre ich Dich fragen. Ja dann frag halt den oder die nächste. Es gehört einfach mal dazu, dass man sich die eine oder andere Absage einfängt, das ist auch nicht unbedingt persönlich gemeint, sondern primär eine Frage der richtigen Zielgruppe Deiner Anfrage. Gerade bei TFP-Anfragen müssen ja immer beide Seiten was von der gemeinsamen Arbeit haben. Denn wenn Du als Anfänger in der Fotografie von Menschen zum Beispiel eine TFP-Anfrage in Richtung erfahrenen und gut gebuchten Models sendest, wird im Zweifel ein: „Tut mir leid, da bist Du bei mir falsch.“ die Antwort sein. Das hat nichts mit Unfreundlichkeit oder Arroganz zu tun, es ist einfach nur das Ergebnis einer objektiven Abwägung. Denn warum sollte ein erfahrenes Model, zu dem Du sonst keine persönliche Beziehung hast, seine Zeit opfern, wenn es nur wenig Aussicht auf tolle Fotos oder zumindest ein solides Honorar hat? Wie also kommst Du dazu, als unerfahrener Fotograf mit einem erfahrenen Model zusammen zu arbeiten? Ganz einfach: Mach einen Payjob draus.

Ein anderer Grund für mangelnde Rückmeldung zu Deinen Ausschreibungen in Modelbörsen oder entsprechenden Facebookgruppen bzw. Absagen auf Anfragen bei Modellen kann in der Art der Auschreibung/Anfrage selbst liegen. Dazu werde ich mich dann mal im nächsten Blogpost auslassen. Also: Stay tuned, es geht bald weiter.

So, jetzt hast Du wieder an einem Monitor gehangen und etwas mehr als 1500 Worte gelesen. Und nun sieh mal zu, dass Du auf die Füße kommst und loslegst. Und zwar sofort und nicht erst „morgen“…..  Viel Spaß und viel Erfolg!

66 Fotoshootings in 16 Stunden – Animation

Willkommen zurück. Und entschuldige bitte die kleine Pause; es war einfach mal viel los. Jetzt geht es aber weiter mit Teil 4 (von 4 übrigens!) einer kleinen Reihe von Blogbeiträgen, die verschiedene Aspekte eines Shootingevents im August dieses Jahres beleuchten. Jeder Artikel ist in sich abgeschlossen, das Gesamtbild hilft aber vielleicht dennoch beim Verständnis oder ist vielleicht ganz einfach von Interesse. Daher stelle ich erstmal eine kleine Linkparade zur Schau:

66 Fotoshootings in 16 Stunden: Startbeitrag mit Erläuterung der Gesamtsituation und des Workflows

66 Fotoshootings in 16 Stunden – Lichtsetzung und Technik: ein paar Worte zum Licht und dessen Ausnutzung

66 Fotoshootings in 16 Stunden – Posing von Gruppen: noch ein paar Worte darüber, wie ich mir die Leute in aller Regel sortiert habe

Den heutigen Blogpost habe ich mal einfach mit ANIMATION überschrieben. Damit ist natürlich nicht die Art von Animation am Pool des Pauschalurlaubshotels gemeint, sondern sehr wörtlich die BELEBUNG DER FOTOSUBJEKTE, also der Menschen vor meiner Kamera. Denn ohne Leben, ohne echte Mimik und Ausdruck habe ich zwar vielleicht hübsche oder/und interessante Menschen vor der Kamera, aber die Fotos sind einfach nur Kulisse ohne Leben.

Die Kernfrage ist also:

Wie bekomme ich eine echte Reaktion aus den Menschen, die sich da vor meiner Kamera angehäuft haben?

Und das in kürzester Zeit (die Shootings waren ja immer nur wenige Minuten lang)?

Und zwar möglichst von allen möglichst gleichzeitig?

Antwort: Es kommt darauf an.

Ich weiß: „Buh!“ – „Hängt ihn auf!“ – „Wo ist das Patentrezept?“

Denn das Anreißen eines Problems ohne Präsentation einer universell und jederzeit vollumfänglich gültigen Patenrezeptlösung ist natürlich ultimativ sträflich. Aber so leid es mir tut: Es gibt einfach kein Patentrezept. Es geht im Kern einfach immer darauf zurück, ob und wie Du mit Deiner Persönlichkeit mit den Leuten vor der Kamera auf einen gemeinsamen Nenner kommst/kommen kannst. Das geht in meinem Fall meist mit lockeren Sprüchen einher, die – aus der Situation heraus gerissen – unter Umständen knapp vor (oder auch mal hinter – je nach Empfindlichkeit) der Grenze zur Unhöflichkeit liegen.

Auf alle Fälle hat es wahnsinnig viel mit Kommunikation meinerseits zu tun, was volle Absicht und eine Art Konzentrationshilfe für mich sowie eine Ablenkungsstrategie für die Kunden ist. Denn typischerweise fühlen sich alle Menschen außer Modellen, die häufig vor einer Kamera stehen, in dieser Position sehr unsicher und verletzlich. Und je mehr ich diese Menschen durch einen beständigen Redefluß von der Situation, in der sie sich gerade befinden ablenken kann, desto weniger Platz ist in deren Köpfen für den Gedanken „Oh je, gleich werde ich fotografiert“. Ich versuche also zu erreichen, dass die Menschen vor der Kamera vor lauter Redeschwall meinerseits möglichst keine Chance haben, sich unwohl zu fühlen. An dieser Stelle hatte ich schon mal was über die Wichtigkeit der Verbindung von Fotograf zu Fotografiertem geschrieben. Eine echte Verbindung aufzubauen war in dem hier vorliegenden Szenario kaum möglich; da ist Humor und lockere Sprüche die einzige und beste Waffe, die ich benutzen kann.

Ein Verwandter, der mich einmal eine Zeitlang beim Fotografieren ständig wechselnder Gruppen auf dem Abschlussball einer Schule beobachtet hatte, lotste mich in einer kleinen Fotopause mit den Worten „Du brauchst jetzt bestimmt erstmal ein paar Sprechperlen.“ an unseren Tisch. Mit anderen Worten: Ich habe auch da ganze Zeit mit den Leuten vor meiner Kamera „intensiv kommuniziert“, um die für die Kunden ungewohnte Situation zu überbrücken und irgendwie eine Verbindung zu bauen.

Es ist natürlich auch nicht alles nur nonsens und Quatsch, was ich da so von mir gebe. Dafür hätte ich überhaupt nicht mehr genug Hirnzellen frei; schließlich müssen Licht, Posing, Fototechnik und der gesamte organisatorische Rahmen im Hinterkopf zeitgleich weiterbedacht und bearbeitet werden. Also erzähle ich den Leuten – zum Beispiel bei der Anordnung einer Gruppe – einfach was ich tue, warum ich das so mache und was ich als nächstes zu tun gedenke. Das holt dann quasi den Prozess, der mich in dem Moment sowieso innerlich beschäftigt nach vorn, so dass ich mich besser darauf konzentrieren kann. Zugleich sorgt es für Kommunikation mit den Kunden und demonstriert nach außen, dass ich weiß, was ich da tue und alles seinen Grund hat. Das sorgt schon mal grundsätzlich für Vertrauen der Fotografierten in meine Fähigkeiten, nimmt damit vielleicht ein paar Sorgen und hilft damit unter Umständen zu mehr Selbstvertrauen vor der Kamera.

Dazu kommt natürlich noch beständiges Loben und das Vorleben von Begeisterung über die soeben angefertigten Fotos.

 

Das mag jetzt vielleicht für den einen oder anderen etwas befremdlich klingen: Ein Fotograf, der die ganze Zeit durcherzählt. Und nein, das mach ich bei individuellen Shootings, die vielleicht ein paar Stunden dauern, nicht so. Jedenfalls nicht so extrem. Denn die Grundbausteine sind an sich die gleichen: Ich muss irgendwie eine Verbindung auf- und Nervosität abbauen. Dazu habe ich bei einem individuellen Shooting aber viel mehr Ruhe und Zeit.

Geht es aber Schlag auf Schlag wie bei der hier geschilderten Situation mit nur wenigen Minuten langen Shootings auf einer Veranstaltung, ist eine gewisse Energie in der Kommunikation meines Erachtens unerläßlich und ein guter Weg zu guten Fotos. Und sei es nur, weil die Menschen vor der Kamera lächeln, weil sie sich über mich amüsieren. Mir doch egal, Hauptsache die Stimmung passt.

 

In diesem Sinne: Frohes Animieren.

66 Fotoshootings in 16 Stunden – Posing von Gruppen

Willkommen zurück.

Nachdem ich hier etwas zu den Hintergründen und dem grundsätzlichen Workflow geschrieben und hier noch ein paar Worte zur fotografischen Technik verloren hatte, komme ich heute mal zum Thema „Posing von Gruppen“. Solltest Du erst mit dem heutigen Artikel einsteigen, empfehle ich zum besseren Verständnis der Gesamtsituation die beiden verlinkten Beiträge als Grundstudium ;-).

Neben dem ganzen Workflow und fototechnischen Schnick-Schnack war das Posing jeder Gruppe (es waren ja überwiegend Kleingruppen in Form von Familien) eine der wesentlichen Herausforderungen dieses Fotomarathons. Also sollte ich hierzu auch ein paar Worte verlieren:

Was ist das „Posing einer Gruppe“

Mit dem Begriff meine ich die Anordnung der Personen im Raum. Jeder, der schon mal eine Familie oder sonstige Kleingruppe fotografiert hat, wird das wohl kennen: Bittet man einige Leute, sich zu einem Gruppenfoto aufzustellen, stellen sich alle brav in eine Reihe. Oder sie formen mehr oder minder gebogenen Halbkreis. Alle stehen dabei frontal zur Kamera und lassen ordentlich Platz zum Nachbarn.

Oder sie bilden einfach einen völlig chaotischen Haufen.

Wenn man sowas dann einfach fotografiert, ist das kein Gruppenbild; das ist vielmehr fotografische Körperverletzung. Bestenfalls ist es ein Bild von mehreren sich zufällig zur gleichen Zeit am gleichen Ort aufhaltenden Menschen, die im Übrigen scheinbar nichts miteinander zu tun haben.

Da ist man als Fotograf absolut gefragt, die Menschen sinnvoll und zugleich optisch gefällig zu positionieren. Und es gibt ein paar Dinge oder Anhaltspunkte, die einem dabei helfen können:

1.    KEINE LÜCKEN

Die Leute müssen echt auf Tuchfühlung gehen. Sobald man zwischen Ihnen durchschauen kann, ergibt sich im Foto eine deutliche optische Absonderung der Personen voneinander, was dem Eindruck der Zusammengehörigkeit entgegen läuft. Und zwar selbst dann, wenn die Leute das Gefühl haben, schon ‚eng‘ zusammengerückt zu sein.

Das Problem ist halt, dass wir Menschen üblicherweise nur in Ausnahmefällen und nur an uns sehr nah stehende Personen heranrücken. Das ist zwar bei Familien (hoffentlich) ein typischer Normalzustand, aber man ist ja nun auch innerhalb einer Familie nicht ständig in Kuschellaune. Insbesondere bei solchen Temperaturen wie an jenem Wochenende (jenseits von 30 Grad Celcius) und in zusätzlicher biedermeierlicher Kleidung  und/oder wenn es gerade mal keine Familie oder enge Freunde, die da zusammen standen, sondern vielleicht „nur“ Nachbarn oder andere Bekannte. Dass sich da im ersten Anlauf Lücken ergeben, ist völlig normal und verständlich.

Auf dem Foto wird dann aber selbst ein kleiner Abstand zur visuellen Barriere zwischen den Menschen.

Und diesen Unterschied zwischen der Wahrnehmung der Abstände im echten Leben gegenüber der Wahrnehmung von deren Abbildung in einem Foto muss man dann ganz einfach mal vermitteln und klarstellen. Damit kann man dann in der Regel alle Lücken schließen.

2.  WAAGERECHTE LINIEN VERMEIDEN

Damit meine ich jetzt nicht die Deckenlinie des Raumes im Hintergrund, die dürfen (sollten) ruhig gerade sein. Ich meine vielmehr eine „Aufreihung“ von Köpfen auf gleicher Höhe von links nach rechts. Das lässt eine Gruppe immer sehr statisch wirken und entspricht einfach zu sehr dem Klischee vom mal eben geknipsten „stellt-euch-mal-dahin“-Familienfoto.

Seht zu, dass ihr die Köpfe eurer Gruppenbildteilnehmer irgendwie in aufsteigende Linien gruppiert bekommt. Eine schräge Linie hat nämlich einfach schon mal mehr Dynamik als eine waagerechte, und das ist dann schon mal ein Fortschritt.

3.  DREIECKE BILDEN

Besser noch als schräge Linien: Versucht, Dreiecke zu bilden. Dreiecke haben in Bildkompositionen nämlich die angenehme Eigenschaft, dass der Blick des Betrachters im Bild hängenbleibt, weil die drei Punkte den Blick immer wieder einander zuleiten. Auf einer Linie (auch eine schrägen) kann der Blick immer sehr schnell aus dem Bild gleiten, bei Dreiecken hingegen bleibt der Blick dagegen mit Sicherheit hängen.

Klingt etwas hochtrabend und esoterisch? Das kann sein, aber es ist nachweislich der Fall („Klingt zwar komisch, ist aber so….“). Wikipedia sagt außerdem, Dreiecke seien ein altbekanntes Stilmittel in der Malerei und habe eine ordnende und harmonisierende Funktion.

Ein Dreieck zu bilden ist natürlich immer recht leicht, wenn ich drei Personen habe. Der oder die Größte kommt in die Mitte dann eine(r) links und eine(r) rechts davon, fertig ist mein Dreieck bei einer Dreiergruppe. Oder ich setze bei einer dreiköpfigen Familie die Mutter auf einen schräg zur Kameraachse stehenden Stuhl, stelle den Vater hinter die Sitzfläche und  das Kind in die Lücke zwischen Stuhl und Vater. Et Voilá: Ein Dreieck. Siehe nebenstehendes Bild.

 

 

Aber was mache ich bei einer Gruppe von fünf oder sieben Personen? Oder bei einer geraden Anzahl?

Ganz einfach: Entweder versuche ich, ein großes Dreieck zu bilden, indem ich die Ankerpunkte mit markanten Personen besetze und „den Rest“ auf den Linien dazwischen unterbringe, oder ich Bilde einfach mehrere Dreiecke.

Und das funktioniert dann auch mit einer geraden Anzahl von Leuten.  Hier mal ein paar Bildbeispiele mit Gruppen von vier, fünf und sechs Personen, bei denen ich die Dreiecke mal eingezeichnet habe.

OK, also einfach nur Linien und Dreiecke, ja?

Naja, nicht wirklich. Ob und wen ich jetzt zum Beispiel auf den „Posing-Stuhl“ gesetzt habe, hing auch sehr wesentlich davon ab, ob kräftige Größenunterschiede zu beachten waren. Oder ob ein Kleinkind bzw. kleineres Kind mit von der Partie war, das auf einem Schoß untergebracht werden musste, weil es

  • noch nicht selber stehen konnte,
  • oder selbststehend viel zu klein gewesen wäre
  • oder sich auf Mamas oder Papas Schoß einfach viel wohler fühlt (und zudem auch nicht so einfach aus dem Bild verschwinden konnte…).

Farben waren auch so eine Sache. Bei einer größeren Gruppe habe ich natürlich nach Möglichkeit auch  darauf geachtet, dass nicht zwei Personen mit dunkler Kleidung direkt neben- oder voreinander stehen. Das war also auch ein Einflussfaktor.

Und nicht zuletzt wollten wir  den Herren der Schöpfung nicht noch das Anziehen einer langen Hose aufnötigen – von der Passform-Problematik mal ganz abgesehen. Vom Hosenbund an aufwärts waren die Herren also in der Regel stilecht biedermeierlich gekleidet. Unterhalb des Hosenbunds waren Shorts und haarige Männerbeine die Regel. Auch deshalb stehen die Herren der Schöpfung in den Fotos dieses Wochenendes so ziemlich immer hinter jemandem. Schau nochmal das Foto mit der dreiköpfigen Familie weiter oben an. Dass das Kind und die sitzende Mutter des Vaters Beine verdecken, war nicht nur der heroischen Suche nach einer Dreieckskomposition geschuldet. Sehr wesentlich war dabei auch der Wunsch, keine haarigen Beine im Bild zu haben…

Du siehst, es gab da so einige Einflüsse auf die Sortierung der Leute im Foto.

War dann das Posing unter Dach und Fach, ging es darum, die Leute ein wenig aus der Reserve zu locken.

Und genau das Thema schiebe ich jetzt schon seit dem ersten Beitrag dieser kleinen Reihe vor mir her. Aber da hier die 1.000 Worte-Marke auch schon wieder überschritten ist, bin ich so frei, noch ein weiteres Mal zu schieben. Tut mir leid, wenn Du im heutigen Beitrag fest mit diesem Thema gerechnet hattest. Das ist aber – so fürchte ich –  auch wieder nicht in drei Sätzen abgehandelt. Und einen Blogpost mit 2.000 Worten möchte ich dann doch niemandem zumuten.

Also: Im nächsten (und letzten) Teil dieser Reihe geht es dann wirklich um die Animation der zu Fotografierenden. Versprochen.

Bis dahin vielen Dank für Deine Ausdauer und Dein Interesse an meinem Blog. Es würde mich über alle Maßen freuen (nein, das ist nicht ironisch gemeint), wenn Du den Blog in Deinen sozialen Netzwerken teilst und so neue Leser hierher führst.

Bis bald!

Update: Der nächste Folgeartikel ist inzwischen online. Hier geht es weiter…