Gothic-Shooting im Homestudio

Verflucht, ist das wirklich Mai gewesen, als ich den letzten Blogbeitrag geschrieben habe? Da kannst Du mal sehen, was hier – also nicht HIER im Blog, sondern HIER bei mir so im Leben – los gewesen ist. Ein Highlight jagte das andere. Aber egal, jetzt wird nicht gejammert, jetzt wird geschrieben 🙂

In Blogbeiträgen gezählt 😉  ist es noch gar nicht lange her, als Lauryi und ich uns zum Gothic-Shooting im Krefelder Stadtwald getroffen haben (ich berichtete). Schon da war eigentlich klar, dass wir das Thema „Gothic“ auch mal im Zuge eines Studioshootings angehen wollten. Und „SCHWUPPS“, schon haben wir das erledigt. Die Kinder haben ihr Spielzimmer aufgeräumt (freier Boden reichte…) und ich habe dort das  Homestudio aufgebaut; sprich: Hintergrundsystem, diverse Blitze, Lichtformer, Kamerastativ mit Notebookplattform und was sonst noch so alles dazu gehört. Sechzehn Quadratmeter freie Grundfläche ist jetzt nicht viel, aber zumindest habe ich eine ordentliche Deckenhöhe zur Verfügung. Und mal abgesehen von Ganzkörperfotos kann man eben auch in einem kleinen Studio durchaus ein paar nette Fotos machen. Besonders gut gehen da natürlich  Oberkörper-Portraits. Aber schau selbst: „Gothic-Shooting im Homestudio“ weiterlesen

Studiolicht on Location

Moin. Solltest Du Dich angesichts der Überschrift gefragt haben, ob der Hölzer da nicht was missverstanden – oder schlimmer noch – Dinge zusammengemixt hat, die nicht zusammen gehören, kann ich Dich hiermit offiziell beruhigen: Nein. Und nein.

Ja, wir – also Lauryi und ich – waren „on Location“. Hier der Beweis 🙂

Und ja, die Ausleuchtung von Lauryi erfolgte mittels einer klassischen Lichtzange, einem generell eher im Studio beheimateten Lichtsetup. Aber warum sollte das nicht zusammengehören? Schließlich steht nirgendwo in Stein gemeißelt, dass man „on Location“ nur mit dem reinen natürlichen Licht, höchstens unterstützt durch einen Reflektor oder Abschatter arbeiten müsste. Licht ist halt Licht. Und wie ich das jetzt on Location genau beeinflusse oder erschaffe, ist ja im Grunde völlig egal. Wenn ich im Kern einen Beauty-Shot mache, mache ich mir eben auch ein Beauty-Licht. Egal wo. Und es ist ja nun auch nicht so, als wäre es ein völlig revolutionärer Ansatz, bei einem Location-Shoot das Licht bestmöglich mittels was-auch-immer-mir-an-Hilfsmitteln-zur-Verfügung-steht auf mein Motiv auszurichten.

OK, wo wir das nun geklärt haben „Studiolicht on Location“ weiterlesen

Von der Location zum Foto: Mit Miss Lauryi im Tunnel

Ich war neulich noch einmal wieder mit Miss Lauryi für ein Shooting verabredet. Und da es regnerisch war – klar: Sommer in Deutschland – brauchten wir eine regengeschütze Location. Und so fiel die Wahl auf einen altehrwürdigen Fußgängertunnel, der unter einer Bahnstrecke durchführt.

Hier habe ich mal aufgeschrieben, wie ich vor Ort vorgegangen bin und vom ersten Scouting-Bild zum finalen Setup kam.

Hier also erstmal ein Scouting-Bild von der Location:

„Von der Location zum Foto: Mit Miss Lauryi im Tunnel“ weiterlesen

Was zum Teufel ist eigentlich ein „Headshot“

Tach. Neulich fragte mich jemand, was denn eigentlich die Rubrik „Headshot“ in meinem Portfolio sei. Diese Frage habe ich hier mal in verschiedene Teilbereiche aufgebrochen und natürlich dann auch direkt in einem Pseudo-Q&A-Dialog beantwortet. Viel Spaß beim Lesen:

Q: WTF ist denn eigentlich ein Headshot?

Wenn man den Begriff einfach mal übersetzt, landet man in etwa bei „Was zum Teufel ist eigentlich ein „Headshot““ weiterlesen

Blitzsynchronzeit pt. 3 – Entschuldigung und letzte Reste

Dies ist Teil 3 meiner dreiteiligen Serie zur Blitzsynchronzeit.
In Teil 1 ging es darum, was die Blitzsynchronzeit eigentlich ist und warum sie ein Problem sein kann.
In Teil 2 hatte ich begonnen, mich zu Lösungs- bzw. Umgehungsmöglichkeiten der Blitzsynchronzeit auszulassen.

Bevor es weitergeht erstmal eine kleine Entschuldigung: Ich hatte ursprünglich nicht gedacht, dass das hier eine Serie wird und ich euch dermaßen mit diesem Thema belästige. Eigentlich wollte ich nur mal kurz den Begriff der Blitzsynchronzeit erläutern. Aber das alleine ohne Erklärung, wo und warum die Blitzsynchronzeit problematisch sein kann, kam mir dann zu dürftig vor. Und dann dachte ich mir, wenn ich ein Problem darstelle, muss ich auch Lösungsmöglichkeiten anbieten.

Und spätestens beim Supersync dachte ich darüber nach, ob ich eigentlich ganz bescheuert war, dieses Thema anzureißen. Und nein, ich möchte diese letzte Frage NICHT von euch beantwortet bekommen…

Also: Entschuldigt die relative Ausführlichkeit. Aber ihr seid ja auch ein bißchen selber Schuld, wenn ihr meinen Blog auch so gewissenhaft lest 😉

ZURÜCK ZUM THEMA:

Was kann man also sonst noch tun, um nicht auf 1/250 sec. Blitzsynchronzeit (oder langsamer) festgenagelt zu sein?

Benutzt eine Kamera ohne Schlitzverschluss.

Ich weiß, ich weiß. Hat man vielleicht nicht gerade herumliegen und man kauft sich ja wohl nicht zur Lösung eines einzelnen Problems gleich eine neue oder weitere Kamera. Aber es ist halt eine Option, die verfügbar ist, und vielleicht steht der eine oder andere ohnehin gerade vor Überlegung eine neue Kamera anzuschaffen und wusste nicht, dass das hier ein Entscheidungskriterium sein kann. Das kommt dann halt immer darauf an, wie stark der eine oder die andere ein solches Feature brauchen kann und er/sie es wertet. Oder es hat jemand eine solche Kamera, ohne zu wissen, welche Fähigkeiten diesbezüglich in ihr schlummern. Meine olle Nikon D70s hat zum Beispiel dank eines teilelektronischen Verschlusses eine Blitzsynchronzeit von 1/500 sec.

OK, also, welche Kameras kommen denn da in Frage?

Naja, halt insbesondere alle Kameras mit Zentralverschluss – also Kameras, wo der Verschluss statt vor dem Sensor im Objektiv eingebaut ist. Zum Beispiel die Fuji x100s. Schaut mal in diesen Artikel des Master-Strobisten David Hobby. Bei weit offener Blende (f/2) geht da wohl Blitzsynchronisation bis 1/1000 sec.

Desweiteren haben einige Mittelformatkameras Zentralverschlüsse. Die aktuelle Hasselblad H5D synchronisiert Blitze bis zur kürzestmöglichen Verschlusszeit der Kamera von 1/800 sec. (was mir jetzt angesichts der 1/8000 sec. meiner DSLR irgendwie recht langsam vorkommt, aber das ist jetzt hier nicht das Thema und ich kenne mich in dem Bereich der Mittelformatkameras auch bei weitem nicht aus, so dass mir ein Urteil darüber mal besser verkneifen sollte). Andere Mittelformatkameras haben lt. einem Wikipedia-Artikel Blitzsynchronzeiten von bis zu 1/2000 sec. Welche das sind wird dort aber praktischerweise nicht verraten…

Aber Achtung: Ihr könnt nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass Mittelformatkameras einen Zentralverschluss und damit superschnelle Blitzsynchronzeiten haben. Die aktuelle Pentax 645 Z hat z.B. einen Schlitzverschluss und eine Blitzsynchronzeit von 1/125 sec! Da muss man also wirklich im Einzelfall genau hinschauen. Und in diesem Metier wird es dann nun wirklich richtig teuer, das ist mir schon klar. Aber unerwähnt lassen wollte ich das dann doch nicht.

SO. Mehr fällt mir jetzt aber im Moment echt nicht ein zum Thema Blitzsynchronzeit.

Das heißt, doch, eins noch:

Man kann sich die Limitationen der Synchronzeit durchaus auch zu Nutze machen und eine Abschattung des Bildsensors durch eine Verschlusslamelle bewußt einsetzen. Dazu verweise ich nochmal auf einen Artikel bereits erwähnten des Meisters aller Blitze, David Hobby. Schaut mal hier.

Jetzt ist aber Schluss.

Viel Spaß beim Synchronisieren Fotografieren und bis bald.

Blitzsynchronzeit pt. 2 – Umgehungsstrategien

WAS die Blitzsynchronzeit ist, und warum sie bisweilen zu einem Problem werden kann, hatte ich ja hier im letzten Blogpost beleuchtet. Heute geht es um die Möglichkeiten, die mir zur Verfügung stehen, um diese Schallgrenze zu knacken oder zu umgehen.

Blitz ausschalten

Nein, das soll kein Witz sein. Bevor ihr euch nämlich vor Ort im Shooting mit irgendeiner der nachfolgend geschilderten hochtechnischen und kompromißbehafteten Umgehungsstrategien auseinandersetzt, atmet erstmal durch, schaut euch um, und überlegt, ob das Foto, dass ihr machen wollt tatsächlich unbedingt den Einsatz eines Blitzgerätes erfordert. Wenn es nämlich zum Beispiel nur um ein bißchen Aufhellung geht, reicht ja vielleicht auch ein passender Reflektor. Oder ihr müsst vielleicht nur geringfügigste Änderungen der Ausrichtung oder Gestaltung vornehmen und könnt mit dem natürlichen Licht fotografieren.

Auf alle Fälle sollte man getreu dem Motto „Lass weg, was Stress macht“ die Option „Blitz aus“ als mögliche Problemlösung in Erwägung ziehen.

FP bzw. HSS

FP (Focal-Plane-Modus [Nikon]) bzw. HSS (High-Speed-Sync [Canon]) ist eine herstellerspezifische Lösung, die sich im Zusammenspiel aus den Kameras mit den jeweiligen Systemblitzgeräten – a.k.a. Taschensonnen – nutzen lässt. Das ist also per se nichts für den Einsatz rein manueller Blitzgeräte – egal ob Aufsteckblitz oder Porty, sondern eine Lösung, die nur im jeweiligen proprietären
Blitzsteuerungssystem des Herstellers anwendbar ist. Und auch da muss man vorher – jedenfalls bei Nikon – genau schauen, ob a) der Blitz hierfür geeignet ist und b) die Kamera diese Technik unterstützt. Generell kann man davon ausgehen, dass „je teurer, desto ja“ gilt – also dass die hochpreisigeren Kamera- und Blitzmodelle eines Herstellers diese Lösung unterstützen.

Was ist FP/HSS denn nun?

Ihr erinnert euch an die schematische Darstellung der Verschlussbewegung bei sehr kurzen Verschlusszeiten aus dem vorherigen Blogpost? Diese hier?


Um bei einer solchen Verschlussbewegung trotzdem die ganze Sensorfläche mit Photonen aus dem Blitzlicht beschießen zu können, wird bei Nutzung von FP/HSS der Blitz im Prinzip in ein Stroboskop verwandelt. So kann der Blitz über die gesamte Zeit, die die Schlitzöffnung des Verschlusses für den Weg über den Sensor braucht, eine gleichmäßige Lichtmenge abgeben.

Der Vorteil: Selbst bei kürzesten Verschlusszeiten kann ich mit Blitzlicht fotografieren.

Der Nachteil: Die Leistungsfähigkeit des Blitzes geht prächtig in die Knie. Denn der Blitz kann ja nun nicht mehr die gesamte Kondensatorladung geballt in einen einzelnen Blitz stecken, sondern muss die Ladung des Kondensators ja häppchenweise abgeben, damit jedes Teilstück des Bildsensors die gleiche Lichtmenge abbekommt. Da kommt man dann schnell an die Leistungsgrenze des Blitzgerätes, auch wenn man den Blitz so nah wie möglich ans Model gestellt hat. Abhilfe schafft dann im Zweifel nur, die Zahl der Blitzgeräte zu vervielfachen.

Supersync

Im Gegensatz zur FP/HSS wird aus dem Blitz kein Stroboskop gemacht, sondern er blitzt nur einmal. Beim Supersync macht man sich aber das Zusammentreffen eines a) relativ langsam abbrennenden Blitzes mit einer b) insgesamt sehr kurzen Belichtungszeit zu nutze.

Was heißt das jetzt?

Zunächst einmal muss man wissen, dass auch ein Blitz – den wir ja nur als einen superkurzen Lichtimpuls wahrnehmen – technisch betrachtet eine gewisse Zeit andauert und während dieser Dauer unterschiedlich hell ist. Insofern kann man das Verhalten eines Blitzes beim Abbrennen als sog. Abbrennkurve wie nebenstehend gezeigt skizzieren.

Der Blitz erreicht also kurz nach dem Auslösen seine höchste Leuchtkraft. Diese sinkt dann nach dem Peak zunächst recht schnell und im weiteren Verlauf immer langsamer. Die insgesamt abgegebene Blitzleistung wird dabei durch die ausgefüllte Fläche unterhalb der Blitzkurve dargestellt. Je nach Bauart des Blitzes kann die faktische Dauer eines Blitzes bei gleicher Lichtmenge sehr kurz (z. B. 1/5.000 sec.) oder relativ lang (1/500 sec.) sein. In Abbrennkurven übersetzt kann man das so darstellen:

WENN JETZT meine Belichtungszeit kürzer ist als die Abbrenndauer des Blitzes UND ich es schaffe, den Beginn der Belichtung mit der Abbrennkurve meines Blitzes in geeigneter Weise zu synchronisieren, dann stellt ja der einzelne Blitz angesichts der superkurzen Belichtungszeit im Prinzip ein Dauerlicht dar. Auch das zur Veranschaulichung mal als Skizze:

Der Vorteil:

Ich kann auch bei superkurzen Belichtungszeiten kräftige Blitzleistung abrufen, weil der Blitz die gesamte Kondensatorladung in einen einzelnen Blitz pumpen kann.

Der Nachteil:

Über die Dauer der Belichtung kann die Blitzleistung variieren – siehe obige Kurve. Und damit können sich aufgrund des während der Belichtungszeit über den Sensor wandernden Schlitzes vom Verschluss unterschieldich hell belichtete Zonen im Foto ergeben.

Vor allem aber gibt es SEHR viele Variablen, die zum Gelingen oder Scheitern dieser Methode beitragen:

Zunächst einmal wären da die auf den Blitz bezogenen Variablen:

  • Wie lang ist die Abbrennzeit?
  • Welche Charakteristik hat die Abbrennkurve?
  • Und um es ganz einfach zu machen sind Abbrennzeit und Abbrennkurve auch noch je nach verwendeter Leistungsstufe des Blitzes unterschiedlich – ein schwächerer Blitz ist typischerweise von kürzerer Dauer als ein stärkerer Blitz

Dann wären da die Variablen in Bezug auf die Kamera:

  • Wie hoch ist die Auslöseverzögerung?
  • Wie schnell ist die Signalverarbeitung in der Kamera?
  • Wie schnell ist die eingestellte Belichtungszeit?
  • Wie groß ist der Sensor? Bei einem größeren Sensor muss der Verschluss ja einen längeren Weg zurücklegen als bei einem kleineren Sensor.

Und nicht zu vergessen die Variablen in Bezug auf die Verbindung zwischen Kamera und Blitz:

  • Geschwindigkeit der Signalverarbeitung bei Funkauslösung
  • Geschwindigkeit der Signalübertragung bei Kabelauslösung

Alle diese Dinge müssen zueinander passen, damit es „im richtigen Moment“ blitzt. Und damit ist klar, dass ich hierzu keine konkreten Empfehlungen aussprechen kann. Da muss man selber mal ran, um auszuprobieren, welche Auslöser mit welcher Kamera und welchem Blitz bei welcher Belichtungszeit und Blitzleistung zu guten Ergebnissen führen. Googelt mal im WWW nach Supersync, da finden sich einige Erfahrungsberichte, die aber immer mit dem gleichen Disclaimer versehen sind: Nämlich dass diese und jene Kombination bei dem Autor funktioniert haben. Das heißt aber nicht, dass es bei einer anderen Kamera des gleichen Herstellers – oder sogar mit dem genau gleichen Kameramodell – auch bei euch funktioniert. Ist das Leben nicht schön mit available Light?

Soweit zu Supersync.

Sonst noch was?

Ein paar abschließende Möglichkeiten, die Blitzsynchronzeit auszuhebeln kommen im nächsten Teil. Da wird es dann auch wieder etwas einfacher… Erholt euch gut.

Was ist eigentlich diese Blitzsynchronzeit?

Also, kleine Vorwarnung: Jetzt wird es streckenweise etwas technisch. Noch habt ihr Zeit auszusteigen und vielleicht doch lieber ’nen Kaffee zu trinken, euch in die Sonne zu legen oder euch auf die Couch zu hocken. Und sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

Noch da? OK, selber Schuld!

Die Blitzsynchronzeit einer Kamera ist eine Hürde, die sich immer dann einem guten Foto in den Weg stellt, wenn man bei reichlich vorhandenem Umgebungslicht mit möglichst offener Blende und Blitzlicht fotografieren will. Denn was passiert, wenn man draußen bei hellem Tageslicht die Blende weit öffnet – also so in Richtung f/2 oder so? Genau, die Belichtungszeit geht schnell mal in Richtung 1/1000 sec. oder noch kürzer. Und so kurze Belichtungszeiten packen die meisten Kameras in Verbindung mit Blitzlicht nicht. Die Blitzsynchronzeit stellt dabei nämlich die Grenze für die kürzestmögliche Belichtungszeit bei Nutzung von Blitzlicht dar. Warum das so ist, versteht ihr hoffentlich am Ende dieses Blogposts.

Schlitzverschluss

Zum Verständnis des Mysteriums „Blitzsynchronzeit“ muss man erstmal wissen, dass die handelsüblichen Spiegelreflexkameras über einen sogenannten „Schlitzverschluss“ vor dem Bildsensor verfügen. Grundsätzlich wird über diesen Verschluss geregelt, wie lange der Sensor dem Licht ausgesetzt wird. Die Zeitspanne, die der Sensor dem Lichteinfall durch das Objektiv ausgesetzt ist, ist dann unsere Belichtungszeit. Soweit ganz einfach.

So ein Schlitzverschluss verfügt über zwei „Vorhänge“, die beide den kompletten Bildsensor überdecken können. Im Ruhezustand – also wenn gerade keine Belichtung stattfindet – verdeckt ein Vorhang den Sensor und einer ist geöffnet. Drückt ihr nun auf den Auslöser wird der erste Vorhang geöffnet, der Sensor wird dem Licht ausgesetzt und mit dem zweiten Vorhang wird der Sensor dann wieder verdeckt. So in etwa:

Disclaimer: Ich bin weder Kamerainschenöhr noch Schlitzverschluss-Nerd. Ob jetzt der Verschluss von oben nach unten läuft oder unten nach oben bzw. ob meine schematischen Darstellungen sonstige Ungenauigkeiten enthalten ist a) deshalb zu entschuldigen und b) für die Behandlung des Themas hier egal.

Wenn nun die Belichtungszeit immer kürzer wird, kommt es dazu, dass der zweite Vorgang bereits losläuft, um den Bildsensor wieder zu verdecken, bevor der erste Vorhang überhaupt ganz geöffnet ist. Es läuft dann sozusagen nur ein Schlitz über den Bildsensor und exponiert immer nur eine Teilfläche des Sensors dem einfallenden Licht.

So in etwa kann man sich das vorstellen:

Und was hat das jetzt mit meinem Blitz zu tun?

Ganz einfach:

  • Blitzt ihr bei einer längeren Belichtungszeit – bei der ja der ganze Bildsensor dem einfallenden Licht ausgesetzt ist – wird das Blitzlicht logischerweise vom gesamten Sensor aufgezeichnet.
  • Blitzt ihr aber bei einer sehr kurzen Belichtungszeit – bei der nur so eine Schlitzöffnung über den Sensor wandert – bekommt natürlich nur der Teil des Sensors das Blitzlicht ab, der just im Moment des Blitzes dem Licht ausgesetzt ist. Der Rest des Bildes ist dann sozusagen nur ein Available-Light-Foto ohne Blitzlicht.

Was ist jetzt also die Blitzsynchronzeit?

Das ist jetzt hoffentlich wiederum ganz einfach:
Das ist die kürzestmögliche Belichtungszeit, bei der der gesamte Sensor freiliegt, der Blitz gezündet und die abgerufene Blitzleistung vollständig freigesetzt werden kann. Bei den meisten (mir bekannten) Kameras beträgt diese Blitzsynchronzeit 1/200 sec. oder 1/250 sec.

Und warum ist das jetzt nochmal eine Hürde?

Ganz klar: Wenn einerseits das helle Tageslicht draußen Belichtungswerte von – sagen wir mal – ISO 200, f/2.8 und 1/1.000 sec. diktiert, euer Blitz andererseits aber nur bis 1/250 sec. mitspielen kann, dann habt ihr ein Problem. Denn bei ISO 200, f/2.8 und 1/250 sec. habt ihr eine satte Überbelichtung um zwei Blendenstufen durch das Tageslicht. Also müsst ihr irgendwie über ISO und Blende zwei Blendenstufen Licht aus der Kamera heraus halten. Wenn die ISO-Werte noch Luft nach unten haben (hier also bis ISO 50), habt ihr Glück.
Wenn nicht, müsst ihr zwangsläufig die Blende schließen und wärt dann bei f/5.6. Das wollt ihr aber im Zweifel ja aus gestalterischen Gründen nicht – denn siehe oben: Die Situationsbeschreibung war offenblendiges Foto mit Blitz und outdoor.

AHA. Und was kann ich nun machen?

Das, liebe Leser, kommt in Teil 2.

Bis dahin viel Spaß beim Blitzen.