Moin. Solltest Du Dich angesichts der Überschrift gefragt haben, ob der Hölzer da nicht was missverstanden – oder schlimmer noch – Dinge zusammengemixt hat, die nicht zusammen gehören, kann ich Dich hiermit offiziell beruhigen: Nein. Und nein.

Ja, wir – also Lauryi und ich – waren „on Location“. Nebenstehend der Beweis 🙂

Und ja, die Ausleuchtung von Lauryi erfolgte mittels einer klassischen Lichtzange, einem generell eher im Studio beheimateten Lichtsetup. Aber warum sollte das nicht zusammengehören? Schließlich steht nirgendwo in Stein gemeißelt, dass man „on Location“ nur mit dem reinen natürlichen Licht, höchstens unterstützt durch einen Reflektor oder Abschatter arbeiten müsste. Licht ist halt Licht. Und wie ich das jetzt on Location genau beeinflusse oder erschaffe, ist ja im Grunde völlig egal. Wenn ich im Kern einen Beauty-Shot mache, mache ich mir eben auch ein Beauty-Licht. Egal wo. Und es ist ja nun auch nicht so, als wäre es ein völlig revolutionärer Ansatz, bei einem Location-Shoot das Licht bestmöglich mittels was-auch-immer-mir-an-Hilfsmitteln-zur-Verfügung-steht auf mein Motiv auszurichten.

OK, wo wir das nun geklärt haben vielleicht noch ein paar Details zum Setup. Ich habe da zunächst mal eine meiner wunderbaren Skizzen vorbereitet:

Dieses Setup war für die beiden weiter unten gezeigten Bilder am Werk.

Wie Du siehst stand das Model auf den Stufen des kleinen Tempelchens, das die Location unserer Wahl war. Das ist übrigens keine echte religiöse Stätte, sondern einfach einem Tempelchen nachempfunden.  Da das Sonnenlicht auf unserer Location im Minutentakt durch vor der Sonne vorbeiziehende Wolken ein und ausgeschaltet wurde, habe ich die Sonne als Lichtquelle für das Model geblockt indem ich einfach einen größeren Reflektor als Schattenwerfer zwischen Sonne und Model gestellt habe (Skizze: Nr. 1). Somit war nur noch der Hintergrund vom wechselnden Sonnenlicht betroffen, nicht aber Lauryi. Das kann man auch bei den Beispielbildern unten schön erkennen. Lauryi hatte damit als Basislicht im Prinzip nur noch das allgemeine, diffuse Tageslicht, dessen Helligkeit ich über die Verschlusszeit wunderbar kontrollieren konnte.

Zeit das Model ins Licht zu setzen: Hierzu habe ich eine kleine 60x60cm Softbox (Lastolite Ezybox Hotshoe) vor einen Aufsteckblitz geschnallt und mittels Galgenstativ hochfrontal auf Lauryi ausgerichtet (Skizze: Nr. 2). Damit war die erste Hälfte des Beautylichtes ja schon mal eingerichtet. Ausgelöst habe ich den Blitz mit der Softbox übrigens mittels durch einen weiteren Aufsteckblitz auf der Kamera. Aufgrund der gewünschten Grundhelligkeit des Fotos und der gewünschten Blende war meine Verschlusszeit nämlich mitunter ordentlich über unterhalb der (also „schneller als die“) übliche(n) Blitzsynchronzeit. Daher musste ich in die herstellereigene Kurzzeitsynchronisation (heißt im Nikonland „FP-Sync“) ausweichen, was dann die Verwendung der ebenfalls herstellereigenen optischen Fernsteuerung durch einen Masterblitz auf der Kamera bedingte. Das war hier auch trotz gelegentlicher Sonneneinstrahlung völlig unproblematisch, weil ja das steuernde Blitzgerät und das Blitzgerät an der Softbox recht nah beieinander waren und die optische Signalübertragung nicht durch irgendwelche Hindernisse verstellt war.

Die zweite Hälfte des Beautylichts war eine passive Lichtquelle, sprich: ein silberner Reflektor. Hierfür habe ich meinen kleinen Sunbouncer, den Micro-Mini (niedliche Bezeichnung für einen immerhin 60x90cm großen Reflektor), mit silberner Bespannung unterhalb der Softbox positioniert und die Höhe so eingestellt, dass der Reflektor so gerade eben nicht im Bild war (Skizze: Nr. 3).

Meine Kameraposition (Skizze: Nr. 4) war nun unterhalb der Softbox, so dass ich zwischen der aktiven, oberen Lichtquelle und der passiven unteren Lichtquelle hindurch fotografiert habe. Das Ganze habe ich zwecks unterschiedlicher Looks sowohl mit einem Weitwinkel, als auch mit einem Teleobjektiv gemacht. Beim Weitwinkel musste ich halt Blitz und Reflektor ein bisschen aus dem Bild herausholen: Den Blitz also etwas nach hinten (und zugleich nach oben, damit der Winkel des Lichts auf dem Model weiterhin passte) und den Reflektor ein wenig nach unten, was natürlich ein bisschen Wirkungsgrad kostet.

Und das war dann das Ergebnis – einmal in der Weitwinkel-Variante mit 24mm  und einmal in der Tele-Variante mit 80mm:

Ich finde, das kann sich sehen lassen 🙂 Spaß gemacht hat es allemal.

Buchungsanfragen nehme ich übrigens hier gerne entgegen 😉