Das Ende der Käuflichkeit

Moin. Wir schreiben heute den 18. Juni 2020. Seit gut drei Monaten also leben wir hier mit Kontaktbeschränkungen aufgrund der Covid-19-Infektionswelle. Seitdem habe ich natürlich auch keine Fotoshootings mehr gemacht, der Versuchung wenigstens mal ein Outdoorshooting anzuzetteln, hartnäckig widerstanden. Erst recht habe ich die ohnehin eher sporadischen Auftragsarbeiten dran gegeben, und die zwei oder drei Anfragen, deren Termine in diese letzten Wochen gefallen wären, freundlich und mit echtem Bedauern abgelehnt. Zur Erinnerung: Ich bin ja sowieso Hobbyist, lebe also nicht von der Fotografie.

Ohnehin hat sich – auch ohne Covid-19 – die Menge an Auftragsfotografie in den letzten Jahren beständig nach unten entwickelt, ohne dass ich darüber großartig traurig gewesen wäre. Doch, schon, in aller Regel hatte ich auch richtig Spaß an den Auftragsarbeiten, insbesondere den Hochzeiten (auch wenn das natürlich immer die anstrengendsten Gigs waren). Gelegentlich gab es kleine Herausforderungen verschiedenster Art, aber nur ein einziges Mal musste ich mir innerlich zuflüstern, dass ich ja zumindest bezahlt werden würde. Und wie auch immer der persönliche Spaßlevel ausfiel: Stets freute ich mich aufrichtig, meinen Kunden mit meiner Fotografie weiter helfen zu können.

Mit steigender Enge im Fotoschrank hat allerdings doch die Sekundär-Motivation für bezahlte Foto-Gigs (ein Hobby zu haben, das sich selbst finanziert) merklich nachgelassen. Schon länger wägte ich bei Anfragen stets ab, ob mir die winkende Entlohnung den Zeiteinsatz wert war; Zeit, die ich nicht mit meiner Familie verbringen konnte oder in eine meiner vielen Haus- und Gartenbaustellen investieren konnte. Dazu kam, dass ich mehr freie Shootings mit Modellen rein aus Spaß an der Freude gemacht habe. „Mehr“ bedeutet in diesem Zusammenhang übrigens die Steigerung von vielleicht ein oder zwei auf vielleicht fünf bis zehn Shootings pro Jahr! Denn den 36-Stunden-Tag hat ja bisher immer noch niemand erfunden… Aber der Spaß an freien Shootings mit Modellen, die da richtig Bock drauf haben und die ICH mir aussuche, stieg jedenfalls umgekehrt proportional zur Menge der Auftragsarbeiten an.

Und nun sitze ich hier vor dem Rechner an meinem ebenfalls ziemlich vernachlässigten Blog und verkünde im Grunde nur die logische Schlußfolgerung der oben aufgezeichneten Entwicklung: Ich lasse das jetzt mit der Auftragsfotografie und konzentriere mich ausschließlich auf freie Shootings. Einzige Ausnahme: Es gilt, einen guten Zweck zu unterstützen. Das aber zähle ich eigentlich sowieso nicht unter „Auftrag“, sondern unter Ehrenamt. Denn wenn ich so etwas mache, hänge ich da ohnehin kein Preisschild dran.

So, nun wisst ihr Bescheid.

Diese Entscheidung wird natürlich Auswirkungen auf meinen Blog und meine Webseite haben, aus denen ich die entsprechenden Seiten und Beiträge herausnehmen werde. Die Portfolios und Infos für typische Auftragsarbeiten (Familie, Hochzeiten) sind entweder schon verschwunden oder werden in den nächsten Tagen im digitalen Orkus verschwinden. Mal sehen, vielleicht ist es sowieso mal wieder an der Zeit, der Webseite eine Facelift zu verpassen. Werdet ihr dann ja sehen 🙂

Fluch und Segen von Social-Media

Disclaimer vorweg: Ich gehöre zu den Dinosauriern, die unter sozialen Medien vor allem Facebook und Instagram verstehen. Mir ist klar, dass es auch viele andere, jüngere Plattformen gibt (jünger im Sinne von bisheriger Lebensdauer und – im Regelfall – auch von der Userbase her). Aber ich kann halt nur begrenzt Lebenszeit für mein Hobby opfern und habe insofern im Grund kaum Gelegenheit, fortlaufend den neuesten Sh*t auf diesem Gebiet auszuprobieren…

Geht Dir das eigentlich auch so? Ich setze mich gezielt an den Computer oder ans Tablet mit der Absicht, durch die Veröffentlichung von Fotos oder Blogartikeln etwas Werbung für mein Foto-Business (eine sehr hochtrabende Bezeichnung für meine Micro-Klitsche) zu machen, und schon scrolle ich natürlich erst mal wieder durch den Newsfeed und verliere mich (und eine ganze Menge Zeit) beim Durchblättern weitgehend sinnfreier Postings.

Kaum hebe ich mal den Kopf aus dem ganzen „Content“, um zu tun, was ich eigentlich tun wollte, stelle ich fest, dass mein verfügbares Zeitfenster dafür schon nahezu abgelaufen ist. Denn mein Social-Media-Zeitbudget ist ja nur Teil meines Fotohobbys, das wiederum nur Teil meiner Freizeitgestaltung ist, die nur einen echt kleinen Teil meiner Lebenszeit ausmacht. Soll heißen: Unterm Strich habe ich quasi keine Zeit dafür. Und wenn ich es dann doch mal schaffe, etwas zu posten geht das mangels Reichweite in der Regel sang und klanglos unter. Denn für Reichweite müsste man ja regelmäßig posten, am Besten regelmäßig die tollen Angebote von Facebook und Co zur Bewerbung der Beiträge oder der Seite in Anspruch nehmen.

Oder es gibt mal wieder eine Neuerung, die sich meiner Aufmerksamkeit entzogen hat aber Einfluss auf die Bedienung hat. Zum Beispiel das leidige Kapitel der idealen Bildgröße. Wenn ich z.B. Bilder in gewohnter Größe hochlade und dann feststellen muss, dass das Bild mal irgendwie pixelig und unscharf aussieht. Und schon geht wieder Zeit drauf, um die neue ideale Auflösung zu suchen und die Bilder darauf zu optimieren.

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Spiegel-Portraits

Ich bin ja bei meinen letzten Shootings schon mal ein bißchen was ans Experimentieren gekommen. Spiegelungen fand ich in der Landschaftsfotografie schon immer ungeheuer anziehend, und das wollte ich dann auch mal in der Portraitfotografie versuchen. Ich wollte aber nicht einfach das Model vor ’nen Spiegel stellen (kann auch schön sein), sondern den Spiegel noch etwas „modifizieren“, indem ich ihm zu einigen Bruchkanten verhelfe, die das Spiegelbild dann aufbrechen und in gewisser Weise verzerren. Also habe ich den einen oder anderen Spiegel kaputt gemacht und dabei schon den ersten Lernerfolg gehabt:

Es ist nämlich gar nicht mal sooo einfach, einen Spiegel zielgerichtet zu zerstören. Erstmal braucht es doch überraschend viel Krafteinwirkung, damit so ein Spiegel überhaupt bricht. Und dann darf es aber wieder nicht zuviel Kraft sein, sonst zerbricht der Spiegel nicht in nur einige größere Teile, sondern wird umgehend atomisiert. Und dann musste der Spiegel zwar zerbrochen, aber doch mit allen Bruchstücken halbwegs plan auf eine eben Fläche gebracht werden.Dabei gab es dann den nächsten Lernerfolg:

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Ich liebe ja den Medienhafen Düsseldorf….

… und das sagt ein gebürtiger Kölner. Naja, ok: Ein Kölner von der schäl Sick. Für Nicht-Rheinländer wörtlich übersetzt heißt das „schlechte/blinde/schielende Seite“ und gemeint ist die rechte – und daher nach kölschen Maßstäben falsche – Rheinseite. Denn der Dom und alles andere, was sonst das „echte“ Köln ausmacht, liegt ja linksrheinisch. Karnevalist wurde ich auch erst nach meinem Umzug nach Krefeld; und auch das nur als Mitgestalter in Form eines Bandmitglieds und weniger als Karnevalskonsument. Was das alles mit ’nem Fotoblog zu tun hat? Nix, natürlich. Aber die Überschrift musste ich im Hinblick auf meine Herkunft dann doch irgendwie erklären.

Nachdem dieses wichtige Detail dann also geklärt ist, können wir uns ja der Frage zuwenden, warum das denn so ist, dass ich den Medienhafen liebe. Diese Frage ist relativ leicht zu klären – und die Antwort hat dann auch endlich was mit Fotografie zu tun: Es gibt eine sehr hohe Dichte von Plätzen, Fluchten, Fassaden und moderner Architektur in verschiedenster Ausprägung. Das sind einfach mal sehr viele Optionen an Hintergründen und Foto-Settings für Outdoor-Shootings auf recht kleinem Raum. Besonders der Umstand, dass der Medienhafen über großzügige Promenaden und Plätze verfügt, die Fußgängern vorbehalten sind, – der Star darunter sicherlich die große Freitreppe und der Platz am Hyatt – trägt viel dazu bei, dass die vorhandene Architektur und die Fluchten vielfältig als Fotohintergrund nutzbar sind. „Ich liebe ja den Medienhafen Düsseldorf….“ weiterlesen

Gothic-Shooting im Homestudio

Verflucht, ist das wirklich Mai gewesen, als ich den letzten Blogbeitrag geschrieben habe? Da kannst Du mal sehen, was hier – also nicht HIER im Blog, sondern HIER bei mir so im Leben – los gewesen ist. Ein Highlight jagte das andere. Aber egal, jetzt wird nicht gejammert, jetzt wird geschrieben 🙂

In Blogbeiträgen gezählt 😉  ist es noch gar nicht lange her, als Lauryi und ich uns zum Gothic-Shooting im Krefelder Stadtwald getroffen haben (ich berichtete). Schon da war eigentlich klar, dass wir das Thema „Gothic“ auch mal im Zuge eines Studioshootings angehen wollten. Und „SCHWUPPS“, schon haben wir das erledigt. Die Kinder haben ihr Spielzimmer aufgeräumt (freier Boden reichte…) und ich habe dort das  Homestudio aufgebaut; sprich: Hintergrundsystem, diverse Blitze, Lichtformer, Kamerastativ mit Notebookplattform und was sonst noch so alles dazu gehört. Sechzehn Quadratmeter freie Grundfläche ist jetzt nicht viel, aber zumindest habe ich eine ordentliche Deckenhöhe zur Verfügung. Und mal abgesehen von Ganzkörperfotos kann man eben auch in einem kleinen Studio durchaus ein paar nette Fotos machen. Besonders gut gehen da natürlich  Oberkörper-Portraits. Aber schau selbst: „Gothic-Shooting im Homestudio“ weiterlesen

Alles neu macht der … Datenschutz

Tach. Also Datenschutz ist ja an sich eine wirklich gute Sache. Und nein, das meine ich wirklich nicht ironisch. Ich finde es echt prima, was die neuen Datenschutzbestimmungen da für uns alle als Datenspuren-im-Internet-Hinterlassende an neuen Dokumentations- und Informationspflichten geschaffen hat. Und gezielt ist das Ganze ja (völlig zu Recht) auf diejenigen großen Firmen und Konzerne, die unsere Daten tatsächlich zu Geld machen.

Als Betreiber eine kleinen Hobby-Webseite, Blogger und Mitglied in zwei Vereinsvorständen muss ich aber doch sagen: Hätte man da nicht zumindest ein bißchen weniger Streuung nach unten einbauen können? Möglicherweise kommt das ja noch. Denn immerhin wollte  „Alles neu macht der … Datenschutz“ weiterlesen

Eine Wand, ein Licht, ein Model

Moin. Ich habe heute einen Artikel aus der „HowTo“-Abteilung für euch. Als Anker dienen dabei Fotos aus einem Homeshooting mit und bei Kerstin, die einfach ein wunderbares Model und zugleich selber auch eine gute Fotografin ist. Ihre Profile solltest Du Dir auf alle Fälle mal anschauen: Modelprofil, Fotografinnenprofil. Ich hatte mich im vergangenen Jahr mit Sunshine getroffen. Dabei haben wir unter anderem die nachfolgenden Fotos gemacht: „Eine Wand, ein Licht, ein Model“ weiterlesen

Studiolicht on Location

Moin. Solltest Du Dich angesichts der Überschrift gefragt haben, ob der Hölzer da nicht was missverstanden – oder schlimmer noch – Dinge zusammengemixt hat, die nicht zusammen gehören, kann ich Dich hiermit offiziell beruhigen: Nein. Und nein.

Ja, wir – also Lauryi und ich – waren „on Location“. Hier der Beweis 🙂

Und ja, die Ausleuchtung von Lauryi erfolgte mittels einer klassischen Lichtzange, einem generell eher im Studio beheimateten Lichtsetup. Aber warum sollte das nicht zusammengehören? Schließlich steht nirgendwo in Stein gemeißelt, dass man „on Location“ nur mit dem reinen natürlichen Licht, höchstens unterstützt durch einen Reflektor oder Abschatter arbeiten müsste. Licht ist halt Licht. Und wie ich das jetzt on Location genau beeinflusse oder erschaffe, ist ja im Grunde völlig egal. Wenn ich im Kern einen Beauty-Shot mache, mache ich mir eben auch ein Beauty-Licht. Egal wo. Und es ist ja nun auch nicht so, als wäre es ein völlig revolutionärer Ansatz, bei einem Location-Shoot das Licht bestmöglich mittels was-auch-immer-mir-an-Hilfsmitteln-zur-Verfügung-steht auf mein Motiv auszurichten.

OK, wo wir das nun geklärt haben „Studiolicht on Location“ weiterlesen

Jahresrückblick 2017

Schon wieder? Also, ich meine: Schon wieder ein Jahr um?

Wer ist eigentlich der Schelm, der da immer heimlich am Kalender schraubt. Der gefühlte Zeitverlust pro Jahr wird irgendwie immer größer. Aber naja, das soll jetzt hier mal nicht das Thema sein, sondern – traditionsreicherweise – ein kleiner Rückblick auf das vergangene Jahr, soweit es meine Fotografie angeht.

Wie immer schaue ich am Ende eines Jahres einmal quer über die Fotos des aktuellen Jahres und schaue einfach mal, was so los gewesen ist. Und siehe da, dieses Jahr war ganz schön was los, auch wenn es sich eigentlich gar nicht so angefühlt hat. Diverse Familienshootings – die eigene Familie mal nicht mitgerechnet -, 3 Hochzeiten, 5 freie Shootings mit Modellen und dazu verschiedene Einzeleinsätze, zum Beispiel der Abschlussball einer Schule, Porträts der Vorstandsmitglieder eines Fördervereins, Einzel- und Gruppenfotos einer der historischen Gruppen hier in Krefeld-Linn und dergleichen mehr. Dazu kamen dann – ebenfalls wie immer – ein paar Fotoaktionen mit Fotobuddy Thorsten Kleemann, wie zum Beispiel ein Funkenflugexperiment am Rhein.

Ganz schönes Programm für einen Hobbyisten wie mich; es hat sich auch irgendwie nicht nach „zu viel“ angefühlt. Aber anscheinend ist doch eine Menge zusammen gekommen: „Jahresrückblick 2017“ weiterlesen

Boudoir-Fotografie – Was ist das eigentlich?

Eine Rubrik meines Portfolios habe ich ja mit „Boudoir“ betitelt. Zu sehen sind darin vorwiegend weniger bekleidete Damen, meist in reizende Dessous verschiedener Ausprägung gekleidet. Ist „Boudoir-Fotografie“ also im Prinzip nichts anderes als die ebenfalls oft als Begriff verwendete „Dessous-Fotografie“?

Im Prinzip schon, nur verschiebt der Begriff den Fokus meines Erachtens auf einem anderen Schwerpunkt. Dessous sind tatsächlich oft Bestandteil der (oder jedenfalls meiner) Boudoir-Fotografie, und ich will auch gar keine Haarspalterei über Begriffsdefinitionen betreiben, das kann nämlich am Ende nur schief gehen. Ich habe ja auch weder den einen noch den anderen Begriff erfunden, sondern mich einfach nur für die Betitelung eines Teils meiner Fotografie für den entschieden, der die Sache für mich besser trifft.

Bei mir fällt unter Boudoir-Fotografie schlicht und ergreifend „Boudoir-Fotografie – Was ist das eigentlich?“ weiterlesen