Plattformwechsel Teil III: „Verschwende Deine Zeit..:“

In den ersten beiden Teilen dieser Reihe hatte ich ja schon erzählt, wie und warum ich „damals“ in 2010 auf einen Mac umgestiegen bin (Link zu Teil 1), bzw. warum ich sechs Jahre später wieder von einem Mac auf ein Windows-Notebook zurückwechselte (Link zu Teil 2).

Dieser Teil ist nun den Problemzonen gewidment, die ich nie vermutet hätte, und deren Existenz so ein Ärgernis ist, dass ich den Rückwechsel zeitweise doch wieder bereut habe…

1. E-Mail-Client

Selbstverständlich war auf dem Windows-Rechner ein E-Mail-Client installiert. Und zwar der Standardclient unter Windows 10 namens „Mail“. Sehr einfach gehaltene Oberfläche, aber im Grundsatz war alles da. Also habe ich die diversen Postfächer eingerichtet (ja, ich habe da mehrere zu betreuen). E-Mails abrufen, versenden etc. funktionierte auch wunderbar. Dann wollte ich noch schnell die Signaturen einrichten… und stutzte. PLAIN TEXT. Sonst nichts. Formatierungen in der Signatur oder gar ein Link? Nixda! Geht nicht. Nada.

Also mal ehrlich liebe Leute bei Microsoft, aber das ist doch wohl nicht euer Ernst im Jahre des Herrn 2016!

Es ist ja schön, dass ihr Windows 10 so entwickelt habt, dass es auch auf Tablet-PC’s läuft, aber die dafür erforderlichen Einschänkungen einfach mal auch auf die „richtige“ Desktop-Variante zu übertragen ist an dieser Stelle ja wohl etwas kurz gegriffen.

Dann war da noch die Sache mit dem Postfachwechsel. Von allen E-Mail-Clients, die ich bislang privat genutzt habe – egal, ob unter Windows oder OS-X -, war ich gewohnt, dass ich beim Weiterleiten oder Beantworten von E-Mails nahtlos das Postfach wechseln konnte. Soll heißen: Eine E-Mail geht bei Postfach 1 ein, ich antworte unter Verwendung von Postfach 2 als Absender. Das absendende Postfach konnte ich immer ganz einfach in der E-Mail auswählen.

Nicht so mit dem topaktuellen Mail-Client von Windows 10. Es ging ganz einfach nicht. Ausschließlich mit dem empfangenden Postfach konnten Mails weitergeschickt oder beantwortet werden.

War ich in der Sache mit der Signatur vielleicht noch geneigt gewesen, auf baldige Besserung durch Updates zu hoffen und mit dem suboptimalen Zustand zu leben, war das hier ein absolutes No-Go. Denn ich gebe häufig als meine „offizielle“ private E-Mail-Adresse diejenige eines großen Freemail-Anbieters heraus. Ist der Kontakt aber hergestellt und vertrauenswürdig, findet die weitere Konversation auf meiner „privaten“ Privat-E-Mail-Adresse statt, weil die gegenüber dem Freemailer ein IMAP-Account – also auf alle Endgeräte synchronisierbar – ist und kein POP-Account wie die des Freemailers.

Es begann also die Suche nach einem Ersatz für Windows Mail und damit genau das, was ich an Computern so hassen gelernt habe: Eine immense Zeitverschwendung, nur um einen vernünftigen betriebsbereiten Zustand herzustellen. In diesem speziellen Fall auch noch für eine ultimative Grundfunktionalität, die zuvor eigentlich schon immer funktionierte. Danke, Microsoft!!

Die ganzen Irrungen und Wirrungen der Suche möchte ich jetzt hier nicht aufmalen. Am Ende habe ich für 50 € ein Stück Software gekauft, weil das vorhandene Outlook keine zusammengelegten Posteingänge mehrere Accounts unterstützt (jedenfalls nicht vernünftig), und das kostenlose Thunderbird auch nach der Erweiterung um ein Plugin, das Lösung versprach, Probleme mit meinen iCloud-Kontakten hatte. Also: Geld auf den Tisch und damit ein Problem lösen, dass es eigentlich vorher noch nie gegeben hatte….

Die Lösung heißt übrigens em-Client und ist im Prinzip ein vollwertiger Ersatz für Outlook – also E-Mail, Kalender, Kontakte, Aufgaben -, hat keinerlei Probleme mit meinem iCloud-Account, Postfachwechsel, formatierten Signaturen und hat selbstverständlich zusammengefasste Ordner für Posteingang, Gesendete Mail etc. Also genau das, was man (jedenfalls ich) heute auch einfach mal erwarte…

2. Farbmanagement

Die zweite unerwartete Baustelle war das Farbmanagement. Meine Monitore (Laptop und externer Monitor) sind schon länger mittels einem Colorimeter und entsprechender Software farbkalibriert, damit ich mich bei der Bildbearbeitung halbwegs auf die Korrektheit der angezeigten Farben verlassen kann. Also habe ich (natürlich) auch den Monitor des neuen Laptop kalibriert. Klappte wunderbar, der heftige Blaustich in der Werkseinstellung des Monitors war dann auch ganz schnell passé. Wunderbar, so soll es sein.

Dieser Glücksmoment hilt bis zum nächsten Start des Rechners. Denn dann war die Kalibrierung wieder weg. Also nochmal kalibrieren, vielleicht hatte ja irgendwas im ersten Anlauf nicht geklappt. Nächster Neustart. Und wieder überlebte die Kalibrierung den Neustart nicht. Offenbar wurde die Kalibrierung beim Startvorgang an irgendeiner Stelle ausgehebelt. Hurra. Also: Wieder mal auf die Suche machen.

Es hat mich einen ganzen Sonntag-Vormittag gekostet, bis ich im Internet einen hilfreichen Artikel gefunden habe, mit dessen Hilfe ich mich an die richtige Stelle in den tiefsten Tiefen der Systemsteuerung bewegen konnte, um genau das richtige Häkchen zu entfernen. Es gibt nämlich diverse Stellen, die etwas mit Profilierung und/oder Farben der Anzeige zu tun haben; keine davon hat aber mein Problem dauerhaft beseitigt, weil da eben ein Häkchen an entscheidender und übergeordneter Stelle gesetzt war. Und das war dann wieder so eine Einstellung, wo man erst „Optionen“, dann „erweiterte Optionen“ und dann an der richtigen(!) Stelle nochmal auf „bearbeiten“ klicken musste, damit man überhaupt das besagte Häkchen angezeigt bekam. Hat man also keine Ahnung von seiner Existenz, findet man diese Einstellungsseite erst gar nicht (ein bißchen wie die Isla de Muerta in Fluch der Karibik: Die Insel kann nur von denen gefunden werden, die schon wissen, wo sie ist). So einen Umstand – um nicht zu sagen Mist – war ich von meinem MacBook echt nicht mehr gewöhnt. Da wurde einmal kalibriert, und fertig war die Geschichte.

Und übrigens meine ich oben auch die Tiefen der „Systemsteuerung“ und nicht die unter Windows 10 eigentlich als Schaltzentrale vorgesehenen „Einstellungen“. Wenn man nämlich so tief einsteigen muss, sieht das ganze wieder verdammt nach der klassischen Systemsteuerung von Windows 7 aus, die da offenbar nach wie vor unter der Haube und dem neuen, schicken Windows 10-Kleidchen vor sich hinwerkelt…. Soviel zum Thema „neues Betriebssystem“.

Aber nun, am Ende habe ich die richtige Einstellung gefunden. Und ich musste noch nicht einmal zusätzliche Software kaufen, um was ans Laufen zu bekommen. Hey, das ist doch mal eine Erfolgsgeschichte. Wobei die Farbkalibrierung hin und wieder immer noch einen kleinen Schubs braucht. Zum Beispiel wenn ich das Notebook zugeklappt hatte. Dann wird bei der Wiedererweckung nicht immer das Farbprofil automatisch geladen. Warum? Keine Ahnung. Aber ich bekommen das in aller Regel mit ein bis drei Klicks hin und habe einfach keine Lust auf weiteres stundenlanges Herumsuchen im Internet und der Systemsteuerung.

3. Backup

Dem Apple-Betriebssystem OS-X liegt ja mit „Time Machine“ ab Werk eine automatisierte Backup-Software bei, die auf Wunsch alle paar Stunden die interne Festplatte des Rechners auf ein externes Laufwerk sichert. Das ist zwar gerüchtehalber auch nicht immer ohne Tücken, aber in dem einen Fall, in dem ich mal mein MacBook aus einem Time-Machine-Backup wiederherstellen musste, hat das wunderbar funktioniert.

Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob jetzt das Windows-Betriebssystem selber auch entsprechende Tools anbietet, das kann durchaus sein. Es drängt sich jedenfalls nicht auf bzw. ist mal wieder ohne tiefere Einarbeitung in die Materie nicht zu überblicken („für eine Auffrischung wähle dieses Tool, für ein Systemabbild jenes und für eine Datensicherung das hier….“ – WAS SOLL DAS?). Also habe ich noch einmal etwas Geld ausgegeben, und eine Software für diesen Zweck gekauft, die einfacher zu überblicken ist. Außerdem kann ich da für jedes beliebige angeschlossene Laufwerk Sicherungen einrichten, nicht nur für die Festplatte mit dem Betriebssystem. Ob’s am Ende auch funktioniert, wird sich im Ernstfall herausstellen. Ich hoffe jedenfalls mal darauf….

Das ist aber auch mal wieder so ein Beispiel, wo die Programmierer eines Betriebssystems sich offenbar nicht in der Lage sehen, dem Kunden ein paar einfache, verständliche Optionen an die Hand geben. Und wenn ich schon im Internet Anleitungen lese, die den Titel tragen „Windows 10: Backup in 10 Schritten“ sind mir das schon in der Überschrift eigentlich 9 Schritte zu viel.

Und wieder hatte ich hiermit einen Punkt, wo ich meinen Mac doch recht vermisst habe, erstmal gehörig Zeit in Internetrecherche und anschließend Geld in zusätzliche Software investieren durfte.

Am Ende ein Fazit:

Jetzt, wo alles soweit eingerichtet ist und läuft, bin ich ganz zufrieden. Der Rechner ist hinreichend schnell und alles läuft soweit recht unauffällig. Wäre mir ein sofortiges Funktionieren der bemeckerten Punkte Geld wert gewesen? Naja, zwei der drei waren es ja sowieso zwangsweise. Und Nerven für 500 € habe ich bei der ganzen Herumsucherei auch gelassen. Aber damit bin ich in der Summe (Rechner + Extra-Software + Nervenzuschlag) gerade mal bei 2.000 € (lustigerweise ist das ziemlich genau der Kaufpreis meines damaligen MacBook von 2010) und immer noch weit entfernt von 3.700 €, was der Kaufpreis eines auskonfigurierten MacBook gewesen wäre…

Nachdem die Nervenbelastung der Umstellung ja nun schon verarbeitet ist, bin ich mal vorläufig vorsichtig optimistisch, dass ich nun über einen recht vernünftiges Notebook für die nächsten 5-7 Jahre verfüge, das sich preislich gesehen einen ganzen Brocken unterhalb eines MacBooks bewegt.

Plattformwechsel Teil II: Adieu Mac, zurück zum PC

Im ersten Teil hatte ich je erzählt, wie und warum ich 2010 erstmalig in ein MacBook investiert hatte. Heute kommt die Geschichte vom „Rückwechsel“.

Eine ganze Weile – ca. fünf Jahre lang – war ich mit meinem MacBook absolut zufrieden. Es funktionierte einfach. Ich hatte keinerlei Probleme mit Systemabstürzen, es war – mit Ausnahme eines Office-Programms und der Bildbearbeitungssoftware natürlich – schon ab Werk alles drauf, was ich brauchte (und noch einige Goodies mehr). Sozusagen alles im grünen Bereich. Nach zwei Jahren habe ich dann mal den Arbeitsspeicher von 4 auf 8 GB erweitert – was dank eigenem Einkauf und Einbau gegenüber den Preisen von Apple ja geradezu lachhaft günstig war. Etwas später habe ich dann noch die Festplatte gegen eine größere und schnellere ausgetauscht.

Im Sommer 2015 dachte ich dann trotz der Aufrüstung über einen neuen Rechner nach, denn die aktuelle Bildbearbeitungssoftware fraß doch eine ganze Menge der Leistungsressourcen auf. Zudem war sich die Dateigröße meiner Fotos deutlich gewachsen, weil ich auf eine sehr hoch auflösende Kamera aktualisiert hatte, was dem Rechner natürlich entsprechend mehr Reserven abverlangte. Ein Blick auf die Preisgestaltung aktueller MacBooks ließ mich die Entscheidung aber immer wieder zurückstellen; schließlich „ging es ja noch“.

Dann allerdings fing mein MacBook an zu zicken. Es trat ein Phänomen auf, das für mich zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Erinnerung aus fernen Windows-Tagen war: Der Rechner stürzte ab. Immer öfter. Der Blick ins Crash-Protokoll brachte ans Licht, dass regelmäßig eine GPU-Panic, also ein „Zusammenbruch“ des Grafikprozessors die Systemabstürze verursachte.

Mit diesem Wissen ausgestattet recherchierte ich im Internet und fand sehr bald ein Apple-Kulanz-Programm für genau dieses Problem bei genau meinem MacBook-Modell. Offenbar war die GPU den Belastungen auf Dauer nicht gewachsen. Im Rahmen des Kulanzprogramms wurde daher eine neue GPU eingebaut. Wunderbare Kundenbetreuung, mag man sich jetzt denken. Allerdings hatte die Sache einen gewaltigen Haken: Als die Probleme bei meinem Rechner auftraten, war das Programm schon fast ein Jahr ausgelaufen. Dennoch fragte ich beim mitfühlenden Apple-Support an. Schließlich hatte ich einen ganzen Haufen Geld für dieses Meisterwerk der Technik hingelegt. Und das hatte ja anerkanntermaßen ab Werk ein Problemchen in die Wiege gelegt bekommen. Da sollte sich doch auch außerhalb des Programms wenigstens eine teilweise Kulanzlösung erreichen lassen…. Doch weit gefehlt. NADA. NICHTS. Der Support bedauerte außerordentlich…

Inzwischen stürzte der Rechner bei jedem zweiten Hochfahren und immer häufiger mitten im Betrieb ab. An ein vernünftiges Arbeiten war kaum noch zu denken.

Natürlich gab/gibt es auch Firmen, die diesen Fehler für nur wenige hundert Euro beheben würden. Natürlich ohne Erfolgsgarantie bzw. Garantie der Langlebigkeit der Operation am GPU-Herz. Und die Berichte im Internet über die langfristige Erfolgsquote waren durchaus gemischt. Und da ich ja ohnehin schon über ein neues Notebook nachgedacht hatte, sah ich die Investition in eine solche Reparatur zur Wiederherstellung des vorherigen „es geht noch so“-Status sowieso eher kritisch.

Obwohl ich aufgrund der harten Haltung von Apple in Sachen Kulanz ganz schön angefressen war, schaute ich mal bei den aktuellen MacBooks vorbei. Die waren inzwischen noch ein bisschen schöner, noch ein bisschen flacher und noch ein bisschen teurer geworden. Vermutlich um das ultraflache Design zu realisieren, wurden inzwischen der Arbeitsspeicher und der Hauptspeicher fest verdrahtet. Das heißt die Option, ab Werk ein etwas preisgünstigeres Modell zu kaufen und später selber kostengünstig Arbeitsspeicher nachzurüsten, gab – und gibt – es schlichtweg nicht mehr. Was für mich bedeutete: Ich hätte den Rechner schon beim Kauf so konfigurieren müssen, dass ich auch in fünf Jahren mit der Leistung noch zufrieden sein würde. Und genau da wurde es dann nicht mehr nur teuer, sondern richtig ultra-teuer. Aufrüstungen ab Werk waren schon damals, in 2010, bei Apple nicht wirklich kostengünstig. Dieser Grundsatz hatte sich beileibe nicht geändert. Und so sollte am Ende der Konfiguration aktuelles, möglichst leistungsstarkes 15“ MacBook ca. 3.700 € kosten.

DREITAUSENDSIEBENHUNDERT! Für ein verdammtes Notebook!

Und das während zugleich ein Blick über den Apfel-Tellerrand hinaus zeigt, dass es leistungsmäßig vergleichbar ausgestattete Windows-Notebooks schon in der 1.500 €-Ecke gab. Gut, ein Vergleich der Leistungsfähigkeit eines Windows-Rechners mit einem MacBook soll ja aufgrund der Architektur der Betriebssysteme nicht so ganz einfach sein. Es heißt, dass man unter Windows aufgrund des größeren Ressourcenhungers des OS auf alle Fälle kräftigere Hardware brauche, um ein gleich flüssiges Arbeiten zu ermöglichen. Nur beziffern kann das natürlich niemand. Ein „Fachmann“ versuchte es mit einem Faktor zu belegen, der in etwa 1,5 sei. Ich bräuchte also um den Faktor 1,5 kräftigere Hardware, damit ein Windows-Rechner mit einem Mac auf der gleichen Stufe stehe. Alles reichlich schwammig und nicht greifbar. Denn wie soll man bemessen, ob zum Beispiel die Grafikkarte des Windows-Rechners 1.5x stärker als die im Mac ist? Klar, es gibt Benchmarks, die einem vielleicht die Richtung weisen können. Aber dass man von den theoretischen Maximalleistungen einzelner Bauteile auf die gemeinschaftliche Funktion aller Bauteile als „Rechner“ schließen kann, erscheint mir doch ein wenig zweifelhaft. Außerdem wären 1.500 x 1,5 immer noch „nur“ 2.250 € und somit immer noch fast 1.500 € unter dem Preis des MacBook…

Ja, die MacBooks fand (und finde) ich immer noch schicker. Und ich wusste, ich würde Garageband vermissen. Aber als dann ein gutes Angebot in Form eines Windows-Notebooks mit 16GB RAM, Core i7-Prozessor der neuesten Generation, einer 256er SSD und einem zusätzlichen 2GB HDD für 1.400 € im Raum stand, habe ich zugegriffen. Satte 2.300 € unter dem Kaufpreis des MacBook, dazu ein deutlich größeres Speichervolumen und ein optional erweiterbarer Arbeitsspeicher waren wirklich gute Gründe gegen „besseres Design“ und den „Nimbus“, einen Mac zu nutzen.

Zu den Nebenwirkungen dieser Entscheidung und warum ich dann später meine Entscheidung in Teilen doch wieder etwas bereut habe, schreibe ich im nächsten Teil

Plattformwechsel Teil I – Anno 2010: vom PC zum MAC

Computer sind ja integraler Bestandteil heutiger Fotografie. Also, jedenfalls professioneller, digitaler Fotografie. Deshalb nehme ich mir mal die Freiheit, meine persönliche Geschichte vom Wechsel zwischen einem PC und einem MAC und einem PC zu erzählen.

Vorweg: Ich bin durchaus kein „FANBOY“. Ehrlich gesagt, ist mir relativ wurscht, was das für ein Computer ist, auf dem ich arbeite, SOLANGE ER FUNKTIONIERT. Ja, die MACs sind einfach super schick. Das spricht mich tatsächlich an. Auch in der Windows-Welt gibt es schöne Rechner. Vor allem aber sind die PC’s ja um Längen besser in der Anschlussperipherie ausgestattet. Wie dem auch sei, was ich an dieser Stelle nur sagen will: Das hier wird kein einseitiger Bashing-Artikel. Denn beide haben so ihre Vorteile und Heimtücken. Ich wollte hier einfach nur mal loswerden, was mich gefreut, und vor allem was mich wahnsinnig geärgert hat. Und da bekommen durchaus beide Seiten ihr Fett weg… also kein einseitiges Bashing, sondern ein zweiseitiges…. 😉

Und weil das nicht in zwei Sätzen erledigt ist, wird das hier ein Zweiteiler.

Also, auf geht’s:

Hier erzähle ich Dir erstmal die Geschichte, warum ich eigentlich 2010 in den preislich gesehen sehr sauren Apfel biß (Achtung: Wortspiel) und ein MACBOOK kaufte.

Tja, was soll ich sagen. Vor ziemlich genau sechs Jahren – also in 2010 – hatte ich ein Erlebnis der dritten Art mit meinem damaligen Notebook, bzw. dem Betriebssystem Windows Vista. Der Windows Explorer hatte sich irgendwie verabschiedet. Das heißt, es dauerte ewig (gefühlt eine viertel Stunde, gemessen 2-5 Minuten) bis nach einem Klick auf einen Ordner dann auch mal dessen Inhalt angezeigt oder die Ordnerstruktur entsprechend aufgeklappt wurde. Sämtliche im Internet verfügbaren Lösungsvorschläge (und das waren einige…) blieben erfolglos.

Am Ende blieb nur die Neuinstallation. Und natürlich hatte dem Rechner keine echte Betriebssystem-DVD beigelegen, sondern nur eine Recovery-DVD. Davon mal ab, dass man sich damit ja auch den ganzen Software-Ramsch wieder einhandelt, den so ein PC-Verkaufsladen ungefragt auf dem Rechner vorinstalliert, hatte diese Recovery-DVD (bzw. die zugehörige Treiber-DVD) einen kleinen Haken, auf den ich schon bei der damaligen ersten Fertiginstallation in 2008 herein gefallen war: Da kam nämlich an einer Stelle die Anweisung der Rechner neu zu starten, obwohl im Hintergrund noch fleißig gearbeitet wurde. Folgte man dieser Anweisung, war die Installation hinüber, und man konnte wieder von vorne anfangen. Schon mal ein halber Tag Arbeit in der Tonne…

Nungut. Es vergingen ungefähr zwei Tage, bis ich nach der zweiten Neuinstallation das Gerät wieder so eingerichtet hatte, wie es sein sollte. Also den ganzen Software-Schrott rausgeschmissen, stattdessen die benötigte Software installiert, Daten aus der Sicherung herüber kopiert, Email-Konten eingerichtet, und was es da sonst noch so alles zu tun gibt.

Dann startete ich die Datenträgerbereinigung, um die Festplatte von verbliebenen Installationsresten zu befreien. Die Festplatte wurde analysiert, und das Ergebnis der Analyse angezeigt. Da wunderte ich mich zwar, wieso die Datenträgerbereinigung auf einer Festplatte mit einer Gesamtkapazität von 160GB (nicht lachen; das war beim Rechnerkauf in 2008 durchaus OK) zwei Dateien mit jeweils mehr als 80GB in der Liste der „Kann-Weg-Dateien“ anzeigte, schob das aber auf eine fehlerhafte Berechnung der Dateigröße (konnte ja nicht sein)  und klickte auf „Mach mal“.

Fehler. SCHWERER Fehler. SAUBLÖDER, SEHR SCHWERER FEHLER.

Denn Windows fing an zu rödeln und auf einmal verschwanden Icons von meinem Desktop. Daraufhin habe ich die Datenträgerbereinigung zwar hektisch abgebrochen, aber es war schon zu spät…

Nachdem mein komplettes Repertoire an computerbezogenen Flüchen (ungehört) im Arbeitszimmer verhallt war, konnte ich die Neuinstallation des Rechners also schon wieder von vorne beginnen – zum dritten Mal.

Und DAS war dann der Moment, in dem ich mit geschworen habe, dass mein nächster Rechner ein MAC werden würde.  Denn so eine Verschwendung von Lebenszeit würde mir nicht mehr wieder vorkommen. Und bei einem MAC sollte ja alles besser und schneller sein und vor allem reibungslos funktionieren.

Nur wenige Monate später habe ich diesen Schwur dann auch in die Tat umgesetzt. Knapp 2 Riesen habe ich abgedrückt und das leistungsstärkste 15er MacBook pro gekauft, dass Apple anzubieten hatte. Der Kaufpreis tat ein bißchen weh, aber das Gerät lief super. Neustart nach Software-Installation? Selten. Mit Ausnahme eines Office-Pakets und meiner Bildbearbeitungssoftware Lightroom und Photoshop war vollautomatisch alles an Bord (und alles funktionstüchtig). Und mit Garageband sogar ein sehr leistungsstarkes Musiktool gratis dabei. Der Gitarrist in mir freute sich ’nen Keks. Und – für mich als Apple-Neukunde völlig überraschend – fix und fertig installiert. Dass man einen Computer kaufen, aufklappen und nach dem Anlegen des Benutzerkontos tatsächlich direkt damit arbeiten konnte, das kannte ich bis dahin nicht.

Ja gut, manche der Gratisbeigaben waren wenig für Customizing geeignet, iWeb zum Beispiel. Aber hey, immerhin war ein kostenloser Web-Editor einfach mal dabei, und sofern man von den Standards der eingebauten Themes nicht abwich, war alles easy.

Außerdem war das Teil natürlich einfach mal schick.

Gegenüber einem Windows-Rechner habe ich nur wenige Dinge vermisst. Am Anfang (das war dann das Betriebssystem Snow Leopard) gab es glaube ich im Kontextmenü keine Möglichkeit, die angeklickte Datei direkt in eine E-Mail zu packen. Oder dass ein Rechtsklick auf ein Programmicon im Tray nicht direkt die zuletzt mit dem Programm bearbeiteten Dateien anzeigte, fand ich auch nicht so toll. Aber sonst war nach ein bißchen Umgewöhnung alles gut. Vor allem dieses beruhigende Gefühl, mit der TimeMachine eine simple und unauffällig funktionierende Backup-Software laufen zu haben war schon richtig gut (und hat sich punktuell als sehr nützlich erwiesen).

Ich war durchaus für die nächsten paar Jahre im MAC-Himmel. Es schien tatsächlich „einfach nur zu funktionieren“. Bis zu dem Moment, von dem ich dann im nächsten Teil berichte…