Boudoir-Fotografie – Was ist das eigentlich?

Eine Rubrik meines Portfolios habe ich ja mit „Boudoir“ betitelt. Zu sehen sind darin vorwiegend weniger bekleidete Damen, meist in reizende Dessous verschiedener Ausprägung gekleidet. Ist „Boudoir-Fotografie“ also im Prinzip nichts anderes als die ebenfalls oft als Begriff verwendete „Dessous-Fotografie“?

Im Prinzip schon, nur verschiebt der Begriff den Fokus meines Erachtens auf einem anderen Schwerpunkt. Dessous sind tatsächlich oft Bestandteil der (oder jedenfalls meiner) Boudoir-Fotografie, und ich will auch gar keine Haarspalterei über Begriffsdefinitionen betreiben, das kann nämlich am Ende nur schief gehen. Ich habe ja auch weder den einen noch den anderen Begriff erfunden, sondern mich einfach nur für die Betitelung eines Teils meiner Fotografie für den entschieden, der die Sache für mich besser trifft.

Bei mir fällt unter Boudoir-Fotografie schlicht und ergreifend „Boudoir-Fotografie – Was ist das eigentlich?“ weiterlesen

Den Erfolg von Ausschreibungen in Modelbörsen verbessern…

Moin. Ich hatte ja neulich hier ein paar Worte zum Thema „Wie finde ich ein Model“ verloren. Hand in Hand mit den dort aufgeführten Tipps – jedenfalls soweit sie sich auf Job- (oder TFP-) Ausschreibungen in Modelbörsen beziehen geht der heutige Beitrag, in dem es die Formulierung solcher Ausschreibungen geht.

Denn ein Grund für mangelnde Rückmeldung zu Job-Ausschreibungen in Modelbörsen oder entsprechenden Facebookgruppen beziehungsweise Absagen auf inidivduelle Anfragen bei Modellen kann in der Art der Auschreibung/Anfrage selbst liegen.

Um direkt mal mit der Tür ins Haus zu fallen:

GRUNDSATZ: Mach die Ausschreibungen / Anfragen so konkret, wie es nur geht!

Meines Erachtens gehört in jede Ausschreibung mindestens „Den Erfolg von Ausschreibungen in Modelbörsen verbessern…“ weiterlesen

Jahresrückblick 2016

Boah. Da dreht man sich einmal um die eigene Achse, und WUSCH! ist der Dezember auch schon vorbei. Dabei hatte ich doch gerade erst zwei kleine Artikelchen über einen Bruchteil des Shootingevents in Mülheim geschrieben (Licht? Welches Licht? und Lichtformung per Couch). Und schon ist ein weiteres Event in gleicher Kernbesetzung in Bochum auch schon Geschichte. Plus ein paar Weihnachtsshootings. Und natürlich die Weihnachtsfeiertage. Also wird es absolut dringend Zeit für einen kleinen Jahresrückblick.

Ich fange einfach mal hinten an, und zwar mit den absoluten Knallern meines persönlichen Fotojahres:

Die Shootingevents des Quartetts „Die Drei lustigen Zwei“.

Das Quartett bestand – oder besser besteht – aus den vier Fotografinnen und Fotografen Mella von Steckelwerk, Nadine Steves, Rene Goos und meiner Wenigkeit. Ich hatte Mella bei einem Foto-Workshop von Krolop & Gerst auf dem Umweltfotofestoval Horizonte Zingst in  Zingst im Jahre des Herrn 2015 kennengelernt. Und als wir dabei feststellten, dass unsere jeweiligen Heimatstandorte nicht allzuweit auseinander lagen, gab es sofort die recht diffuse Idee, „mal was zusammen zu machen“. Diese Idee war gerade im Begriff wieder erweckt zu werden, als Mella mich fragte, ob ich nicht zu einem Shootingevent hinzustoßen wolle. Man wolle mit ein paar Fotografen eine Location in Mülheim mieten und dort mit einigen Modellen zusammen Fotos machen. Ziemlich direkt war klar, dass das eine sehr coole Nummer werden würde; und netterweise konnte ich es terminlich einrichten. Also trafen wir uns in einer durch uns vier angemieteten Location, der „Alten Schachtel“ in Mülheim, mit einigen Modellen, die Mella und Nadine durch persönliche Ansprache und via diverser Ausschreibungen gefunden hatten, und verbrachten einen sehr lustigen Fototag miteinander. Und nur wenige Wochen später – am Wochenende des vierten Advent – fand wiederum ein solches Event statt, diesmal wurde ein großzügiges EFH in Bochum angemietet. Und wir hatten sogar einen Visagisten, Hasan von IHMSEIN, dabei. Es war RICHTIG klasse. Viele tolle Ergebnisse, grandios lustige Momente und reichlich nette Kontakte. Neben den Modellen (die alle bei den jeweiligen Bildern verlinkt sind…) tauchte als Gast bei einem der Shootingevents ein netter Kerl auf der sich als Johnny, Fotograf, vorstellte. Man schnackte bei nem Kaffee in fröhlicher Runde. Und als ich ihn dann mal nach seinen Kontaktmöglichkeiten fragte kam dann das AHA-Erlebnis, als ich feststellte, dass jener Johnny DER Johnny Otten war, dessen Arbeiten ich schon eine ganze Weile verfolge.

Sowas finde ich dann einfach immer ganz cool, wenn man plötzlich und unerwartet die Leute, die hinter den Fotos und Facebook-Profilen stecken, die man schon länger verfolgt und gut findet, dann auf einmal in Persona vor einem stehen und sich nett mit ihnen unterhält.

Damit Du aber überhaupt weißt, wovon ich hier so rede, ein paar Fotos; erstmal vom Event in Mülheim:

Model:Julia Smolik
Model: Nadine Steves (ja, sie ist nicht nur Fotografin, sondern auch Model)
Model: Danijela

Und hier noch ein paar Fotos vom Event in Bochum.
Visagist bei allen Fotos: Hasan von IHMSEIN

 

Model: Sabrina im Wunderland
Model: Miss Lauryi
Model: Celina
Model: W

Was soll ich da noch sagen? Es war für mich eine große Ehre und Freude, bei diesen Veranstaltungen dabei zu sein, und ich sehe weiteren Auflagen ähnlicher Veranstaltungen im kommenden Jahr mit großer Freude entgegen :-D.

Kurkölnischer Hofphotograph

Eine weitere sicherlich herausragende Aktion war mein Einsatz als „kurkölnischer Hofphotograph“ beim Burgfest im Jagdschlößchen an der Burg Linn. Zu diesem Dauereinsatz mit Fotoshootings im Minutentakt und sofortiger Ausgabe der Fotos in gedruckter Form hatte ich hier auf meinem Blog ja schon mal exzessiv in mehreren Teilen berichtet, so dass ich mir hier die Freiheit nehme, einfach mal nur die entsprechenden Artikel zu verlinken:

Und am Ende gehört dazu auch der Beitrag mit einigen Bilder von Miss Lauryi, die zu der Biedermeiergruppe gehört, deren Aktion diese Fotogeschichte auf dem Burgfest ja gewesen ist, und die zugleich als Model aktiv ist. Hier ist der Link zum Beitrag.

 

Auch das war ganz eine besondere und erstmalige Erfahrung für mich.

Das „Tagesgeschäft“

Der Begriff Tagesgeschäft ist hier bitte absolut nicht mit „Langeweile“ zu verbinden; das wäre völlig unangebracht. Denn nach wie vor ist Fotografie mein Hobby und jeder Termin eine Besonderheit in meinem sonst üblichen Alltag. Es geht mir hier nur um die Abgrenzung von „normalen“ Shootings zu den zuvor genannten Spitzenevents des ablaufenen Jahres.

Denn daneben gab es natürlich noch diverse Familienshootings, ein Pärchenshooting und einige freie Shootings. Wie immer in der Fotografie hatte jeder Termin so seine Besonderheiten und führte zu freudigen Minen bei der Entgegennahme der Fotos. Was mich dann wiederum sehr freut….

Besonders zu erwähnen im Bereich der honorarbehafteten Fotoeinsätze wäre noch ein weiteres „erstes Mal“ für mich: Die Fotografie auf dem Abschlussball einer Schule. Hatte ich bis dato auch noch nicht gemacht, es stellte sich aber als grundsätzlich gelungene und – nach ein bißchen Vorbereitung – mit überschaubarem Aufwand verbundene Gelegenheit zur Aufbesserung der Fotokasse dar. Hierzu werde ich aber auch noch einen Blogbeitrag schreiben, wie ich das dann genau gemacht habe mit der Auftragsabwicklung per Onlineshop und so. Vielleicht aber erst in der zweiten Jahreshälfte 2017, denn im Sommer bin ich für einen weiteren Abschlussball gebucht; dann ist der Erfahrungsschatz etwas breiter.

Weiterhin besonders zu erwähnen wären die freien Shootings des Jahres mit  Miss Lauryi – inklusive des Shootingevent in Bochum und des Shootings in biedermeierlicher Gewandung beim Burgfest sind wir volle fünf Mal zum Fotografieren aufeinander getroffen – und haben dabei eine ganze Reihe recht verschiedener Fotos gemacht. Hier mal ein kleiner Rundblick:

Technik

Auf der Technik-Seite habe ich dieses Jahr erstmalig am Dauerlicht geleckt. Nachdem ich auf dem Shooting-Event in Mülheim mit einem Ringlicht spielen und die Vorzüge eines Dauerlichts gegenüber einem Blitzlicht genießen konnte, habe ich gegen Ende des Jahres zugeschlagen und ein 200w LED-Dauerlicht mit handelsüblichem Bowens-Bajonett erworben. Ca. 2 KW Lichtleistung herkömmlicher Lichtquellen und das mit voller Adaptionsfähigkeit für alle meine Lichtformer. Da konnte ich nicht „NEIN“ sagen. Und der erste Einsatz auf dem Shootingevent in Bochum und diversen weihnachtlichen Familienshootings war durchaus sehr vielversprechend. Auch hier werde ich sicherlich noch ein paar Worte zu verlieren, wenn der Erfahrungsschatz etwas breiter geworden ist. Das „Weihnachtselfenfoto“ mit Lauryi (2. Bild in der unteren Reihe der Collage) ist zum Beispiel mit diesem Licht entstanden.

Daneben habe ich den Objektivpark um eine 24mm f/1.4 Festbrennweite aufgestockt. Objektive kann man ja sowieso NIEEEE genug haben. Aber wie deutlich der Unterschied in der Unschärfe des Hintergrunds zwischen der 24mm-Einstellung eines handelsüblichen 24-70/2.8er Zoom-Objektivs und so einer f/1.4-Festbrennweite ist, hätte ich zuvor nicht gedacht. Ich bin im Moment so richtig in dieses Objektiv verliebt, auch wenn es im Portraitbereich natürlich echt mit Bedacht eingesetzt werden muss. Aber dieser Weitwinkellook mit extrem kleinem Schärfebereich ist echt sexy.

Ach ja, und ich arbeite seit diesem Jahr wieder auf einem PC statt auf einem MAC. Auch dazu hatte ich mich ja schon reichlich ausgelassen. Daher sei es mir auch hier erlaubt, einfach mal nur die schon vorhandenen Artikel zu verlinken: Hier ist der erste Blogbeitrag der diesbezüglichen Dreier-Reihe.

Sonst noch was?

Nö, ich glaube, ich habe alles. Ehrlich gesagt, bin ich ganz schön hingerissen, was dieses Jahr so alles los war vor meiner Kamera und wie viele tolle neue Kontakte zu Kolleginnen, Kollegen und Modellen sich ergeben haben. Dafür bin ich absolut dankbar und freue mir ’nen Keks, wenn ich darüber nachdenke, dass diese Kontakte wohl auch im kommenden Jahr weiterbestehen und ggf. Früchte tragen werden.

Also dann: Komm gut ins Jahr 2017. Wir sehen uns dann dort wieder!

Mein Irrtum über Instagram

Instagram. Das ist doch diese Plattform wo Unmengen von Handyschnappschüssen hochgeladen werden. Und als wäre das noch nicht Grund genug, dieses spezielle soziale Netzwerk zu meiden, werden diese Schnappschüsse dann auch noch mittels hochgradig merkwürdig zusammengestellter Ein-Klick-Filter verschönert.

Das jedenfalls war bis vor kurzem meine Sicht auf Instagram. Ich kann noch nicht einmal sagen, dass sie auf eigener Anschauung beruhte. Mit wenigen Ausnahmen – die allerdings allesamt in das oben gezeichnete Klischee passten – hatte ich noch keine Einblicke in Instagram erhalten. Woher meine Vorverurteilung von Instagram also kam, kann ich nicht genau sagen. Jedenfalls nicht aufgrund der wirklichen Faktenlage.

Denn kürzlich habe ich mich bei Instagram angemeldet (klick mich) und festgestellt, dass dort eine ganze Menge wirklich erstklassiger Fotografie gezeigt wird. Ja, es gibt auch tatsächlich die meinem Vorurteil entsprechenden Schnappschüsse, teils sogar in den schillerndsten Farben. Das Schlüsselwort an dieser Stelle ist aber halt das Wörtchen „auch“. Daneben gibt es aber zuhauf richtig gute Fotografie, die zwar über das Smartphone hochgeladen wird, aber offenkundig zuvor professionell angefertigt wurde. Das Smartphone ist in diesen Fällen nicht zugleich das Aufnahmemedium, sondern nur die Vermittlungsstelle zwischen den Fotos und dem Instagram-Account. Denn das ist nach wie vor so: Man kann ein Instagram-Profil zwar auch im Internetbrowser anschauen, Bilder hochladen und den vollen Funktionsumfang nutzen geht ausschließlich über Smartphone- bzw. Tablett-Apps.

Was meinen Sinneswandel ausgelöst hat?

Nun, ich schaue (edit: schaute) gelegentlich in die Fotografie-Talkshow „The Grid“ von und mit Scott Kelby rein. Und eine der Folgen dieses Podcasts befasste sich halt mit Instagram, und räumte mit meiner bisherigen Anschauung über diese Plattform gründlich auf.

Das aus meiner inzwischen aktualisierten Sicht Interessante sind – neben der Schlichtheit der Bedienung – die Möglichkeiten, die eigenen Fotos über Hashtags gezielt zum passenden Publikum zu bringen. Auf diese Weise kann man im Zweifel auch potenziellen Kunden begegnen. Anscheinend tummeln sich – diesen Eindruck macht jedenfalls mein Feed – auf Instagram eine ganze Menge Dienstleister aus der Hochzeits-Industrie und eben auch deren Kunden. Mit ein paar gezielten Hashtags kann man da eigentlich ganz gut auf sich aufmerksam machen.

Daneben sind als eigene Inspirationsquelle auch die diversen „Repost“-Seiten ganz interessant. Hier sammeln – anscheinend zu jedem nur denkbaren Thema – die Betreiber von Instagram-Accounts Bilder anderer Instagramer und reposten diese (meist inklusive Markierung der Urheber und Beteiligten) auf ihrem Account. Im Prinzip entstehen so von Editoren geführte thematische Sammlungen, die ja nach Güte und Thema auch eine sehr hohe Aufmerksamkeit der Instagram-Gemeinde erhalten. Da macht es natürlich Sinn, geeignete Fotos durch entsprechende Hashtags diesen Editoren zur Aufmerksamkeit zu empfehlen.
Desweiteren nutze ich Instagram auch um auf meine Blogposts hinzuweisen. Ich bin gespannt, ob sich dadurch ein Zuwachs in der Leserschar ergibt, das bleibt noch abzuwarten.

Nunja, im Moment stehe ich in Sachen Instagram noch ziemlich am Anfang. Aber es macht Spaß, und man sieht eine Menge interessante und richtig gute Fotos – und als Fotograf trifft man hier auf viele Kollegen, Modelle und (vermutlich) einen weiteren Ausschnitt potenzieller Kundschaft.

Solltest Du daher noch nicht auf Instagram aktiv sein, aber Interesse an Fotografie haben, wäre es vielleicht keine ganz schlechte Idee, da einfach mal reinzuschauen. Man muss ja keinen öffentlichen Account führen, sondern kann dies auch „privat“ halten und über jede Follower-Anfrage individuell entscheiden. Und vor allem MUSS man ja auch nicht die allzu schrägen Farbfilter benutzen. Im Zweifel geht es auch ganz ohne. Wobei der eine oder andere Filtereffekt schon ganz schön ist.

Also: Würde mich freuen, Dich demnächst auch auf Instagram zu treffen.  HIER ist mein Profil-Link.

Mach Dir aber bloß nicht so viel Arbeit…

Kennst Du das auch? Jemand aus dem Bekannten-, Freundes- oder Kollegenkreis fragt Dich, ob Du mal ein Foto von ihr/von ihm machen könntest. Zum Beispiel einen Headshot für die Fotogalerie im Büro. Oder für irgendeinen anderen Zweck, wo ein „einfaches Portrait“ gebraucht wird. Du freust Dich, dass Du Deine fotografische Expertise für einen guten Zweck einsetzen kannst und sagst natürlich „Ja“.

Du sagst vielleicht sogar „OK, und weil ich dann sowieso ein bißchen Ausrüstung dabei habe, überleg Dir mal, was Du vielleicht noch für Fotos von Dir brauchen könntest.“ So ganz einfach, weil Du Dein Zeug eh mitschleppen wirst und weil Du ein netter Mensch bist. Und weil Du für Deine Freundlichkeit diesen Headshot dann unter Umständen später mal in Deinem Portfolio verwenden kannst.

Und dann kommt er, dieser Satz:

„Mach Dir aber bloß nicht so viel Arbeit, es ist ja nur für XYZ.“

 Aaaargh.

Soll das jetzt ein vernünftiges Portrait werden oder nicht?

Wenn nicht, warum werde ich dann überhaupt gefragt?
Allein die Tatsache, dass ich angesprochen werde und der- oder diejenige nicht einfach irgendjemandem ihr Smartphone in die Hand drückt (oder gleich ein Selfie macht), lässt doch darauf schließen, dass meine Sachkunde als Fotograf gefragt ist.

Jaaa, ich weiß: Dieses Statement ist wirklich nicht „böse“ gemeint.

Entweder ist es schlichtweg ein Ausdruck von Höflichkeit, weil man zwar einerseits schon gerne ein gutes Foto von sich hätte, aber andererseits dem Freund/Kollegen/whatever tatsächlich nicht übermäßige Umstände bereiten möchte.

Oder es ist dem Umstand geschuldet, dass in den Augen der meisten Menschen der Fotograf einfach „seine gute Kamera“ mitbringt, diese grob in die Richtung der zu fotografierenden Person hält, den Auslöser durchdrückt und schon purzelt dort eine ganze Reihe der tollsten Bilder heraus.

Es ist nur: So geht das leider nicht.

Wenn ich ein handwerklich ordentliches oder vielleicht sogar ein richtig gutes Portrait machen soll, bedingt das je nach gewünschtem Ergebnis und der Situation vor Ort eben einen gewissen Minimaleinsatz von Equipment (und übrigens auch Zeit). Auch wenn ich Materialeinsatz kleinstmöglich halte, habe ich – davon ausgehend, dass ein als Hintergrund geeignetes neutrales Stück Wand vor Ort verfügbar sein wird und daher das Hintergrundsystem im Schrank bleiben kann – doch mindestens ein Licht (besser zwei oder drei) mit entsprechenden Stativen und Auslösern, einen Reflektor (mit Halter und Standfuß), Kamera und Objektiv im Gepäck.

Willkommen im Kampf der Realität gegen uralte Werbeversprechen. Denn wie war das noch – so ganz damals: „Sie drücken den Knopf, wir machen den Rest.“ Und wenn das schon damals galt, dann muss es ja heutzutage angesichts des technologischen Fortschritts erst recht so sein. Da hat das Marketing einer längst untergegangenen Firma wirklich ganze Arbeit geleistet.

Und dagegen gilt es, anzugehen. Je nach Kunde zeige ich zum Beispiel den einen oder anderen Effekt, die diese oder jene Leuchte bringt, direkt auf dem Display der Kamera. Da geht dann dem einen oder anderen doch ein Licht auf – und zwar gleichermaßen im Kopfe wie im Wortsinn. Nur muss ich dazu die entsprechenden Lichter halt erstmal mitbringen, also doch ein bißchen Aufwand treiben.

 

Und es ist es halt ein Prozess, der eine gewisse Weile dauert, bis alle Lichter einer Portraitsitzung in der genau richtigen Weise aufgehen, insbesondere, wenn das Portrait individuell sein soll. Natürlich kann ich ein Portraitshooting beschleunigen, indem ich ein einmal ausgemessenens und funktionierendes Setup immer wieder in genau gleicher Art und Weise aufbaue. Dann kommen aber eben auch die immer gleichen standardisierten Ergebnisse raus. Die sind dann sicherlich auch OK, aber eben nicht mehr. Und sie sind schon gar nicht individuell auf die Person vor der Kamera zugeschnitten.

Solltest Du keine Fotografin/kein Fotograf, sondern vielmehr eine potenzielle Kundin/ein Kunde sein, gehe ein Portraitshooting bitte nicht mit der Erwartungshaltung an, dass der Fotograf ein handwerklich angefertigtes Portrait mit der Geschwindigkeit eines Passbildautomaten heraushaut. Und erwarte, dass auch ein „einfaches Portrait“ durchaus komplexe Lichtsetups erfordern kann.

Und wenn Dir ein sachkundiger Freund oder Kollege ein kleines kostenfreies Portraitshooting zusagt, lass ihn einfach machen. Und sag ihm nicht, er soll sich keine Mühe geben. Erstens hört er sowieso nicht auf Dich und zweitens könnte er sich (oder Dich) fragen, ob Du jetzt ein schnelles oder ein gutes Portrait haben möchtest. Da müsstest Du Dich dann wohl entscheiden…. 😉

die Streulichtblende

Die Streulichtblende, auch bekannt als „Gegenlichtblende“ (kurz: GeLi), auch bekannt als Sonnenblende. Dieses topf- oder tulpenförmig geformte Plastikdings am vorderen Ende des Objektivs. Vielen (wenn nicht den meisten) Objektiven liegt sie beim Kauf bei.

Dem Einen oder der Anderen scheint aber deren Nutzen nicht so ganz klar zu sein: Spätestens an der nächstgelegenen Touristenattraktion, wo man ja typischerweise zu Hauf auf gezückte Fotoapparate trifft, sehe ich immer mal wieder jemanden, der die Blende verkehrt herum – also in ‚Transportposition‘ – auf dem Objektiv sitzen hat und dennoch fröhlich Fotos schießt.

Auch wenn mir das persönlich im Zweifel egal sein kann, und egal, ob es bei den jeweiligen Lichtverhältnissen vielleicht gar keinen Unterschied macht: Irgendwie kribbelt es dann in meinem Nacken. Schon allein deshalb hätte ich doch eine inständige Bitte an den Rest der Welt: BITTE setzt die GeLi entweder RICHTIG HERUM auf das Objektiv oder nehmt sie ganz ab.

Was macht das Ding denn eigentlich?

Naja, grundsätzlich soll so eine Streulichtblende verhindern, dass Licht – egal, ob Sonnenlicht oder das einer künstlichen Lichtquelle – direkt auf die Frontlinse trifft. Denn das führt in aller Regel zu Kontrastminderungen und/oder Flares.

Ja, ich weiß, es ist im Moment in einem Teilbereich der Portraitfotografie ziemlich in, diesen kontrastarmen Look absichtlich zu erzeugen. In diesen Fällen benutzt man im Zweifel auch absichtlich einfachere Objektive, weil eben deren Linsen nicht so toll vergütet und daher anfälliger für Flares sind. Man kann sogar mit viel Aufwand erstellte „Flare-Pakete“ kaufen, und die Flares per Photoshop dem Bild hinzufügen, wenn die eigenen Objektive für diesen Look einfach zu gut sind..

Aber das ist eben ein Teilbereich der Fotografie. Und wie immer kann nicht von einem Teil auf das Ganze schließen, denn das ist eben ein künstlerisches und damit höchst individuelles Thema.

Aber mal davon ausgehend, dass ich eine Person, eine Landschaft oder ein touristisches Ziel in bestmöglicher Klarheit fotografieren möchte, steht – denke ich – außer Frage, dass eine Streulichtblende (richtig herum auf’s Objektiv gesetzt) generell eine sinnvolle Sache ist. Und die zwei Sekunden Zeit, die es braucht, um die Streulichtblende richtig herum zu drehen, sollte man doch im Regelfall haben. Bitte!

Ohne Streulichtblende zu fotografieren kann aber auch mal sinnvoll sein.

Warum? Darum:

Wie Du in den Vergleichsbildern siehst, kann so eine Streulichtblende ein Objektiv unter Umständen optisch gewaltig vergrößern. Und wenn Du Menschen vor der Kamera hast, die sich vielleicht sowieso ein wenig unwohl in ihrer Rolle fühlen, ist es durchaus sinnvoll, die Kamera optisch nicht noch durch eine Streulichtblende zu vergrößern und damit noch ‚bedrohlicher‘ zu machen. In solchen Fällen habe ich in der Regel auch keinen Batteriegriff an der Kamera und nehme auch nicht das hier abgebildete 70-200, sondern vielleicht eine 50er oder 85er Festbrennweite. Alles, um die ‚Bedrohlichkeit‘ der Kamera wirklich kleinstmöglich zu halten.

Immer dann also, wenn man möglichst nicht „professionell“ aussehen möchte, oder/und besondere Rücksicht auf die Menschen vor der Kamera nehmen möchte/muss, ist es sinnvoll, die Streulichtblende gleich mal zu Hause oder in der Tasche zu lassen.

Aber eben „weglassen“, und nicht in Transportposition auf dem Objektiv stecken lassen, so dass man kaum noch an den Zoom- oder Fokusring kommt. Denn das ist a) unpraktisch und b) sieht es *Hust* aus.

Also, ein kleines visuelles Fazit:

Alles klar? Schön. Und immer daran denken: fleißiges Teilen ergibt gutes Karma ;-).

Bis bald.

Jahresrückblick 2015

Es hat gar heftig geweihnachtet und der Jahreswechsel steht unmittelbar bevor. Überall sieht man Retrospektiven aus dem Boden schießen, man bekommt sie förmlich aufgedrängt, sie biedern sich an und wollen einen mit aller Gewalt dazu bringen, den Blick zurück zu lenken. Die ganze Timeline in Facebook ist voll mit automatisiert erstellten Jahresrückblicken. Jeder Fernsehsender produziert eine eigene Jahresrückblick-Show, die die mehr oder weniger gleichen Inhalte mehr oder weniger ansprechend zusammenfasst.

Da mache ich natürlich mit.

Denn so ein Rückblick ist ja immer eine fantastische Gelegenheit, die Blog Posts des Jahres nochmal hervorzukramen und zu verlinken.

Ganz ehrlich gesagt finde ich aber sowieso, dass Rückbetrachtung und Reflektion im normalen Alltag eher (zu) wenig Platz haben. Und 2015 war halt ganz schön viel los, auch in Bezug auf meine Fotografie. Als regelmäßiger Leser (bist Du gar nicht? Macht nix, kannst Du ja ändern ;-)) konntest Du das unter anderem daran erkennen, dass es das eine oder andere Zeitloch in meinem Blog gab. Da war ich dann nämlich so sehr mit dem echten Leben beschäftigt, dass für’s regelmäßige Bloggen einfach keine Luft mehr blieb. Das ist zwar schade, war aber nicht zu ändern. Immerhin: der Blog lebt noch, die Ideenliste ist nach wie vor nicht leer, es wird hier also auch in Zukunft immer wieder was zu lesen und zu sehen geben.

Nun aber mal zu meinen fotografischen Treiben 2015, in keiner speziellen, vor allem keiner zeitlichen Reihenfolge:

2015 war Zeit für Neues

2015 habe ich begonnen, mich in einem für mich ganz neuem Metier zu tummeln: dem Bereich der Boudoir-Fotografie. Um gleich „richtig“ (im Sinne von „möglichst produktiv“) einzusteigen, habe für mein erstes Shooting mit Christin auf ein sehr erfahrenes und nett unkompliziertes Model zurückgegriffen. Es war auch tatsächlich ein richtig guter Einstieg. Super nett, professionell und überaus ergebnisreich. Die Investition in das Modelhonorar hat sich meines Erachtens richtig gelohnt. Über den Unterschied zwischen der Atmosphäre des fertigen Foto und der Atmosphäre beim Erstellen der Fotos, der durchaus recht groß sein kann, habe ich in meinem Blogpost „Ich hole dann mal die Handschellen…“ ja schon was geschrieben. Mehr zu diesem Shooting (natürlich auch mehr Bilder…) gibt es also dort.
Und es war in der Tat ein Einstieg in das Thema. Direkt nach den just vergangenen Weihnachtsfeiertagen hatte ich zum Beispiel wieder ein Homeshooting, bei dem es et-was leichter bekleidet zuging. Darüber werde ich sicherlich im neuen Jahr noch einmal berichten.

2015 gab es wieder eine Hochzeit zu fotografieren, nämlich die von Sandra und Markus.

Ein wahnsinnig sympathisches Brautpaar, das ich zunächst für ein Paarshooting im Burgpark Linn vor meiner Kamera hatte – und dann natürlich von morgens bis abends am Tag der Hochzeit selber. Hochzeiten sind ja durchaus anspruchsvoll und anstrengend, aber auch immer eine wunderbare Angelegenheit. Dass ich auf dieser Hochzeit sowohl Gast als auch Fotograf war – das Brautpaar kam aus dem Familienkreis – wird zwar unter Fotografen oft als ‚Problem‘ gehandelt, es war für mich aber vor allem eine tolle Gelegenheit, ein bisschen zu experimentieren. So konnte ich mich zum Beispiel endlich mal in puncto „Backlight“ – also Licht von hinten – beim Tanz des Brautpaares austoben. Hierzu hatte ich mittels Superclamp und Magic Arm einen Blitz an das Lichtstativ des DJ geklemmt (mit dessen Einverständnis natürlich) und einige sehr nette Fotos heraus bekommen. Auch sonst war die Location – die Gaststätte Nordbahnhof in Krefeld – so vielfältig, dass das Brautpaar mit einer reichlichen Auswahl von Fotos in ganz unterschiedlicher Kulisse versorgen konnte. So macht das einfach richtig Spaß!

Familien

Familienshootings sind bei mir ja ein Dauerbrenner.
Das war schon 2014 so, und es hat sich 2015 nicht geändert. Achtmal habe ich in 2015 das Auto vollgeladen und mein Studio bei einer Familie aufgeschlagen oder im Garten (oder am Leuchtturm) Fotos gemacht.

Bei einer Familie war ich gleich dreimal zu Gast: Einmal für ein Outdoor-Pärchenshooting mit noch nicht ganz ausgewachsenem, aber sichtbarem Babybauch, einmal für ein „richtiges“ Babybauchshooting und dann wieder, nachdem der Nachwuchs geschlüpft war. Dieses Babybauchshooting war auch schon einmal Anlass für einen Blog Post, in dem ich die lichtformenden Aspekte einer Zimmertüre dargelegt habe.

Und jedes Shooting war irgendwie anders. Das ist ja das Schöne und Spannende am Konzept der Homeshootings: Man muss immer erst mal schauen, wie die örtlichen Verhältnisse sind und dann das Shooting darauf ausrichten. Zugleich ist so auch garantiert, dass man nicht immer „das gleiche“ Foto macht, in dem nur die Protagonisten ausgetauscht werden.

Wobei es auch Konstanten gab: Die sogenannten Profilmontagen (also, jedenfalls werden diese speziellen Fotoprodukte bei mir so genannt) waren auch 2015 wieder gefragt. Was das ist, und wie ich das so mache hatte ich im Sommer 2014 mal in einer dreiteilige Blogpostreihe beschrieben (hier ist mal der Link zu Teil 1).

Die Profilmontagen haben aber auch Gesellschaft bekommen: Nämlich von der sogenannten Türrahmencollage. DAS war mal so richtig was zum Dazulernen. Vor allem habe ich daraus gelernt, (für mich) neue Ideen erst dann in die Tat umzusetzen, wenn die örtlichen Verhältnisse dafür zumindest halbwegs optimal sind. Nun ja, es hat ja funktioniert und die fertige Collage hängt als hochwertiges und großformatiges Acrylbild im Haus der fotografierten Familie -ein Erfolg war es also auf alle Fälle. Auch dazu – das hast Du Dir sicherlich schon gedacht – gibt es bereits einen Blogpost, in dem ich die Lehren dieses Experiments mal im Detail auseinander gepflückt habe.

Portraits

In 2015 war es mir vergönnt, dann doch auch das eine oder andere Portrait-Shooting zu machen. Darunter fasse ich jetzt mal den bunten Strauß von Einzelportraits (und teilweise Kleingruppenaufnahmen), die ich entweder als Test-/TFP-Shootings mit Hobbymodellen, einem Shooting mit den Handwerkern eines Installateurbetriebs für die Firmen-Website und einer vierköpfigen Gruppe eines Coaching-Teams (ebenfalls für die Firmenwebsite) im Terminkalender stehen hatte.

Das Shooting mit Sandra (unten links im Bild) war zum Beispiel so ein Testshooting, bei dem ich mich unter anderem mal mit den verschiedenen Möglichkeiten auseinandergesetzt habe, wie man einen wirklich weißen Hintergrund hinbekommt. Hier ist mein Blogpost dazu. Und was für eine wichtige Rolle der Zufall bei diesem Shooting gespielt hat, gibt es hier nachzulesen.

So haben sich jedenfalls im Laufe des Jahres durchaus einige „ganz normale“ Menschen vor meine Kamera begeben und ihr Vertrauen in mich gesetzt. „Ganz normal“ heißt in dem Kontext, dass es eben keine erfahrenen Modelle waren (die natürlich auch im Regelfall ganz normale Menschen sind…), die sich vor der Kamera wohlfühlen und wissen, wie sie sich bestmöglich präsentieren können. Die sind ja in diesem Sinne etwas ‚Besonderes‘. Sondern es waren eben Leute, die selten(st) professionell fotografiert wurden/werden und in diesem Sinne der weit überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung entsprechen. Das hat – neben vielen erfreulich guten Fotos – auch dazu geführt, dass ich mich mit dem Thema „Fotophobie“ auseinandergesetzt habe. Dazu habe ich hier mal einen ausführlichen Blogpost geschrieben, in dem ich unter anderem erzähle, wie ich versucht habe, der Person vor der Kamera vor dem Shooting die Angst zu nehmen und das „Unwohlsein“ zu erleichtern.

Darüber hinaus haben sich hier auch Kontakte zu Hobbymodellen ergeben, die sich gerne für Testshootings zur Verfügung stellen. WIN-WIN-Situation sagt man dazu, glaube ich.

Weiterbildung

Schon 2014 haben wir (also meine Familie und ich) Urlaub an der Ostseeküste gemacht und zwar zufällig in Zingst, und weiterhin gaaaanz zufällig zur Zeit des dortigen großen Fotofestivals. Und weil das so schön war, haben wir das in diesem Jahr gleich nochmal gemacht. Und es war wiederum prachtvoll. Ein schöner Familienurlaub – ein Foto davon steht ganz oben über diesem Blogpost – mit reichlich eingestreuten Ausstellungsbesuchen, abendlichem Spirit-of-Zingst-Schnuppern und natürlich dem Besuch eines Workshops. Wieder (wie schon in 2014) bei Krolop-Gerst, wieder mit großen AHA-Effekten, wieder mit einem tollen Model und wieder mit einer netten abendlichen After-Workshop-Runde an der Sunbounce-Lounge.
Was das Fotofestival in Zingst aus meiner Sicht so ausmacht kannst Du hier nachlesen. Speziell zum Workshop dieses Jahres hatte ich hier ein paar Worte verloren.

Und sonst?

Naja, eigentlich war das ja schon ganz schön reichlich. Daneben gab es noch das eine oder andere technische Spielzeug. Ich habe mir endlich Striplights gekauft (Blogpost) und ich hatte in 2015 die Gelegenheit, eine kleine Nikon-Objektiv-Sammlung aus einem Nachlass aufzukaufen. Davon ist das 16mm Fisheye sicherlich mein Lieblingsob-jektiv. Das Ding macht einfach Spaß und wurde im Sommer an der Nordsee auch reichlichst eingesetzt. Ob ich jetzt mein altes 70-200 VR I oder das hinzugekaufte 70-200 VR II behalte. ist immer noch nicht entschieden. Dafür muss ich mal noch gezielt ein Testshooting ansetzen.

Insgesamt also ein gut gefülltes Jahr, in dem es eine erfreuliche Mischung aus Bewährtem und Neuem gab. Wenn das in 2016 so weitergeht, freue ich mich auf viele nette Fotoshootings und Du kannst Dich auf den einen oder anderen Blogbeitrag freuen.

In diesem Sinne: Komm gut rüber in das neue Jahr. Ich würde mich freuen, Dich nächstes Jahr wieder zu meinen Lesern zählen zu können.

Bis dahin: Alles Gute.

Packen für den Urlaub…

Alle Jahre wieder…. Nein, nicht das Christuskind, sondern der Urlaub. Und damit der Widerstreit aus dem Wunsch nach möglichst schlankem Urlaubsgepäck einerseits und dem Wunsch, möglichst alle fotografischen Eventualitäten abdecken zu können andererseits.

Es ist aber auch echt ein Kreuz, dass man da auf sich lädt, wenn man einmal angefangen hat, mit dem richtig guten Zeug zu fotografieren und wenigstens ein paar Basics für vernünftige Lichtsetzung dabeihaben möchte.

Nun geht es dieses Jahr wieder nach Zingst an die Ostsee, wo – rein zufälllig natürlich – der Familienurlaub mit einem dortigen Fotofestival zusammenfällt. Bei dem natürlich auch ein Fotoworkshop gebucht ist. Auch rein zufällig natürlich. Und eventuell soll noch ein kleines freies Shooting stattfinden. Und die Kinder wollen unbedingt ihre Festtagskleidchen mitnehmen, so dass sich ein Strandshooting mit dem aufgebrezelten Nachwuchs förmlich anbiedert. Ich habs aber auch schwer…. 🙂

Was also alles mitnehmen, und dabei möglichst geringes Stauraum-Volumen beanspruchen?

Nehmen wir doch erstmal die Kameratasche auseinander:

Gut, ein Kamerabody ist gesetzt. Das ist natürlich meine aktuelle Hauptkamera die D800. Bei den Objektiven sind angesichts der anstehenden Shootings und des Workshops auf alle Fälle das 50/1.8 und das 85/1.8 gesetzt. Was aber ist mit dem 70-200? Das ist ja ein echter Brocken. Ich habe deshalb echt mit dem Gedanken gespielt, es dieses Jahr zu hause zu lassen, und als längste Brennweite mein 100er Makro mitzunehmen. Aber dann habe ich nochmal in die Aufnahmen vom letzten Jahr geschaut, und siehe da: Gut 50% aller Fotos des Urlaubs sind mit dem 70-200 gemacht worden, und zwar deutlich jenseits der 100mm. Also kommt es doch mit. Außerdem sind 200mm um Längen besser als 100mm, wenn es um total verschwommene Hintergründe geht.
Dann mal ein Blick in die Weitwinkel-Abteilung. Mein 16-35 hatte ich letztes Jahr noch nicht, was sehr dafür spricht, es mal einzupacken. Denn das verspricht Bildwinkel, die mir letztes Jahr am gleichen Urlaubsort nicht möglich waren. Das geht aber nur, wenn das 24-70 dafür zu Hause bleibt. Hmmm.

Ein Blick in die Fotos des letzten Jahres zeigt: Das 24-70 war das am zweitmeisten genutzte Objektiv im Urlaub.
Also doch das 24-70 einpacken und das Weitwinkel daheim lassen?

Nein! Denn ein Blick auf die bei Nutzung des 24-70 tatsächlich eingesetzten Brennweiten zeigt, dass mehr als 90% aller Fotos entweder am unteren oder oberen Anschlag, also mit 24mm oder 70mm, gemacht wurden. Die durch einen Blick auf die Fotos bestätigte Vermutung: Das 24-70 war entweder nicht weitwinklig genug oder hatte nicht genug Tele. Es war halt nur einfach drauf und „jemand“ war zu faul, das Objektiv zu wechseln, oder – was noch wahrscheinlicher ist – die eigentlich benötigten Brennweiten mitzuschleppen. Es war einfach nur die bestmöglich erscheindende(!) Ein-Objektiv-Lösung, mit der Folge, dass die damit gemachten Fotos überwiegend wenig überzeugen.

Dieses Jahr heißt es also: Weitwinkel unter Ergänzung der beiden Festbrennweiten plus gutes Tele.

Moment mal gerade…..

So, da bin ich wieder. Nein, ich hab mit keinen Kaffee gekocht, ich hab nur gerade noch meine D300s als Backup-Kamera und das gute alte 18-70er als Leichtgepäck-Lösung in die Taschen gezwängt.
Warum? Nun, weil mir beim Schreiben der obigen Zeilen der blöde Spruch einfiel, dass ein Fotograf ohne Backup-Kamera kein Fotograf mehr ist, wenn die Hauptkamera ausfällt. Und das erschien mir dann angesichts der fotografischen Pläne für den Urlaub doch etwas gewagt. Naja, und das 18-70 passte halt noch. So gerade. Also… fast problemlos jedenfalls.

Dann haben wir die Kameratasche aber mal so richtig randvoll gepackt.

Fehlt noch die Lichtabteilung.

Eigentlich hätte ich ja gerne meinen Porty mitgenommen, so von wegen der Strandaufnahmen mit Blende 16. Geht aber nicht. Noch ein zusätzlicher fotobedingter Koffer ist dem Ladevolumen einfach nicht zuzumuten. Also Systemblitze. Und weil mit einem einzelnen Blitzchen f/16 schon mal schwierig wird, am besten gleich alle drei. Plus Funkauslöser, Neiger und dem üblichen Krams, den man ergänzend so braucht. Und natürlich eine kleine Softbox, in dem Fall eine meiner 60×60 Ezyboxen. Ist ja schlank gefaltet, braucht also fast keinen Platz.
Und so ein kleiner Sunbouncer – mein Mini – mit der Diffusorbespannung und einer reflektierenden Bespannung muss auf alle Fälle auch mit. Den brauch ich ja schon allein für das Strandshooting mit meinen beiden Prinzessinnen auf alle Fälle. Zählt also quasi nicht zum Foto- sondern zum Familiengepäck ;-). Dann natürlich noch ein Lichtstativ (Kamerastativ sowieso, aber das passt eh unter den Kofferraumboden) und einen Sandsack, ein Schirmchen und einen kleinen Rundreflektor, und schon ist die Lichtabteilung fertig.

Hat auch gar nicht wehgetan und ist dabei halbwegs schlank geblieben:
Die Blitze samt zugehörigem Kram passten noch in die Fototasche und die Fotozubehörtasche, und die übrigen Hardware (Lichtstativ, Schirm, Ezybox und Sunbouncer) ergaben 2 lange, aber dünne Taschen und eben die flache dreieckige Tasche der Softbox. Damit habe ich bei geringstmöglichen Packmaßen durchaus vielfältige Möglichkeiten im Gepäck.

Warum ich das eigentlich alles schreibe? Nunja, ich denke vor der Problematik „WAS NEHME ICH MIT“ stehen eigentlich alle immer mal wieder. Ob der Grund nun einfache Platzprobleme sind, die die Größe der Familienkutsche und die Raumanforderungen des übrigen familiären Gepäcks mit sich bringen, oder ob der Grund in einer Flugreise mit den dortigen Gepäckbeschränkungen liegt, ist ja eigentlich egal.

Ich wollte an dieser Stelle eigentlich im Wesentlichen deutlich machen, wie ich das dieses Mal gelöst habe und wie mir ein gezielter Blick in die Daten der bisherigen Fotos bei den Entscheidungen geholfen hat.

Der Handbelichtungsmesser

Also so schnell kann es manchmal gehen. Vor wenigen Tagen noch schrieb ich hier in einem Blogpost einen kleinen Exkurs, wie ich auch ohne Handbelichtungsmesser die Lichtintensität auf meinem Studiohintergrund messe und auf deren Gleichmäßigkeit achte, und nun habe ich doch zugeschlagen und einen Handbelichtungsmesser gekauft.

Nun ist ein Sekonic L-758 D (Amazon-Link) ist bei mir eingezogen.

Warum überhaupt einen Handbelichtungsmesser kaufen?

Diese Frage war sozusagen mein Hauptknackpunkt. Schließlich habe ich ja einen Belichtungsmesser in meiner Kamera eingebaut. Allerdings kann ich mit dem Belichtungsmesser in der Kamera ja nur reflektiertes Licht messen, sprich eine „Objektmessung“ vornehmen. So kann ich insbesondere mit der Spotmessung der Kamera in Kombination mit den Halbautomatiken bzw. der Belichtungswaage schon relativ gut gezielte Belichtungswerte ablesen und einstellen.

kleiner Exkurs: WAS IST EINE OBJEKTMESSUNG?

Die Kamera misst mit dieser Methode das Licht, das vom fotografierten OBJEKT (egal, ob Ziegelstein oder Model) in sie hinein REFLEKTIERT wird. Soweit, so einfach.
Das „Problem“ (es ist nicht wirklich eins, man muss es halt nur wissen) ist eben nur die INTERPRETATION des Messergebnisses. Vereinfacht gesagt geht die Kamera als Grundannahme davon aus, dass das fotografierte Objekt von der Helligkeit her einem mittleren Grauton entsprechen soll – die berühmenten „18% Grau“. Dies gilt jedenfalls überwiegend für eine Spotmessung mit der Kamera. Matrixmessungen, Selektivmessungen und wie sie alle heißen lassen wir jetzt mal außen vor, da spielen ja noch ganz andere Faktoren bei der Deutung der Messwerte in ein Belichtungs-Zahlenpaar eine Rolle.
Also, jenes 18%-Grau ist die Maßgabe, anhand derer die Kamera mit ihrer Objektmessung die Belichtungswerte bestimmt. Und wozu führt das? Klassisch für die Erläuterung hierzu ist das berühmte Brautpaar; sie im weißen Kleid, er im schwarzen Anzug. Beide stehen an der gleichen Stelle im gleichen Licht.
Messe ich beide nacheinander mit dem Messspot meiner Kamera auf den jeweiligen Kleidungsstücken(!), gibt die Kamera mir deutlich unterschiedliche Belichtungswerte.

Kann das richtig sein? Nein! Natürlich nicht, denn die beiden stehen ja im gleichen Licht. Für eine korrekte Belichtung müsste ich demnach die jeweils gleichen Belichtungswerte für Braut und Bräutigam verwenden.

Warum also macht die Kamera das nicht? Weil sie eben stur ihren mittelgrauen Maßstab zugrunde legt. Egal was ich tatsächlich unter meinem Messspot habe, die Kamera spuckt Belichtungswerte aus, die für ein mittelgraues Objekt passend wären. Nun ist ein weißes Brautkleid aber eben weiß und nicht mittelgrau. Und ein schwarzer Anzug ist eben schwarz und auch nicht mittelgrau.

Folge:
Ich muss bei der Objektmessung fein aufpassen, was für ein Motiv ich habe und die Messergebnisse darauf basierend selber interpretieren. Die Messergebnisse sind IMMER abhängig von der Reflektionsfähigkeit und Farbigkeit des fotografierten Objekts.
Etwas bösartig formuliert: Der Fotograf muss beim Belichtungsmessen sein Gehirn eingeschaltet lassen.

Der Handbelichtungsmesser kann dagegen vor allem eine direkte Lichtmessung vornehmen. Dabei wird – der Name sagt es schon – direkt die einfallende Lichtmenge gemessen und zu Belichtungswerten verarbeitet. Man ist damit unabhängig von der Beschaffenheit des beleuchteten Objekts/Subjekts. Und genau diese Funktion soll ja – so jedenfalls die Meinung der PRO-Handbelichtungsmesser-Gemeinde – das Leben insbesondere bei Studioshootings, aber auch bei Outdoorshootings deutlich vereinfachen: Einfach eine Lichtmessung machen, die Werte in die Kamera übertragen und los geht’s mit dem Fotografieren.

Ohne die Abhängigkeit der Messung von der Reflektionsfähigkeit oder Farbe des fotografierten Objekts oder Subjekts entfällt also ganz einfach ein Stück Denkarbeit, nämlich die Deutung der Messergebnisse unter Berücksichtigung des fotografierten Objekts/Subjekts. Nun ist eine solche Ausdeutung für sich allein genommen im Regelfall nicht so super schwierig; im Normalfall hat man jedenfalls spätestens nach ein paar Testschüssen die passende Belichtung ermittelt. Aber wenn ich mir das Leben bei einem Fotoshooting einfacher machen kann, dann tue ich das. Auch wenn es – wie in diesem Fall den einen oder anderen Euro kostet. Ehrlicherweise war nämlich der Preis-/Nutzengedanke das Einzige, was mich bislang vom Kauf eines Handbelichtungsmessers abgehalten hat, denn als Hobbyist mache ich ja nun nicht gerade wöchentlich mindestens zwei große Shootings. Aber auch, wenn meine Schlagzahl im Vergleich zu einem hauptberuflichen Portraitfotografen reichlich beschaulich ist: Es sind seit dem letzten Jahr doch immer mehr „studioartige“ Shootings hinzugekommen, so dass für mich nun der Punkt erreicht war, dass ich die Arbeit mit einem Handbelichtungsmesser mal ausprobieren wollte.

Ja, ich weiß: Ausprobieren? Zu DEM Preis?
Naja es ist halt mein Hobby, und damit also per Definition eine Betätigung in der Freizeit, die primär zum Geldversenken gedacht ist. Außerdem ist Haben besser als Brauchen – habe ich mal gehört…

Warum dann ausgerechnet dieses Gerät?

Nachdem ich die Grundsatzfrage (kaufen/nicht kaufen) für mich beantwortet hatte, kam natürlich folgerichtig die Frage nach dem Modell. Mit dem Sekonic L-758 habe ich schon zu einem eher preisintensiveren Modell gegriffen. War das nötig? Hätte es ein einfacherer Belichtungsmesser nicht auch getan?

Der ausschlaggebende Punkt für den L-758 war eigentlich (nur) die integrierte 1° Spotmessung, also die Möglichkeit, eine Objektmessung mit einem sehr engen Spot zu machen. Das klingt jetzt erstmal wahrscheinlich nicht sehr überzeugend, nachdem ich oben noch geäußert habe, die direkte Lichtmessung sei der Hauptgrund, überhaupt so ein Gerät zu kaufen. Schließlich habe ich eine Spot-Objektmessung schon in der Kamera verbaut. Aber in solchen Situationen schlägt dann bei mir auch immer der „Wennschon,dannauchrichtig-Mechanismus“ zu. Klar hätte ich für – sagen wir mal – 250€ einen einfacheren Handbelichtungsmesser kaufen können, der die direkte Lichtmessung beherrscht, und damit vermutlich 80-90% meines gesamten Einsatzbereiches eines derartigen Geräts abdeckt. Aber in den übrigen 10-20% der Fälle hätte ich mich dann vermutlich jedesmal geärgert, beim Einkauf gespart und nicht das bessere Modell gekauft zu haben.

Und ja, es gibt auch Belichtungsmesser, da kann man durch ansteckbare Zusatzgeräte eine Spotmessung bedarfsweise Nachrüsten. Soweit ich gesehen habe, dann aber „nur“ eine 5°-Spotmessung und zu Preisen, die zusammen mit dem Grundgerät dann meinem jetzigen Ausgabevolumen gleichkommen, oder in der Summe sogar teurer sind.

Und außerdem habe ich den Vorzug, dass Fotografie mein Hobby ist und damit nicht jede Beschaffung betriebswirtschaftlich bis ins letzte Detail sinnvoll sein muss… (siehe oben).

Ich freu mich jedenfalls über das neue Spielzeug.

Und ob dadurch der Blitzaufbau einfacher wird, werde ich bei passender Gelegenheit berichten.

„Du“ statt „ihr“

Schönen guten Morgen, oder guten Tag, oder was auch immer gerade für eine Tageszeit ist, bei der Du diesen Blogpost liest.

Es gibt hier im Blog eine kleine Änderung, die Dir vielleicht unbedeutend vorkommt, die ich aber sinnvoll finde: Ich habe bisher immer beim Schreiben oder bei der Aufnahme von Videobeiträgen meine Leser oder Zuschauer als Gruppe angeredet, also „…ihr seht/könnt…“ oder „…wünche euch viel Spaß…“. Das ist glaube ich auch eine völlig natürliche Schreibweise, wenn ICH mich als Blogger hinsetze und eben für EUCH als meine Leserschar ein paar Worte auf das virtuelle Papier banne.

Nun habe ich mich neulich wieder einmal in den Blog von Calvin Hollywood begeben, und da ist mir aufgefallen, dass er sozusagen jeder Leser einzeln anpricht, indem er die Anrede „DU“ verwendet. Das hat mir als Leser sehr gefallen. Es ist eine total winzige Kleinigkeit, aber ich fühlte mich in der Tat viel persönlicher von Calvin’s Blogpost angesprochen, und nicht nur als einzelnes Bestandteilchen in einer virtuellen und unsichtbaren Masse.

Kurz und gut: Den Kunstgriff klau ich mir beim Herrn Hollywood und werde das ab jetzt hier im Blog auch so machen.

Ihr Könnt … (Umgewöhnung!) … Du kannst mir ja mal in die Kommentare schreiben, ob Du das gut findest oder nicht – und vor allem warum!

Bis zum nächsten Blogbeitrag!