Studiolicht on Location

Moin. Solltest Du Dich angesichts der Überschrift gefragt haben, ob der Hölzer da nicht was missverstanden – oder schlimmer noch – Dinge zusammengemixt hat, die nicht zusammen gehören, kann ich Dich hiermit offiziell beruhigen: Nein. Und nein.

Ja, wir – also Lauryi und ich – waren „on Location“. Hier der Beweis 🙂

Und ja, die Ausleuchtung von Lauryi erfolgte mittels einer klassischen Lichtzange, einem generell eher im Studio beheimateten Lichtsetup. Aber warum sollte das nicht zusammengehören? Schließlich steht nirgendwo in Stein gemeißelt, dass man „on Location“ nur mit dem reinen natürlichen Licht, höchstens unterstützt durch einen Reflektor oder Abschatter arbeiten müsste. Licht ist halt Licht. Und wie ich das jetzt on Location genau beeinflusse oder erschaffe, ist ja im Grunde völlig egal. Wenn ich im Kern einen Beauty-Shot mache, mache ich mir eben auch ein Beauty-Licht. Egal wo. Und es ist ja nun auch nicht so, als wäre es ein völlig revolutionärer Ansatz, bei einem Location-Shoot das Licht bestmöglich mittels was-auch-immer-mir-an-Hilfsmitteln-zur-Verfügung-steht auf mein Motiv auszurichten.

OK, wo wir das nun geklärt haben „Studiolicht on Location“ weiterlesen

Jahresrückblick 2017

Schon wieder? Also, ich meine: Schon wieder ein Jahr um?

Wer ist eigentlich der Schelm, der da immer heimlich am Kalender schraubt. Der gefühlte Zeitverlust pro Jahr wird irgendwie immer größer. Aber naja, das soll jetzt hier mal nicht das Thema sein, sondern – traditionsreicherweise – ein kleiner Rückblick auf das vergangene Jahr, soweit es meine Fotografie angeht.

Wie immer schaue ich am Ende eines Jahres einmal quer über die Fotos des aktuellen Jahres und schaue einfach mal, was so los gewesen ist. Und siehe da, dieses Jahr war ganz schön was los, auch wenn es sich eigentlich gar nicht so angefühlt hat. Diverse Familienshootings – die eigene Familie mal nicht mitgerechnet -, 3 Hochzeiten, 5 freie Shootings mit Modellen und dazu verschiedene Einzeleinsätze, zum Beispiel der Abschlussball einer Schule, Porträts der Vorstandsmitglieder eines Fördervereins, Einzel- und Gruppenfotos einer der historischen Gruppen hier in Krefeld-Linn und dergleichen mehr. Dazu kamen dann – ebenfalls wie immer – ein paar Fotoaktionen mit Fotobuddy Thorsten Kleemann, wie zum Beispiel ein Funkenflugexperiment am Rhein.

Ganz schönes Programm für einen Hobbyisten wie mich; es hat sich auch irgendwie nicht nach „zu viel“ angefühlt. Aber anscheinend ist doch eine Menge zusammen gekommen: „Jahresrückblick 2017“ weiterlesen

Julia, Couch und ein Striplight

Moin. Ich wollte mal ein paar Worte zur Entstehung eines Fotos verlieren, dass bei einem Shooting-Event vor rund einem Jahr entstanden ist, und von dem ich hier, hier und hier auch schon mal berichtet hatte. Nach Social-Media-Maßstäben ist es damit ein unglaubliches altes Foto. Aber was sind schon Social-Media-Maßstäbe, wenn das Foto zu den persönlichen Favoriten zählt. Jedenfalls belegt dieses Foto die alte Weisheit, dass es unter den vielen Fotos, die man so anfertigt, immer mal wieder welche dabei sind, die einen besonders lieb sind.

Das seinerzeitige Shooting-Event war eine Zusammenkunft von vier Fotografierenden (ist so ein geschlechtsneutraler Plural nicht die absolute Wonne?), die sich an einem trüben Samstag im November die Kosten einer schlichtweg genialen Location, der „Alten Schachtel“ in Mülheim (Ruhr) geteilt haben und dort mit einigen Modellen verabredet waren. Die Location ist eine ehemalige Kleingewerbehalle, die der jetzige Besitzerin im Normalbetrieb als Wohnung dient, und für Lesungen, Kleinkunst oder eben auch Fotoshootings vermietet wird. Sie bietet viele verschiedene Ecken und ist mit charaktervollen Möbeln – sogar einer kleinen Kirchenorgel – ausgestattet.

Hier aber erst mal das Foto, um das es heute geht, in voller Schönheit: „Julia, Couch und ein Striplight“ weiterlesen

über das Ringlicht

Moin. Ich bin ja ein bekennender Fan von eng geschnittenen Portraits vor neutralem Hintergrund. Sowas in der Art hier. Typischerweise nehme ich dafür ein Zangenlicht aus einer aktiven Lichtquelle (also Blitz oder Dauerlicht) oben und einem Silberreflektor zur Schattenaufhellung von unten.

Nun war ich auf in 2016 an Shootingevents mit drei weiteren Fotografinnen/Fotografen-Kollegen beteiligt und habe dort auch mal mit einem Ringlicht spielen können. Das fand ich vom Licht her einfach nur genial: Eine richtig rundherum gleichmäßige Ausleuchtung des Gesichts, aber dennoch mit Tiefe aufgrund des Lichtabfalls auf der Richtung der Kamerachse. Ideal für Menschen mit „Struktur“ im Gesicht – ausgeprägten Wangenknochen zum Beispiel.

Hier mal ein Beispiel, damit Du siehst, was ich meine: „über das Ringlicht“ weiterlesen

Von der Location zum Foto: Mit Miss Lauryi im Tunnel

Ich war neulich noch einmal wieder mit Miss Lauryi für ein Shooting verabredet. Und da es regnerisch war – klar: Sommer in Deutschland – brauchten wir eine regengeschütze Location. Und so fiel die Wahl auf einen altehrwürdigen Fußgängertunnel, der unter einer Bahnstrecke durchführt.

Hier habe ich mal aufgeschrieben, wie ich vor Ort vorgegangen bin und vom ersten Scouting-Bild zum finalen Setup kam.

Hier also erstmal ein Scouting-Bild von der Location:

„Von der Location zum Foto: Mit Miss Lauryi im Tunnel“ weiterlesen

Den Erfolg von Ausschreibungen in Modelbörsen verbessern…

Moin. Ich hatte ja neulich hier ein paar Worte zum Thema „Wie finde ich ein Model“ verloren. Hand in Hand mit den dort aufgeführten Tipps – jedenfalls soweit sie sich auf Job- (oder TFP-) Ausschreibungen in Modelbörsen beziehen geht der heutige Beitrag, in dem es die Formulierung solcher Ausschreibungen geht.

Denn ein Grund für mangelnde Rückmeldung zu Job-Ausschreibungen in Modelbörsen oder entsprechenden Facebookgruppen beziehungsweise Absagen auf inidivduelle Anfragen bei Modellen kann in der Art der Auschreibung/Anfrage selbst liegen.

Um direkt mal mit der Tür ins Haus zu fallen:

GRUNDSATZ: Mach die Ausschreibungen / Anfragen so konkret, wie es nur geht!

Meines Erachtens gehört in jede Ausschreibung mindestens „Den Erfolg von Ausschreibungen in Modelbörsen verbessern…“ weiterlesen

Gutes Fenster, schlechtes Fenster

Ich maaag ja schon mal gerne diese Fotos, wo eine in einem Gebäude befindliche Person von außen durch eine Scheibe hindurch fotografiert wird. Das gibt dann so einen leichten Schleier, dann noch ein paar Reflexionen an den richtigen Stellen und schon ist ein tolles Foto fertig. Jedenfalls theoretisch.

In der Praxis erweist sich das aber mitunter als schwierig. Dann ist da nicht nur ein leichter Schleier, sondern die Scheibe ist von außen so milchig, dass man kaum durchschauen kann. Reflexionen treten in allen Farben und Formen auf, nur nicht in der gewünschten Art und Weise, dazu befinden sich noch an den unpassendsten Stellen. Und hast Du endlich eine Position gefunden, wo Du Schleier und Reflexionen im Griff hast, ist garantiert ein dicker Batzen Dreck auf der Scheibe, uns zwar genau vor dem Gesicht des Modells….. Was also tun?

Nach meiner bisherigen Erfahrung sind vor allem zwei Dinge wichtig.

Die Scheibe muss wenigstens halbwegs sauber sein, jedenfalls an den strategisch wichtigen Stellen

Das bedeutet im Zweifel, dass man – so man ein solches Bild plant – einen geeigneten Putzlappen und Trocknungstuch, etwas Wasser oder/und Glasreiniger im Gepäck haben sollte. Natürlich wäre im Zweifel auch ein OK des Scheibeneigentümers nicht schlimm, bevor Du Dich als Fensterputzer betätigst. Und nein, „Der soll sich mal nicht so anstellen, schließlich tu ich ihm da einen Gefallen“, gilt dabei im Zweifel nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn Du nur 0,25 qm einer 2qm Scheibe reinigst. Das sieht dann nämlich anschließend auch nicht wirklich gut aus. Also bitte keine Guerilla-Scheibenputzung an fremden Scheiben….

Achte auf Deinen Hintergrund.

Damit meine ich nicht den Hintergrund hinter dem Modell. Auf den musst Du ja sowieso immer und ständig achten. Ich meine tatsächlich, dass Du auf das achten sollst, was sich hinter DIR als Fotografin/Fotograf befindet. Ist es dort eher dunkel wirst Du wenig Probleme mit einer überbordenden Milchigkeit der Scheibe und echt fiesen Reflexionen haben. Steht hinter Dir aber ein großes, helles Gebäude, das womöglich auch noch von der Sonne beschienen wird, oder ist einfach heller Himmel hinter Dir, wirst Du schwer zu kämpfen haben, überhaupt die Person hinter der Scheibe gut sichtbar zu machen. Such Dir im Zweifel ein anderes Fenster. Oder, wenn es doch unbedingt dieses Fenster sein muss, versuche den Hintergrund zu kontrollieren, indem Du z.B. eine Dritte Person einen großen dunklen Reflektor hinter Dir halten lässt.Auch Deine eigene Helligkeit ist von Bedeutung. Wenn Du nämlich helle Kleidung trägst und womöglich noch in der Sonne stehst, wirst Du Dein formschönes Abbild unweigerlich in voller Pracht in der Scheibe gespiegelt wiederfinden.Natürlich kannst Du Reflexionen auch völlig ausschließen, indem Du mit dem Objektiv ganz an die Scheibe herangehst. Das schränkt Dich dann aber so in der Bildkomposition ein, dass das meiner unmaßgeblichen Meinung nach kaum ein sinnvoller Ansatz ist. Auch ein Polfilter könnte nützlich sein, um Reflexionen zu beeinflussen.

Am Ende ist das – wie so oft – ein Spiel, bei dem es um Zentimeter und Winkel-Bruchteile in der Ausrichtung der Kamera zum Fensters geht. Was aus einem 90-Grad-Winkel der Kameraachse zur Scheibe hin total übel aussehen kann, ist nur einen Schritt weiter rechts oder links – verbunden mit einer entsprechenden Neuausrichtung der Kamera völlig in Ordnung. Da heißt es einfach mal wieder „Probieren geht über studieren“. Auch wenn man natürlich die Änderungen im Sucher bzw. auf dem Monitor ziemlich genau studieren sollte. Und übrigens empfiehlt es sich bei aller Konzentration auf den Look der Scheibe das Modell nicht völlig aus den Augen zu verlieren….

Am Ende habe ich mal ein paar Bildbeispiele für Dich:

Im Bild links – übrigens mit Miss Lauryi als Modell – siehst Du, wie sich ein (zu) heller Hintergrund auswirkt. Die Reflexionen sind (zu) stark und wirken meines Erachtens bereits störend. Man kann wunderbar das metallene Balkongeländer auf der Schulter des Modells erkennen. Und dass sich die Häuser auf der anderen Straßenseite nicht so richtig abzeichnen liegt nur daran, dass sich deren Spiegelbilder in dem Bereich befunden haben, wo der weiße Vorhang ist. Dieses Bild ist schon eines der Überlebenden aus der Serie – also eins, was ich als „noch OK“ eingestuft habe, weil zumindest die Augenpartie störungsfrei ist und nur den gewünschten leichten Schleier aufweist.

Die beiden anderen Bilder – hier ist als Modell Julia am Start – zeigen den Vorher-Nachher-Zustand bezüglich einer sehr punktuellen Reflexion. Im mittleren Foto sieht man das recht aufdringliche Spiegelbild einer Lampe, im Bild rechts ist diese Spiegelung verschwunden, obwohl ich weder die Lampe ausgeschaltet habe, noch die Positionen von Lampe zu Fenster veränderte. Was habe ich gemacht? Nun, ganz einfach: Gerade als ich auf diese aufdringliche Reflexion aufmerksam wurde, verschwand sie kurz, weil hinter mir jemand den Raum durchquerte. Das war Mella von Steckelwerk gewesen, die das Shootingevent, auf dem diese Bilder entstanden sind, maßgeblich organisiert hatte. Und freundlicherweise hat sie sich bereit erklärt, kurz an der genau richtigen Stelle stehen zu bleiben, bis ich die Fotoserie im Kasten hatte. So einfach kann es dann gehen.

Hier gibt es übrigens auch kaum eine nennenswerte Milchigkeit. Warum nicht? Ganz einfach: Diese Scheibe war komplett im Innenraum des Gebäudes, nämlich zwischen Bad und Wohnzimmer. Was daran liegt, dass die – jetzt bewohnte – Location mal eine kleine Industriehalle mit angrenzenden Büroräumen war. Dem Fenster fehlte übrigens auch einer der einzelnen Scheiben, es gab quasi eine Durchreiche zwischen Bad und Wohnraum. Für die Kommunikation mit dem Modell natürlich sehr praktisch…..

So, freut mich, dass Du wieder hier warst und bis zum Ende durchgehalten hast. Du bist aufs herzlichste eingeladen,  den Blogbeitrag mit allen Freunden, Feinden und Kollegen zu teilen, die das Thema hier interessieren könnte oder die Du damit quälen willst ;-).

Homeshooting mit Fensterlicht

Tach auch. Ich habe eben nochmal den Lightroom-Katalog durchwühlt und bin da bei einem schon etwas älterem Foto von Christin hängen geblieben. Ich hatte das damals beim Durchsehen direkt schon markiert, aber irgendwie ist das dann durchgegangen. Eigentlich kein Wunder, denn das Shooting war sehr ergiebig gewesen.
Jenes Foto hatte ich im Zuge eines Homeshootings bei ihr aufgenommen, zu dem wir uns verabredet hatten. Es ist ein Foto aus der Aufwärmphase eines rund vierstündigen Shootings, bei dem wir uns verabredeterweise vornehmlich dem Bereich der Boudoirfotografie gewidmet hatten (hier hatte ich dazu mal berichtet: „Ich hole dann mal die Handschellen…“). Und wie das halt so setzten sich auch hier Model und Fotograf erstmal über ’nen Kaffee zusammen und  besprachen die grundlegenden Bildideen. Und dann haben wir zum Warmwerden einfach mal ein paar simple Portraits gemacht. Die Serie, der das Foto dieses Blogbeitrags entsprang, fand somit keine 1.2 Meter von den Kaffeetassen entfernt statt. Christin stand mit der Hüfte an den Küchentisch gelehnt, und ich lehnte am Kühlschrank. Die perfekte Ausleuchtung übernahm das dankenswerterweise an der genau richtigen Stelle im Haus eingelassene große Küchenfenster.

Et voilá: Fertig ist ein grandioses (und grandios einfaches) Foto, welches im Wesentlichen von Christins Talent für einfache und zugleich ausdrucksstarke Posen und eben dem Fensterlicht lebt.

Hier noch einmal das ganze Foto in all seiner Pracht, bei dem man dann auch sieht, was ich mit „der genau richtigen Stelle des Fensters“ meine: Durch die Größe des Fensters und ihre Nähe zur Lichtquelle – sie war nur ca. 70cm vom Fenster entfernt – sind die Übergänge von Licht zu Schatten superweich. Wie Du siehst kommt das Licht von rechts. Aus meiner Fotografensicht kam es sogar im Winkel von 90 Grad von rechts. Da aber Christin zur Lichtquelle hin eingedreht ist, erwischt das Licht sie in einem sehr vorteilhaften ca. 45 Grad Winkel. Und ganz wichtig: Ihre Schattenseite liegt auf der Kameraseite. Das sorgt für eine Betonung der Konturen und vermeidet eine flache Ausleuchtung.

Vielen Dank für Deinen Besuch in meinem Blog. Wenn Du es hier gemütlich gehabt hast, komm doch gerne wieder und bring ein paar Freunde mit 😉 ….

Oh, und für Buchungsanfragen kannst Du gerne mein Kontaktformular benutzen: KLICK MICH.

Jahresrückblick 2016

Boah. Da dreht man sich einmal um die eigene Achse, und WUSCH! ist der Dezember auch schon vorbei. Dabei hatte ich doch gerade erst zwei kleine Artikelchen über einen Bruchteil des Shootingevents in Mülheim geschrieben (Licht? Welches Licht? und Lichtformung per Couch). Und schon ist ein weiteres Event in gleicher Kernbesetzung in Bochum auch schon Geschichte. Plus ein paar Weihnachtsshootings. Und natürlich die Weihnachtsfeiertage. Also wird es absolut dringend Zeit für einen kleinen Jahresrückblick.

Ich fange einfach mal hinten an, und zwar mit den absoluten Knallern meines persönlichen Fotojahres:

Die Shootingevents des Quartetts „Die Drei lustigen Zwei“.

Das Quartett bestand – oder besser besteht – aus den vier Fotografinnen und Fotografen Mella von Steckelwerk, Nadine Steves, Rene Goos und meiner Wenigkeit. Ich hatte Mella bei einem Foto-Workshop von Krolop & Gerst auf dem Umweltfotofestoval Horizonte Zingst in  Zingst im Jahre des Herrn 2015 kennengelernt. Und als wir dabei feststellten, dass unsere jeweiligen Heimatstandorte nicht allzuweit auseinander lagen, gab es sofort die recht diffuse Idee, „mal was zusammen zu machen“. Diese Idee war gerade im Begriff wieder erweckt zu werden, als Mella mich fragte, ob ich nicht zu einem Shootingevent hinzustoßen wolle. Man wolle mit ein paar Fotografen eine Location in Mülheim mieten und dort mit einigen Modellen zusammen Fotos machen. Ziemlich direkt war klar, dass das eine sehr coole Nummer werden würde; und netterweise konnte ich es terminlich einrichten. Also trafen wir uns in einer durch uns vier angemieteten Location, der „Alten Schachtel“ in Mülheim, mit einigen Modellen, die Mella und Nadine durch persönliche Ansprache und via diverser Ausschreibungen gefunden hatten, und verbrachten einen sehr lustigen Fototag miteinander. Und nur wenige Wochen später – am Wochenende des vierten Advent – fand wiederum ein solches Event statt, diesmal wurde ein großzügiges EFH in Bochum angemietet. Und wir hatten sogar einen Visagisten, Hasan von IHMSEIN, dabei. Es war RICHTIG klasse. Viele tolle Ergebnisse, grandios lustige Momente und reichlich nette Kontakte. Neben den Modellen (die alle bei den jeweiligen Bildern verlinkt sind…) tauchte als Gast bei einem der Shootingevents ein netter Kerl auf der sich als Johnny, Fotograf, vorstellte. Man schnackte bei nem Kaffee in fröhlicher Runde. Und als ich ihn dann mal nach seinen Kontaktmöglichkeiten fragte kam dann das AHA-Erlebnis, als ich feststellte, dass jener Johnny DER Johnny Otten war, dessen Arbeiten ich schon eine ganze Weile verfolge.

Sowas finde ich dann einfach immer ganz cool, wenn man plötzlich und unerwartet die Leute, die hinter den Fotos und Facebook-Profilen stecken, die man schon länger verfolgt und gut findet, dann auf einmal in Persona vor einem stehen und sich nett mit ihnen unterhält.

Damit Du aber überhaupt weißt, wovon ich hier so rede, ein paar Fotos; erstmal vom Event in Mülheim:

Model:Julia Smolik
Model: Nadine Steves (ja, sie ist nicht nur Fotografin, sondern auch Model)
Model: Danijela

Und hier noch ein paar Fotos vom Event in Bochum.
Visagist bei allen Fotos: Hasan von IHMSEIN

 

Model: Sabrina im Wunderland
Model: Miss Lauryi
Model: Celina
Model: W

Was soll ich da noch sagen? Es war für mich eine große Ehre und Freude, bei diesen Veranstaltungen dabei zu sein, und ich sehe weiteren Auflagen ähnlicher Veranstaltungen im kommenden Jahr mit großer Freude entgegen :-D.

Kurkölnischer Hofphotograph

Eine weitere sicherlich herausragende Aktion war mein Einsatz als „kurkölnischer Hofphotograph“ beim Burgfest im Jagdschlößchen an der Burg Linn. Zu diesem Dauereinsatz mit Fotoshootings im Minutentakt und sofortiger Ausgabe der Fotos in gedruckter Form hatte ich hier auf meinem Blog ja schon mal exzessiv in mehreren Teilen berichtet, so dass ich mir hier die Freiheit nehme, einfach mal nur die entsprechenden Artikel zu verlinken:

Und am Ende gehört dazu auch der Beitrag mit einigen Bilder von Miss Lauryi, die zu der Biedermeiergruppe gehört, deren Aktion diese Fotogeschichte auf dem Burgfest ja gewesen ist, und die zugleich als Model aktiv ist. Hier ist der Link zum Beitrag.

 

Auch das war ganz eine besondere und erstmalige Erfahrung für mich.

Das „Tagesgeschäft“

Der Begriff Tagesgeschäft ist hier bitte absolut nicht mit „Langeweile“ zu verbinden; das wäre völlig unangebracht. Denn nach wie vor ist Fotografie mein Hobby und jeder Termin eine Besonderheit in meinem sonst üblichen Alltag. Es geht mir hier nur um die Abgrenzung von „normalen“ Shootings zu den zuvor genannten Spitzenevents des ablaufenen Jahres.

Denn daneben gab es natürlich noch diverse Familienshootings, ein Pärchenshooting und einige freie Shootings. Wie immer in der Fotografie hatte jeder Termin so seine Besonderheiten und führte zu freudigen Minen bei der Entgegennahme der Fotos. Was mich dann wiederum sehr freut….

Besonders zu erwähnen im Bereich der honorarbehafteten Fotoeinsätze wäre noch ein weiteres „erstes Mal“ für mich: Die Fotografie auf dem Abschlussball einer Schule. Hatte ich bis dato auch noch nicht gemacht, es stellte sich aber als grundsätzlich gelungene und – nach ein bißchen Vorbereitung – mit überschaubarem Aufwand verbundene Gelegenheit zur Aufbesserung der Fotokasse dar. Hierzu werde ich aber auch noch einen Blogbeitrag schreiben, wie ich das dann genau gemacht habe mit der Auftragsabwicklung per Onlineshop und so. Vielleicht aber erst in der zweiten Jahreshälfte 2017, denn im Sommer bin ich für einen weiteren Abschlussball gebucht; dann ist der Erfahrungsschatz etwas breiter.

Weiterhin besonders zu erwähnen wären die freien Shootings des Jahres mit  Miss Lauryi – inklusive des Shootingevent in Bochum und des Shootings in biedermeierlicher Gewandung beim Burgfest sind wir volle fünf Mal zum Fotografieren aufeinander getroffen – und haben dabei eine ganze Reihe recht verschiedener Fotos gemacht. Hier mal ein kleiner Rundblick:

Technik

Auf der Technik-Seite habe ich dieses Jahr erstmalig am Dauerlicht geleckt. Nachdem ich auf dem Shooting-Event in Mülheim mit einem Ringlicht spielen und die Vorzüge eines Dauerlichts gegenüber einem Blitzlicht genießen konnte, habe ich gegen Ende des Jahres zugeschlagen und ein 200w LED-Dauerlicht mit handelsüblichem Bowens-Bajonett erworben. Ca. 2 KW Lichtleistung herkömmlicher Lichtquellen und das mit voller Adaptionsfähigkeit für alle meine Lichtformer. Da konnte ich nicht „NEIN“ sagen. Und der erste Einsatz auf dem Shootingevent in Bochum und diversen weihnachtlichen Familienshootings war durchaus sehr vielversprechend. Auch hier werde ich sicherlich noch ein paar Worte zu verlieren, wenn der Erfahrungsschatz etwas breiter geworden ist. Das „Weihnachtselfenfoto“ mit Lauryi (2. Bild in der unteren Reihe der Collage) ist zum Beispiel mit diesem Licht entstanden.

Daneben habe ich den Objektivpark um eine 24mm f/1.4 Festbrennweite aufgestockt. Objektive kann man ja sowieso NIEEEE genug haben. Aber wie deutlich der Unterschied in der Unschärfe des Hintergrunds zwischen der 24mm-Einstellung eines handelsüblichen 24-70/2.8er Zoom-Objektivs und so einer f/1.4-Festbrennweite ist, hätte ich zuvor nicht gedacht. Ich bin im Moment so richtig in dieses Objektiv verliebt, auch wenn es im Portraitbereich natürlich echt mit Bedacht eingesetzt werden muss. Aber dieser Weitwinkellook mit extrem kleinem Schärfebereich ist echt sexy.

Ach ja, und ich arbeite seit diesem Jahr wieder auf einem PC statt auf einem MAC. Auch dazu hatte ich mich ja schon reichlich ausgelassen. Daher sei es mir auch hier erlaubt, einfach mal nur die schon vorhandenen Artikel zu verlinken: Hier ist der erste Blogbeitrag der diesbezüglichen Dreier-Reihe.

Sonst noch was?

Nö, ich glaube, ich habe alles. Ehrlich gesagt, bin ich ganz schön hingerissen, was dieses Jahr so alles los war vor meiner Kamera und wie viele tolle neue Kontakte zu Kolleginnen, Kollegen und Modellen sich ergeben haben. Dafür bin ich absolut dankbar und freue mir ’nen Keks, wenn ich darüber nachdenke, dass diese Kontakte wohl auch im kommenden Jahr weiterbestehen und ggf. Früchte tragen werden.

Also dann: Komm gut ins Jahr 2017. Wir sehen uns dann dort wieder!

Lichtformung per Couch

Gleich hier oben über dem Beitrag siehst Du Nadine, Model und Fotografin/Coach, dekorativ auf einer Couch liegen. Einer ausgesprochen plüschigen Couch, die in einer tollen Mietlocation, der „Alten Schachtel“ in Mülheim, ansässig ist. Diese Location hatten wir mit vier Fotografen (Nadine, Mella von Steckelwerk, Rene und ich) zusammen gemietet, um an einem ausgedehnten Nachmittag das zu tun, was Fotografen eben so tun, wenn sie mit Modellen zusammentreffen: Das (selbstzusammengestellte) Buffet leerfuttern, Kaffee und/oder Sekt trinken und ein herausragendes Lachmuskeltraining absolvieren. Achja, und ein bißchen Fotografieren natürlich.

Im Zuge dieses Nachmittags hatten sich dann auch Nadine und meine Wenigkeit für ein paar Fotos zusammengerottet, und eben jenes rote Sitzmöbel aus Fotospot ausgeguckt. Für die Auswahl war auch verantwortlich, wie das Licht auf die Couch traf: Nämlich von links – jedenfalls aus der Fotografenposition des obigen Beitragsfotos gesehen. Denn dort befand sich – ich bin einigermaßen sicher, dass sie sich noch heute dort befindet, aber ich war ja von heute aus gesehen in der Vergangenheit dort, daher: „befand“ – also: es befand sich dort eine wirklich grooooooße Fensterfront, die sich über die gesamte langgezogene Seite des Raumes erstreckte. Durch diese Fensterfront strömte alles an Tageslicht herein, was an einem trüben, wolkenverhangenen Herbstnachmittag eben an Tageslicht so da ist.

Auf die Menge an Licht kam es dabei auch nicht unbedingt an, denn wenig Licht kann ich ja bekanntermaßen über die Kameraeinstellungen akkommodieren, was ich ja gerade kürzlich erst hier thematisiert habe. Viel wichtiger war, dass das Licht am gewählten Spot – der Couch – eine eindeutige Richtung hatte. Nämlich „von links“ (siehe oben).

Es ist daher keineswegs ein Zufall, dass Nadine nach links ausgerichtet ist. Denn weil das Licht ja mit zunehmendem Abstand von der Lichtquelle (hier: der Fensterfront) in der Helligkeit graduell nachlässt, trifft so die höchste Lichtintensität auf ihr Gesicht. Und da man als Fotograf ja den Blick des Bildbetrachters (auch) durch Helligkeiten im Bild lenkt (zu lenken versucht), und wir uns hier im Bereich der Fotografie von Menschen befinden, ist das Gesicht als hellster Punkt des Körpers schon mal ein günstiger Grundansatz.

Wahrscheinlich fragst Du Dich allmählich, wo denn die im Titel versprochene Abhandlung über die Lichtformung durch die Couch bleibt.

Keine Sorge, kommt jetzt. Und vielen Dank, dass Du bis hierhin schon mal durchgehalten hast ;-).

Also, die Couch. Dazu muss ich Dir aber erst mal noch ein anderes Bild von Nadine auf ebendieser Couch zeigen, nämlich dasjenige, dass die Idee zu diesem Blogpost überhaupt ausgelöst hat. Ich hoffe, Du hast nichts dagegen. Es geht nämlich um dieses Foto hier:

Die Couch steht unverändert an der gleichen Stelle, das Licht hat sich also nicht verändert. Auch Nadine ist noch da, nur hat sie sich halb auf den Rücken gedreht. Wesentlich geändert hat sich nur meine Position als Fotograf, und zwar bin ich zwischen die Fensterfront und die Couch gewandert.

Wenn Du jetzt dieses Foto anschaust, wirst Du unzweifelhaft bemerken, dass wiederum Nadines Gesicht der hellste Bereich des ganzen Fotos ist, und zwar mit Abstand. Ihre bloße, linke Schulter und ihr linker Arm sind demgegenüber erheblich dunkler.

Wie kommt das?

Nein, das ist nicht MEIN Schatten, auch wenn ich oben schrob, dass ich mich zwischen Fensterfront und Couch positioniert hatte. Vielen Dank für diesen Vorschlag.

Es ist vielmehr so, dass diese plüschige Mehrpersonensitzgelegenheit – wie auf dem Beitragsfoto oben ersichtlich – eine recht hohe Lehne hat, deren jeweilige Enden ein Stück weit nach vorn (also zur Sitzfläche hin) gerundet sind. Und genau dieses vordere Ende der Lehne sorgt für die Abschattung von Nadines linker Schulter. Ihre rechte, bekleidete Schulter und die darauf liegende Hand sind gegenüber der linken Seite ja durchaus deutlich heller, weil hier eben keine sitzmöbelbedingte Abschattung stattfindet. Allerdings bleiben Hand und Schulter rechts immer noch eine Portion dunkler, als das Gesicht. Warum das so ist? Naja, erstens sind sie ein bißchen weiter von der Lichtquelle (der Fensterfront) entfernt, als das Gesicht. Die Lichtintensität ist dort also schon wieder eine Winzigkeit schwächer. Und außerdem habe ich das Gesicht natürlich in der Nachbearbeitung noch ein Fitzelchen in der Helligkeit angehoben, um die schon vorhandene Differenz noch etwas herauszuarbeiten.

Auch ihr rechter Oberschenkel (ganz im Hintergrund) bekommt etwas von dem Tageslicht ab, während ihr rechter Arm die rechte Körperseite abschattet. So kommt es zu einem sehr wohltuenden Wechsel von helleren und dunkleren Bereichen, der nach meiner unmaßgeblichen Meinung sehr zum gelungenen Gesamteindruck beiträgt. Und ja, ich weiß, man soll sich nicht selber loben; aber Nadine war auch recht angetan. Also kann ich ja mal davon ausgehen, dass das Foto ganz OK ist…

Was ist nun die Essenz von dem ganzen Geschreibsel?

Achte sehr(!) darauf, wie das Licht fällt. Es ist IMMER vorteilhaft, wenn das Licht eine erkennbare Richtung hat und man sich diese dann zunutze macht. Ein gewisser Herr McNally hat in einem seiner Bücher mal so geschrieben „Light falls. Just make sure, it falls in your favour.“, was ich an der Stelle einfach mal unterstreichen möchte. Doppelt. Mit dickem, roten Edding und extra Kringel drum.

Denn so ein Foto wie das von Nadine in Halbrückenlage auf der Couch würde mit gleichmäßigem Licht von allen Seiten nicht mal halb so gut aussehen.

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