Gothic-Shooting im Homestudio

Verflucht, ist das wirklich Mai gewesen, als ich den letzten Blogbeitrag geschrieben habe? Da kannst Du mal sehen, was hier – also nicht HIER im Blog, sondern HIER bei mir so im Leben – los gewesen ist. Ein Highlight jagte das andere. Aber egal, jetzt wird nicht gejammert, jetzt wird geschrieben 🙂

In Blogbeiträgen gezählt 😉  ist es noch gar nicht lange her, als Lauryi und ich uns zum Gothic-Shooting im Krefelder Stadtwald getroffen haben (ich berichtete). Schon da war eigentlich klar, dass wir das Thema „Gothic“ auch mal im Zuge eines Studioshootings angehen wollten. Und „SCHWUPPS“, schon haben wir das erledigt. Die Kinder haben ihr Spielzimmer aufgeräumt (freier Boden reichte…) und ich habe dort das  Homestudio aufgebaut; sprich: Hintergrundsystem, diverse Blitze, Lichtformer, Kamerastativ mit Notebookplattform und was sonst noch so alles dazu gehört. Sechzehn Quadratmeter freie Grundfläche ist jetzt nicht viel, aber zumindest habe ich eine ordentliche Deckenhöhe zur Verfügung. Und mal abgesehen von Ganzkörperfotos kann man eben auch in einem kleinen Studio durchaus ein paar nette Fotos machen. Besonders gut gehen da natürlich  Oberkörper-Portraits. Aber schau selbst: „Gothic-Shooting im Homestudio“ weiterlesen

über das Ringlicht

Moin. Ich bin ja ein bekennender Fan von eng geschnittenen Portraits vor neutralem Hintergrund. Sowas in der Art hier. Typischerweise nehme ich dafür ein Zangenlicht aus einer aktiven Lichtquelle (also Blitz oder Dauerlicht) oben und einem Silberreflektor zur Schattenaufhellung von unten.

Nun war ich auf in 2016 an Shootingevents mit drei weiteren Fotografinnen/Fotografen-Kollegen beteiligt und habe dort auch mal mit einem Ringlicht spielen können. Das fand ich vom Licht her einfach nur genial: Eine richtig rundherum gleichmäßige Ausleuchtung des Gesichts, aber dennoch mit Tiefe aufgrund des Lichtabfalls auf der Richtung der Kamerachse. Ideal für Menschen mit „Struktur“ im Gesicht – ausgeprägten Wangenknochen zum Beispiel.

Hier mal ein Beispiel, damit Du siehst, was ich meine: „über das Ringlicht“ weiterlesen

Wie läuft eigentlich so ein Homeshooting?

Ganz kurze Antwort auf die obige Frage: Ruhig. Entspannt. Und typischerweise bei Dir zu Hause. (Falls „zu Hause“ aus verschiedensten Gründen nicht günstig ist geht es natürlich auch in einer angemieteten Location, oder der Wohnung/Villa einer Freundin/eines Freundes. Jedenfalls in einem Bauwerk, das grundsätzlich einen wohnlichen Charakter hat.)

Welche Art von Fotos wir dann machen, ist grundsätzlich erstmal völlig Dir selbst überlassen. Vielleicht hast Du schon Vorstellungen, Ideen, Ansätze, die wir gemeinsam entwickeln und umsetzen können, vielleicht kann ich Dir zu ein paar Ideen verhelfen. Das ist immer ganz unterschiedlich.

Am Besten schickst Du mir gleich mal eine Anfrage, dann werden wir da schon weiterkommen.

Der große Vorteil:

Das Beste an einem Shooting bei Dir zu Hause  ist ja, dass Du nicht erst mal alle benötigten Kleidungsstücke packen und durch die Gegend schleppen musst und dann auf Deine Auswahl festgenagelt bist. Mitunter entwickeln sich die vorab besprochenen Ideen für das Styling ja auch weiter, und da ist es einfach gut, wenn der komplette Kleiderschrank – also Kleidung, Schuhe, Accessoires – uneingeschränkt und nicht von der Reise verknittert zur Verfügung stehen.

Vermutlich hast Du Dir Dein Heim ja auch so weit wie eben möglich nach Deinem Geschmack und Wünschen eingerichtet, so dass Du in Deiner Heimstatt auch ein viel besseres Wohlgefühl hast, als in einer fremden Umgebung.  Außerdem steht Dir uneingeschränkt der gewohnte Komfort Deines Heimes zur Verfügung – Deine Kaffeemaschine mit Deiner Kaffeesorte; Deine Teeauswahl, Deine Lieblingsmusik und so weiter. Gerade für „Nicht-Modelle“ ist ja das Wohlfühlen vor der Kamera „Wie läuft eigentlich so ein Homeshooting?“ weiterlesen

Gutes Fenster, schlechtes Fenster

Ich maaag ja schon mal gerne diese Fotos, wo eine in einem Gebäude befindliche Person von außen durch eine Scheibe hindurch fotografiert wird. Das gibt dann so einen leichten Schleier, dann noch ein paar Reflexionen an den richtigen Stellen und schon ist ein tolles Foto fertig. Jedenfalls theoretisch.

In der Praxis erweist sich das aber mitunter als schwierig. Dann ist da nicht nur ein leichter Schleier, sondern die Scheibe ist von außen so milchig, dass man kaum durchschauen kann. Reflexionen treten in allen Farben und Formen auf, nur nicht in der gewünschten Art und Weise, dazu befinden sich noch an den unpassendsten Stellen. Und hast Du endlich eine Position gefunden, wo Du Schleier und Reflexionen im Griff hast, ist garantiert ein dicker Batzen Dreck auf der Scheibe, uns zwar genau vor dem Gesicht des Modells….. Was also tun?

Nach meiner bisherigen Erfahrung sind vor allem zwei Dinge wichtig.

Die Scheibe muss wenigstens halbwegs sauber sein, jedenfalls an den strategisch wichtigen Stellen

Das bedeutet im Zweifel, dass man – so man ein solches Bild plant – einen geeigneten Putzlappen und Trocknungstuch, etwas Wasser oder/und Glasreiniger im Gepäck haben sollte. Natürlich wäre im Zweifel auch ein OK des Scheibeneigentümers nicht schlimm, bevor Du Dich als Fensterputzer betätigst. Und nein, „Der soll sich mal nicht so anstellen, schließlich tu ich ihm da einen Gefallen“, gilt dabei im Zweifel nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn Du nur 0,25 qm einer 2qm Scheibe reinigst. Das sieht dann nämlich anschließend auch nicht wirklich gut aus. Also bitte keine Guerilla-Scheibenputzung an fremden Scheiben….

Achte auf Deinen Hintergrund.

Damit meine ich nicht den Hintergrund hinter dem Modell. Auf den musst Du ja sowieso immer und ständig achten. Ich meine tatsächlich, dass Du auf das achten sollst, was sich hinter DIR als Fotografin/Fotograf befindet. Ist es dort eher dunkel wirst Du wenig Probleme mit einer überbordenden Milchigkeit der Scheibe und echt fiesen Reflexionen haben. Steht hinter Dir aber ein großes, helles Gebäude, das womöglich auch noch von der Sonne beschienen wird, oder ist einfach heller Himmel hinter Dir, wirst Du schwer zu kämpfen haben, überhaupt die Person hinter der Scheibe gut sichtbar zu machen. Such Dir im Zweifel ein anderes Fenster. Oder, wenn es doch unbedingt dieses Fenster sein muss, versuche den Hintergrund zu kontrollieren, indem Du z.B. eine Dritte Person einen großen dunklen Reflektor hinter Dir halten lässt.Auch Deine eigene Helligkeit ist von Bedeutung. Wenn Du nämlich helle Kleidung trägst und womöglich noch in der Sonne stehst, wirst Du Dein formschönes Abbild unweigerlich in voller Pracht in der Scheibe gespiegelt wiederfinden.Natürlich kannst Du Reflexionen auch völlig ausschließen, indem Du mit dem Objektiv ganz an die Scheibe herangehst. Das schränkt Dich dann aber so in der Bildkomposition ein, dass das meiner unmaßgeblichen Meinung nach kaum ein sinnvoller Ansatz ist. Auch ein Polfilter könnte nützlich sein, um Reflexionen zu beeinflussen.

Am Ende ist das – wie so oft – ein Spiel, bei dem es um Zentimeter und Winkel-Bruchteile in der Ausrichtung der Kamera zum Fensters geht. Was aus einem 90-Grad-Winkel der Kameraachse zur Scheibe hin total übel aussehen kann, ist nur einen Schritt weiter rechts oder links – verbunden mit einer entsprechenden Neuausrichtung der Kamera völlig in Ordnung. Da heißt es einfach mal wieder „Probieren geht über studieren“. Auch wenn man natürlich die Änderungen im Sucher bzw. auf dem Monitor ziemlich genau studieren sollte. Und übrigens empfiehlt es sich bei aller Konzentration auf den Look der Scheibe das Modell nicht völlig aus den Augen zu verlieren….

Am Ende habe ich mal ein paar Bildbeispiele für Dich:

Im Bild links – übrigens mit Miss Lauryi als Modell – siehst Du, wie sich ein (zu) heller Hintergrund auswirkt. Die Reflexionen sind (zu) stark und wirken meines Erachtens bereits störend. Man kann wunderbar das metallene Balkongeländer auf der Schulter des Modells erkennen. Und dass sich die Häuser auf der anderen Straßenseite nicht so richtig abzeichnen liegt nur daran, dass sich deren Spiegelbilder in dem Bereich befunden haben, wo der weiße Vorhang ist. Dieses Bild ist schon eines der Überlebenden aus der Serie – also eins, was ich als „noch OK“ eingestuft habe, weil zumindest die Augenpartie störungsfrei ist und nur den gewünschten leichten Schleier aufweist.

Die beiden anderen Bilder – hier ist als Modell Julia am Start – zeigen den Vorher-Nachher-Zustand bezüglich einer sehr punktuellen Reflexion. Im mittleren Foto sieht man das recht aufdringliche Spiegelbild einer Lampe, im Bild rechts ist diese Spiegelung verschwunden, obwohl ich weder die Lampe ausgeschaltet habe, noch die Positionen von Lampe zu Fenster veränderte. Was habe ich gemacht? Nun, ganz einfach: Gerade als ich auf diese aufdringliche Reflexion aufmerksam wurde, verschwand sie kurz, weil hinter mir jemand den Raum durchquerte. Das war Mella von Steckelwerk gewesen, die das Shootingevent, auf dem diese Bilder entstanden sind, maßgeblich organisiert hatte. Und freundlicherweise hat sie sich bereit erklärt, kurz an der genau richtigen Stelle stehen zu bleiben, bis ich die Fotoserie im Kasten hatte. So einfach kann es dann gehen.

Hier gibt es übrigens auch kaum eine nennenswerte Milchigkeit. Warum nicht? Ganz einfach: Diese Scheibe war komplett im Innenraum des Gebäudes, nämlich zwischen Bad und Wohnzimmer. Was daran liegt, dass die – jetzt bewohnte – Location mal eine kleine Industriehalle mit angrenzenden Büroräumen war. Dem Fenster fehlte übrigens auch einer der einzelnen Scheiben, es gab quasi eine Durchreiche zwischen Bad und Wohnraum. Für die Kommunikation mit dem Modell natürlich sehr praktisch…..

So, freut mich, dass Du wieder hier warst und bis zum Ende durchgehalten hast. Du bist aufs herzlichste eingeladen,  den Blogbeitrag mit allen Freunden, Feinden und Kollegen zu teilen, die das Thema hier interessieren könnte oder die Du damit quälen willst ;-).

Homeshooting mit Fensterlicht

Tach auch. Ich habe eben nochmal den Lightroom-Katalog durchwühlt und bin da bei einem schon etwas älterem Foto von Christin hängen geblieben. Ich hatte das damals beim Durchsehen direkt schon markiert, aber irgendwie ist das dann durchgegangen. Eigentlich kein Wunder, denn das Shooting war sehr ergiebig gewesen.
Jenes Foto hatte ich im Zuge eines Homeshootings bei ihr aufgenommen, zu dem wir uns verabredet hatten. Es ist ein Foto aus der Aufwärmphase eines rund vierstündigen Shootings, bei dem wir uns verabredeterweise vornehmlich dem Bereich der Boudoirfotografie gewidmet hatten (hier hatte ich dazu mal berichtet: „Ich hole dann mal die Handschellen…“). Und wie das halt so setzten sich auch hier Model und Fotograf erstmal über ’nen Kaffee zusammen und  besprachen die grundlegenden Bildideen. Und dann haben wir zum Warmwerden einfach mal ein paar simple Portraits gemacht. Die Serie, der das Foto dieses Blogbeitrags entsprang, fand somit keine 1.2 Meter von den Kaffeetassen entfernt statt. Christin stand mit der Hüfte an den Küchentisch gelehnt, und ich lehnte am Kühlschrank. Die perfekte Ausleuchtung übernahm das dankenswerterweise an der genau richtigen Stelle im Haus eingelassene große Küchenfenster.

Et voilá: Fertig ist ein grandioses (und grandios einfaches) Foto, welches im Wesentlichen von Christins Talent für einfache und zugleich ausdrucksstarke Posen und eben dem Fensterlicht lebt.

Hier noch einmal das ganze Foto in all seiner Pracht, bei dem man dann auch sieht, was ich mit „der genau richtigen Stelle des Fensters“ meine: Durch die Größe des Fensters und ihre Nähe zur Lichtquelle – sie war nur ca. 70cm vom Fenster entfernt – sind die Übergänge von Licht zu Schatten superweich. Wie Du siehst kommt das Licht von rechts. Aus meiner Fotografensicht kam es sogar im Winkel von 90 Grad von rechts. Da aber Christin zur Lichtquelle hin eingedreht ist, erwischt das Licht sie in einem sehr vorteilhaften ca. 45 Grad Winkel. Und ganz wichtig: Ihre Schattenseite liegt auf der Kameraseite. Das sorgt für eine Betonung der Konturen und vermeidet eine flache Ausleuchtung.

Vielen Dank für Deinen Besuch in meinem Blog. Wenn Du es hier gemütlich gehabt hast, komm doch gerne wieder und bring ein paar Freunde mit 😉 ….

Oh, und für Buchungsanfragen kannst Du gerne mein Kontaktformular benutzen: KLICK MICH.

Warum eigentlich ein Homeshooting?

Wie ich in diesem Blog ja schon mehrfachst schrieb, unterhalte ich kein eigenes Fotostudio, sondern mache den Großteil meiner Shootings bei meinen Kunden zu Hause als sogenanntes Homeshooting. Alle Fotos oben über diesem Beitrag sind bei Homeshootings entstanden. Heute wollte ich mal ein paar Worte darüber verlieren, warum das für Dich – meiner Kundin/meinem Kunden – viele Vorteile hat.

Vorteil 1:

Du musst Dich nicht auf den Weg machen.

Das meine ich zunächst mal ganz buchstäblich: Du bleibst einfach gemütlich daheim, in Deiner gewohnten Umgebung, bei Deiner gewohnten Kaffeemaschine, Deinem Lieblingssessel, etc.. Für viele meiner Kunden – in 99,9 v.H. der Fälle sind das ja „Nicht-Modelle“ –  ist die gewohnte Umgebung ein ganz entscheidender Wohlfühl-Faktor. Denn Du begibst ja schon völlig absichtlich in eine absolut ungewohnte Situation, indem Du Dich zum „fotografiert-werden“ vor meine Kamera stellst. Da ist es gleich mal deutlich angenehmer, dies ‚wenigstens‘ in der gewohnten Umgebung zu tun. Zudem entfallen Anfahrtzeiten, entsprechender zeitlicher Vorlauf, Staugefahr, Parkplatzsuche und was eben noch so mit einer eigenen Anreise zusammenhängt.

Im Falle eines Familienshootings mit Babys und Kleinkindern musst Du Dir keine Gedanken machen, wie sich die ungewohnte Umgebung auf die Laune Deines Nachwuchses auswirkt. Vor allem entfällt die oft mit erheblichem Stress verbundene Notwendigkeit, den Nachwuchs zeitgerecht abgefrühstückt, angezogen und ins Auto gepackt zu haben.

Vorteil 2:

Du musst nicht packen und schleppen.

Die Frage des „Was ziehe ich denn an“ ist – je nach Art des Shootings sicherlich in unterschiedlicher Intensität – eine der größeren Herausforderungen, die Dich (bzw. uns) vor dem Shooting beschäftigen. Dazu gibt es von mir natürlich im Vorfeld auch immer ein paar hilfreiche Tipps, aber den Inhalt Deines Kleiderschranks kennst zunächst mal nur Du. Das bleibt auch bestehen und entfällt nicht dadurch, dass wir das Shooting bei Dir zu Hause machen. Der entscheidende Punkt ist nur: Du musst Deine Auswahl nicht im Vorfeld packen und schleppen. Du musst Dir keine Sorgen um die Knitterfreiheit der Kleidung machen. Vor allem aber bist Du beim Shooting nicht auf Deine Auswahl festgenagelt. Wenn wir bei Dir zu Hause fotografieren, ist es immer nur ein kurzer Weg zum Kleiderschrank, Schmucktresor oder dem Schuhlager.

Im Falle eines Familienshootings mit kleinen Kindern oder Babys musst du zudem nicht den ganzen Kram einpacken, der bei jeder noch so kleinen Fahrt mit den Kindern nötig ist. Kuschelsachen und Wickeltasche müssen nicht zusammengesucht werden. Und die Frage, wieviel Prozent der Spielzeugabteilung mitgenommen werde müssen, steht auch nicht zu Diskussion. Das nimmt für Dich eine ganze Menge Stress aus dem unmittelbaren zeitlichen Vorlauf des Shootings heraus.

Fazit der ersten beiden Punkte:

Packen, Schleppen, Anreisen und Parkplatzsuche sind bei einem Homeshooting allein meine Sache 🙂

Vorteil 3:

Die Fotos sind persönlicher.

Ganz oft nutze ich Elemente der jeweiligen Wohnung als Kulisse. Diese Kulisse hält sich zwar dezent im Hintergrund, drückt dem Foto aber eben doch den Stempel der Wohnlichkeit auf. Infolgedessen findest nicht nur Du Dich in meinen Fotos wieder, sondern auch Auszüge Deiner Behausung. Das verleiht den Fotos automatisch Individualität und Spuren von DEINEM Wohnstil. Die oft etwas sterile oder künstlich wirkende Studioatmosphäre passt ja nicht unbedingt zu jedem Foto und wird dadurch von vornherein vermieden.
Aber natürlich kann ich – wenn das denn gewünscht ist – mittels eines Hintergrundsystems auch bei einem Homeshooting in Deinem Refugium einen Studiolook erzeugen, also jeglichen individuellen, räumlichen Kontext ausblenden und dadurch eine neutrale Basis für die Fotos schaffen. Damit stehen uns bei einem Homeshooting alle Möglichkeiten offen; das Beste aus beiden Welten sozusagen.

Vorteil 4:

Die Pausenzeiten sind optimaler nutzbar.

Bei jedem Fotoshooting gibt es Pausen. Egal, ob gerade ein anderes Set aufgebaut werden muss, oder ob im Falle einer Familie oder Gruppe gerade Einzelporträts dran sind, und der Rest der Familie/Gruppe dementsprechend gerade ein wenig Auszeit hat: Bist Du in so einer Situation in einem Studio, stehen Dir in der Regel nur sehr begrenzte Möglichkeiten zur Entspannung und/oder Zerstreuung zur Verfügung. Zuhause ist das anders: Da kannst Du – was Deine Pausengestaltung angeht – aus dem Vollen schöpfen. Das fördert das Wohlbefinden und die Entspannung und trägt zum Gelingen des Shootings bei.

Um den Blick nochmal auf ein Familienshooting mit Kindern zu lenken: Die Kinder haben in den Pausenzeiten das volle Programm der gewohnten Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mal eben eine Mahlzeit für das Baby zubereiten oder eine Runde stillen? Was „on Tour“ auch bei guter Vorbereitung oft suboptimal ist, wird auf einmal völlig unproblematisch. Das trägt in aller Regel deutlich zur Entspannung von Kindern und Eltern bei.

Vorteil 5:

Es ist mehr Flexibilität möglich

Vielleicht möchtest Du ja nicht nur Fotos von Dir, sondern auch zusätzlich mit einem Freund/einer Freundin. Oder mit der erweiterten Familie. Oder wem auch immer. Jedenfalls wäre das bei einem Homeshooting absolut kein Problem. Wir klopfen den Zeitrahmen des Shootings halbwegs fest, und Du sagst den Freundinnen/Freunden/Familienmitgliedern einfach, wann sie denn idealerweise mal vorbeikommen sollen. Und während mit einem Teil noch die letzten Fotos gemacht werden und ich dann das Fotozeug wieder aus Deinem Heim zusammensammle, kannst Du mit Freunden und/oder Familie schon den Grill anwerfen oder die Kaffeetafel richten, oder was auch immer ihr nach dem gemeinsamen Erlebnis eben so noch vorhabt. Auch das wäre bei Besuch eines Fotostudios umständlicher zu organisieren und vor allem wären die Übergänge von „Fotoshooting mit Freunden“ zu „Grillen mit Freunden“ (oder was auch immer) nicht so flüssig.

Du siehst, es spricht wirklich viel für ein Shooting bei Dir zu Hause. Und mach Dir keine Sorgen, ob Dein Haus/Deine Wohnung wohl für ein Shooting geeignet ist. Natürlich erfordern manche Fotos ein gewisses Maß an verfügbarem Raum: ein Gruppenfoto mit 25 Personen geht halt schlecht in einem 5-Quadratmeter-Raum. Aber im Prinzip gilt auch hier der Spruch „Platz ist in der kleinsten Hütte“.
Ich muss natürlich im Vorfeld so ungefähr wissen, worauf ich mich einlasse. Ab dann ist alles andere nur noch eine Sache der richtigen Planung.

Und falls Du Dich fragst, wie es denn überhaupt möglich sein soll, bei Dir zu Hause Fotos in „Studio-Qualität“ anzufertigen, habe ich eine ganz einfache Antwort für Dich:

Das Studio kommt zu Dir nach Hause. Mit allem, was dazugehört.  Ein ‚Fotostudio‘ an sich ist ja kein magischer Raum, der Grundvoraussetzung für gelungene Fotos ist. Ein Fotostudio ist halt einfach nur ein Raum, in dem ein gewisses Maß an fotografischem Equipment vorhanden ist, das von jemandem bedient wird, der damit auch etwas anzufangen weiß. Nicht mehr, und nicht weniger. Und das geht eben grundsätzlich in jedem Raum, auch in Deinem Wohnzimmer.

Und wenn Du noch mehr Lesen möchtest, habe ich hier mal ein paar Links zu weiteren Blogbeiträgen zusammengestellt, die im Zusammenhang mit Homeshootings stehen, und zwar:

> über ein ‚einfaches‘ Business-Porträt

> über ein minimalinvasives Familienshooting

> über ein Dessous-Shooting auf engstem Raum

Also dann: Bis bald, hier im Blog oder/und mit meinem portablen Fotostudio bei Dir zu Hause.

künstliches Fensterlicht

Ich mag ja Fensterlicht.Wenn ein hinreichend großes Fenster verfügbar und draußen in irgendeiner Form Tageslicht vorhanden ist, die Sonne aber nicht direkt in ‚mein‘ Fenster herein scheint, und dann noch die Umgebung des Fensters fotografisch nutzbar ist. Dann ist Fensterlicht oft eine herrliche Angelegenheit zum unbeschwerten Fotografieren.

Was aber, wenn das Shooting im Winter abends stattfindet? Oder sonst eine der oben aufgezählten Voraussetzungen nicht passt?

Muss ich dann auf mein geliebtes Fensterlicht verzichten?

Antwort: JA und NEIN.

JA, denn von Blitzsynchronzeiten und Blitzlichtgeraffel befreites Fotografieren ist dann passé. Dieser Vorteil des Fensterlichts ist dan wirklich weg. Aber zugleich lautet die Antwort auch:

NEIN, denn ich kann mir künstliches Fensterlicht an jeder beliebigen Stelle in jedem beliebigem Raum aufbauen. Dazu braucht es nicht sehr viel an Material und auch nicht unbedingt sehr viel Platz.

Es reicht ein mittelgroßer Diffusor, also im Prinzip ein aufgespanntes, weißes, lichtdurchlässiges Stück Stoff, das von der Rückseite aus mit einem Blitzlicht befeuert wird. Der Diffusor ist sozusagen meine Fensterscheibe, das Blitzlicht die Sonne. Mit „Rückseite des Diffusors“ meine ich natürlich die Seite, auf der NICHT das Model steht.

Um nun die Lichtverteilung auf meinem Diffusor möglichst flächig zu halten und keine Hotspots zu produzieren, empfiehlt es sich, das Blitzlicht bereits an der Quelle schon einmal zu streuen. Zum Beispiel, indem Du den Blitz durch eine Softbox oder einen Schirm (oder gar beides) schießt. Oder, indem Du den Blitz vom Diffusor weg richtest und sein Licht von einer vorteilhafterweise nahegelegenen weißen Wand reflektieren und so auf die Rückseite des Diffusors fallen lässt. Da führen wieder viele Wege nach Rom.

Ziel des ganzen ist jedenfalls, den Diffusor – mein Fenster – annähernd gleichmäßig zu beleuchten. Der Diffusor streut das Licht dann seinerseits noch einmal, bevor es auf das Model trifft.

Bei dem Homeshooting mit Daniela habe ich mit dieser Technik gearbeitet.

Als Diffusor war ein PRO-Reflektorrahmen der Firma California Sunbounce mit einer 2/3-Diffusorbespannung im Einsatz. Der stand aufrecht mit seiner Unterkante auf dem Fußende vom Bett und wurde von Stativen mit den passenden Halteklammern gehalten. Hinter dem Reflektor hatte ich einen Kompaktblitz positioniert, der durch eine 60x60er Softbox von Lastolite blitzte. Diese Lichtquelle zielte aus ca. 1 Meter Entfernung auf die Mitte des Diffusors. Das ergab auf der gesamten Diffusorfläche ein annähernd gleichmäßig helles Licht. Und das wiederum ergab dann ein wunderbar weiches, schnell in Schatten abfallendes Licht auf Daniela, siehe oben.

Hier noch eine kleine Skizze vom Aufbau:

Übrigens: Nein, es muss natürlich nicht zwingend so ein eher teurer Sunbounce-Diffusor sein. Ich finde diese Reflektoren halt gut (warum das so ist, hatte ich hier mal aufgeschrieben) und habe inzwischen das eine oder andere Teil aus deren Produktion, so dass ich sie dann auch gerne benutze. Aber im Prinzip würde hier auch ein simples Stück Stoff funktionieren. Vorausgesetzt, es ist eben in ähnlicher Form lichtdurchlässig. Oder das Diffusor-Innenleben eines (größeren) 5in1-Reflektors.

Das ändert nichts am Prinzip.

Und noch ein „Übrigens“: Ja, möglicherweise hätte ich den gleichen Effekt allein mit einer wirklich großen Softbox erreichen können. Hätte den Aufbau nochmals vereinfacht: Einfach die 150cm-Octabox auf einen Studioblitz geschnallt und auf das Stativ gepackt. Das wäre sicherlich auch eine gute Lösung gewesen. ABER zum Einen wollte ich gezielt die oben beschriebene Lösung einmal ausprobieren, zum Anderen war vor Ort ganz einfach nicht genug Platz für die 150er Octabox. Denn das Shooting fand in ziemlich beengten Verhältnissen statt, wie Du hier nachlesen kannst.

Platz ist in der kleinsten Hütte…

So oder so ähnlich lautete der Untertitel des letzten Homeshootings im gerade erst vergangenen Jahr 2015. Ich hatte mich mit Daniela zu einem Boudoirshooting verabredet, und zwar in der Wohnung einer Freundin von ihr. Daniela schrieb mir vorher, das die Wohnung nicht sehr groß sei, sondern ein rund 30qm großes Einraum-Apartment. Auch ein Handyfoto fand vorab den Weg zu mir. Ich hatte also eine grobe Idee, in welchen räumlichen Verhältnissen das Shooting stattfinden würde.

Als ich dann das Apartment betrat, habe ich dennoch (rein innerlich natürlich) erstmal geschluckt. 30 Quadratmeter ist als Grundfläche für einen einzelnen Raum eigentlich gar nicht mal sooo klein. Aber wie das so ist: Wenn man erstmal die Stellfläche der diversen Möbel abrechnet, bleibt ja schon mal nur grob die Hälfte an nutzbarer Freifläche übrig – und da ist jetzt schon das Bett mit drin, denn das gehört bei einem Boudoirshooting ja zur nutzbaren Grundfläche dazu ;-). Dann braucht es ja aber noch etwas Platz für die mitgebrachte Kleidung des Models und noch etwas mehr für das mitgebrachte Fotozeugs.

Unterm Strich waren vielleicht 8 oder 9 Quadratmeter Shootingbereich übrig (wieder inklusive Bett). Das ist jetzt echt nicht soooo viel und mehr als einmal hätte ich eigentlich gerne mehr Spielraum für die Positionierung meines Lichtes (oder gar eines zusätzlichen Lichtes) gehabt.

Aber – und das ist das Wichtige: Es ging!

Wir haben selbst auf diesem engen Raum einige schöne Fotos in Szene gesetzt. Klar: großzügige Ganzkörperaufnahmen mit viel negativem Raum – Ideen solcher Art gingen gleich mal über Bord. Angesagt waren eher eng geschnittene Teilaufnahmen oder solche, die das Bett mit einbezogen.

Auch das war nicht immer bequem (also jetzt nicht für Daniela, die vorwiegend gemütlich auf dem Bett lag, sondern eher für mich als Fotograf und Daniela’s Freundin, die ich zum Helfen eingespannt hatte…), insbesondere beim Aufbau des Lichtes nicht, oder wenn man sich auf den verbliebenen 30cm zwischen Bett und Galgenstativ mit Blitzkopf und Softbox durchquetschen musste, um nochmal ein Kissen oder die Decke zurecht zu zuppeln. Aber wir waren ja nicht wegen der Bequemlichkeit dort, sondern wegen der Fotos, die wir machen wollten. Zum Beispiel haben wir das Foto oben gemacht, das zu meinen Favoriten aus dem Shooting zählt, und natürlich auch gleich mal in mein Boudoir-Portfolio gewandert ist.

anklicken für größere Ansicht

Und so sah das Setup für das Foto aus (jetzt weißt Du auch, warum ich fotografiere und nicht male…):

Was die Pose anging war es entscheidend, dass Danielas Po und Rücken unterhalb der Bettdecke mit zusätzlichen Kissen gestützt wurden. Dabei ging es vor allem darum, dass ihr Körper nicht in die Matratze einsank, sondern obenauf bzw. leicht erhöht lag. Dadurch fiel ihr Kopf auf ’natürliche Weise‘ leicht nach hinten (also zu meiner Fotografenposition hin) ab und überstreckte so ganz leicht den Hals. Und das betont dann wunderbar die Kinnlinie und sorgt für einen guten Blickwinkel auf das Gesicht.
Was das Hauptlicht angeht lag das Augenmerk vor allem darauf, es nicht zu hoch zu setzen. Die Softbox, ein 30x140cm großes Striplight mit Wabeneinsatz (eins von diesen hier), war der Lage des Models entsprechend quergestellt und nur leicht höher als Daniela. So erzielte ich die oben ersichtliche Schattenbildung.

Bei höherer Position würden die Schatten weniger stark sein und Danielas Kurven würden weniger gut zur Geltung kommen.

Die Szene diktierte also die Höhe des Blitzes.

Und das wiederum diktierte den Einsatz des Galgenstativs, denn die anderen vor Ort verfügbaren Stative wären schon mit ihrer Mindesthöhe zu hoch gewesen. Mit dem Galgen kann ich ja notfalls bis auf Bodennieau herunter gehen.

Der Einsatz des Galgenstativs wiederum diktierte den Einsatz des „Portys“ als dem Blitzlicht der Wahl, denn das Gesicht des kleinen Portykopfes ist doch eine ganze Portion geringer, als das eines klassischen „Monobloc“-Studioblitzes. Und ich war halt zu faul, noch weitere Sandsäcke aus dem Auto zu holen und in das 2. OG zu schleppen. Dank des Porty bin ich mit einem kleinen Sandsack als hängendes Gegengewicht am anderen Galgenende prima ausgekommen.

Das nur mal so als kleines Beispiel dafür, wie ich mich für die Nutzung eines bestimmten Blitzes ganz einfach in Form einer kleinen Domino-Reihe von Wenn-Dann-Beurteilungen anhand der örtlichen Gegebenheiten entscheide.

Soviel also zum Hauptlicht.

Es gab noch eine Aufhellung der Schatten von rechts. Die hat mir allerdings nur sehr wenig Arbeit gemacht, denn sie war quasi in den Raum eingebaut. Wie hierzulande oft üblich waren die (sehr nahegelegenen) Wände nämlich weiß gestrichen und glücklicherweise passte der Grad der Aufhellung gut zum gewünschten Bildergebnis, so dass ich das einfach mal so lassen konnte. Wäre mir das zuviel Aufhellung gewesen, hätte ich zunächst versucht, Daniela inkl. Bett noch ein Stück in Richtung Hauptlicht zu schieben (40cm Spielraum hatte ich ja noch…); notfalls hätte ich rechts neben dem Bett noch meinen schwarzen Molton als Abschatter auf ein Stativ hängen können/müssen. Wahrscheinlich wären dann die Schatten aber wieder zu dunkel geworden und ich hätte doch noch ein „aktives“ Aufhellicht von rechts …. ach, egal. War nicht nötig, und das hat mir das Leben bei diesem Set doch sehr einfach gemacht.
Dann noch eine schöne SW-Umwandlung und fertig ist ein tolles Foto, dass ich hier unten noch einmal in voller Schönheit einfügt habe – so ein Beitragsbild ist ja doch irgendwie zwingend immer im Panoramaformat…

Danke, Daniela!

eine WC-Tür als Lichtformer….

Wie Du vielleicht weißt, mache ich den Großteil meiner Shootings bei meinen Kunden zu Hause, insbesondere, was den Bereich „Kinder und Familie“ angeht. Und so war ich neulich wieder im Haus von Kunden, bei denen die Geburt des ersten Kindes kurz bevorstand, um den Babybauch meiner Auftraggeberin Steffi zu fotografieren.
Wie immer schaute ich mich im Haus einmal um, um die besten Fotospots des Hauses auszumachen.

Sozusagen obligatorisch war ja erst einmal das Foto im künftigen Kinderzimmer am noch leeren Babybettchen.

Gleich beim Betreten des Hauses war mir aber auch der Flur/Eingangsbereich aufgefallen. Dort war nämlich eine Wand mit dunklen, schmalen Schiefersteinen verklinkert, die unterschiedlich dick waren und folglich unterschiedlich weit von der Wand vorstanden. Ein hervorragender Fotohintergrund, siehe rechts. Durch die nahegelegene Haustüranlage mit reichlich Glaseinsatz kam einiges vom restlichem Tageslicht, obwohl wir den Fototermin auf den Abend gelegt hatten.

Wie das oft so ist war es auch in diesem Hausflur ein bißchen eng. Aber glücklicherweise lag das Gäste-WC genau gegenüber der Foto-Location. Also: Türe auf und rein mit dem Fotografen. Und weil der Abend ja schon etwas fortgeschritten war, bis wir an dieser Location Fotos machten, war nicht mehr so wahnsinnig viel Tageslicht über. Deshalb habe ich die WC-Tür dann erstmal ganz aufgemacht (Pos. 1 in der Skizze), um
möglichst viel Tageslicht auf die Fotolocation fallen zu lassen.

Dann kam Steffi hinzu.
Sie stand direkt vor der Wand, und natürlich wollte ich sie im Profil fotografieren. Da wirkt so ein Babybauch schließlich am Besten. Ich hatte also die werdende Mutter im Profil vor einem klasse Hintergrund stehen und mit halbwegs reichlichem, vor allem aber schön weichem Licht von rechts ausgeleuchtet. „Halbwegs reichlich“, weil ich für eine gerade noch akzeptable Belichtungszeit von 1/60 sec. bei Blende 1.8  auf ISO 1250 gehen musste.

Aber was sah ich nach dem ersten Foto in diesem „Profil-Setup“?

Ich hatte zuviel Licht! Oder besser gesagt: Ich hatte Licht, wo ich es nicht haben wollte.
Das durch dieTür fallende Licht legte sich nämlich wie ein Tuch um Steffi herum und leuchtete nicht nur ihr Profil aus, sondern auch ihre mir zugewandte Seite. Eigentlich ganz logisch, denn die Haustüre mit dem nebenstehenden bodentiefen Fenster war ja schließlich eine riesige Lichtquelle von ca. 2 x 1,5 Meter. Zudem waren die Wand gegenüber der Fotolocation und die komplett aufgeklappte WC-Tür weiß und so wurde das durch die Tür einfallende Licht sozusagen von der Fotografenposition aus in das Foto hinein reflektiert. Und das ergab dann halt nicht nur frontales Licht auf Steffi (von meiner Position aus gesehen also 90° von rechts kommend), sondern auch sehr viel Licht auf ihrer mir zugewandten Seite. Folglich gab es keine richtige Schattenbildung auf ihrer Wange und ihrem Bauch. Und Schatten brauche ich ja nunmal, um Formen so richtig sichtbar zu machen. So war Steffi einfach viel zu „flach“ ausgeleuchtet – siehe das linke Bild im Fotovergleich weiter unten.

Ich musste also das Licht blocken, das auf Steffi’s mir zugewandte Seite fiel.Nun hätte ich dafür verschiedene Optionen im Gepäck gehabt. Zum Beispiel hätte ich einen Sunbouncer mit einer lichtundurchlässigen Bespannung aufstellen oder ein Stück meines schwarzen Moltons auf ein Galgenstativ hängen können. Alles sinnvolle und zielgerichtete Möglichkeiten, die aber eines gemeinsam hatten: Ich hätte noch ein paar Stücke Equipment aufbauen müssen, was wiederum Zeit gekostet hätte. Und die ging – ebenso wie das restliche Tageslicht – allmählich zur Neige.

Warum also kompliziert, wenn es auch ganz einfach geht?

So eine Zimmertür ist nämlich auch eine wunderbare Lichtbremse. Also habe ich einfach die WC-Tür aus ihrer „ganz auf-Position“ soweit herumgeholt, dass sie im 90°-Winkel in den Flur hineinstand und dadurch genau den unerwünschten Teil des Lichtes blockierte (Pos. 2 in der Skizze). Übrig blieb dann – um bei den Lichtformern zu bleiben – im Prinzip ein Striplight, also eine schmales aber hohe Lichtfenster, das frontal auf Steffi gerichtet war und keine Chance hatte, unerwünschtes Streulicht zu produzieren.

Et voilá: Wunderbare Schattenbildung, eine schöne Tiefe und Dimension im Bild. Und das Ganze ohne irgendein Stück Foto-Equipment. Manchmal ist das Leben doch einfach.

Hier mal der Vorher-Nachher-Vergleich:

Ich denke, es ist einigermaßen offensichtlich, dass der Lichteinfall im Foto zu Rechten deutlich besser Steffi’s wunderbare Schwangerschaftsfigur betont und zudem noch ihre vorteilhaften Gesichtszüge zur Geltung bringt.

Was dabei allerdings auch geholfen hat siehst Du auf dem Vergleichsfotos: Steffi ist auf dem zweiten Foto leicht zur Kameraposition hin eingedreht. Das hilft der Schattenbildung zusätzlich auf die Sprünge. Und falls Du Dich über die Lichtkante links an ihrem Arm bzw. Rücken wunderst: Das war das Licht vom links gelegenen Treppenhaus.

Also: Egal ist, WIE Du es machst, dass das Licht nur dahin gelangt, wo es hingehört. Wichtig ist, DASS Du Dir darüber Gedanken machst und im Zweifel die jeweils einfachste und unkomplizierteste Mehtode nimmst, um Dein Ziel zu erreichen.

Vielen Dank für Dein Interesse. Über Teilen, Liken und andere Verbreitung des Blogs freue ich mich immer sehr. — Bis  bald.