Boudoir-Fotografie – Was ist das eigentlich?

Eine Rubrik meines Portfolios habe ich ja mit „Boudoir“ betitelt. Zu sehen sind darin vorwiegend weniger bekleidete Damen, meist in reizende Dessous verschiedener Ausprägung gekleidet. Ist „Boudoir-Fotografie“ also im Prinzip nichts anderes als die ebenfalls oft als Begriff verwendete „Dessous-Fotografie“?

Im Prinzip schon, nur verschiebt der Begriff den Fokus meines Erachtens auf einem anderen Schwerpunkt. Dessous sind tatsächlich oft Bestandteil der (oder jedenfalls meiner) Boudoir-Fotografie, und ich will auch gar keine Haarspalterei über Begriffsdefinitionen betreiben, das kann nämlich am Ende nur schief gehen. Ich habe ja auch weder den einen noch den anderen Begriff erfunden, sondern mich einfach nur für die Betitelung eines Teils meiner Fotografie für den entschieden, der die Sache für mich besser trifft.

Bei mir fällt unter Boudoir-Fotografie schlicht und ergreifend die Fotografie von Menschen mit sinnlicher Komponente. Wichtig ist mir dabei, dass die Sinnlichkeit vor allem durch den Ausdruck des Menschen vor meiner Kamera ins Bild kommt und nicht – jedenfalls nicht allein – einfach nur durch die Kleidung, so reizvoll die auch sein mag.  Insofern jedenfalls sollen die Fotos idealerweise eine gewisse Intimität ausstrahlen – und zwar möglichst allein schon über den Gesichtsausdruck des Models. Dementsprechend war mir der Begriff „Dessous-Fotografie“ als Bezeichnung auch einfach ein bißchen zu platt, weil er meines Erachtens das Wesentliche dieses Themas nicht erfasst, sondern sich allein auf eine „unterstützende Äußerlichkeit“ bezieht.

Das mag jetzt vielleicht etwas hochtrabend, vielleicht sogar herablassend klingen, jedenfalls für diejenigen, die genau den von mir beschriebenen Anspruch unter den Begriff Dessous-Fotografie fassen. Aber wie schon oben geschrieben: Ich will hier nicht Haare spalten oder Grundsatzdiskussionen auslösen, sondern einfach nur erläutern, was ICH für meine Seiten unter dem Stichwort Boudoir-Fotografie verstehe.

Zur Herkunft des Begriffs noch ein kurzer Ausflug ins Lexikon:

Laut Duden ist das Boudoir das „elegante Zimmer einer Dame“. Wikipedia erläutert etwas weitergehend, dass der Begriff zunächst „einen kleinen, elegant eingerichteten Raum, in den sich die Dame des Hauses zurückziehen konnte“ bezeichnet, später als Synonym für das „Ankleidezimmer“stand. Insofern passend also, den Begriff Fotografie von privaten, sinnlichen Momenten auszuleihen.

Ich hoffe zur etwas Klarheit beigetragen zu haben, insbesondere darüber, was für mich der eigentliche Inhalt der Boudoir – oder eben Dessous-Fotografie ist :-).