Das Ende der Käuflichkeit

Moin. Wir schreiben heute den 18. Juni 2020. Seit gut drei Monaten also leben wir hier mit Kontaktbeschränkungen aufgrund der Covid-19-Infektionswelle. Seitdem habe ich natürlich auch keine Fotoshootings mehr gemacht, der Versuchung wenigstens mal ein Outdoorshooting anzuzetteln, hartnäckig widerstanden. Erst recht habe ich die ohnehin eher sporadischen Auftragsarbeiten dran gegeben, und die zwei oder drei Anfragen, deren Termine in diese letzten Wochen gefallen wären, freundlich und mit echtem Bedauern abgelehnt. Zur Erinnerung: Ich bin ja sowieso Hobbyist, lebe also nicht von der Fotografie.

Ohnehin hat sich – auch ohne Covid-19 – die Menge an Auftragsfotografie in den letzten Jahren beständig nach unten entwickelt, ohne dass ich darüber großartig traurig gewesen wäre. Doch, schon, in aller Regel hatte ich auch richtig Spaß an den Auftragsarbeiten, insbesondere den Hochzeiten (auch wenn das natürlich immer die anstrengendsten Gigs waren). Gelegentlich gab es kleine Herausforderungen verschiedenster Art, aber nur ein einziges Mal musste ich mir innerlich zuflüstern, dass ich ja zumindest bezahlt werden würde. Und wie auch immer der persönliche Spaßlevel ausfiel: Stets freute ich mich aufrichtig, meinen Kunden mit meiner Fotografie weiter helfen zu können.

Mit steigender Enge im Fotoschrank hat allerdings doch die Sekundär-Motivation für bezahlte Foto-Gigs (ein Hobby zu haben, das sich selbst finanziert) merklich nachgelassen. Schon länger wägte ich bei Anfragen stets ab, ob mir die winkende Entlohnung den Zeiteinsatz wert war; Zeit, die ich nicht mit meiner Familie verbringen konnte oder in eine meiner vielen Haus- und Gartenbaustellen investieren konnte. Dazu kam, dass ich mehr freie Shootings mit Modellen rein aus Spaß an der Freude gemacht habe. „Mehr“ bedeutet in diesem Zusammenhang übrigens die Steigerung von vielleicht ein oder zwei auf vielleicht fünf bis zehn Shootings pro Jahr! Denn den 36-Stunden-Tag hat ja bisher immer noch niemand erfunden… Aber der Spaß an freien Shootings mit Modellen, die da richtig Bock drauf haben und die ICH mir aussuche, stieg jedenfalls umgekehrt proportional zur Menge der Auftragsarbeiten an.

Und nun sitze ich hier vor dem Rechner an meinem ebenfalls ziemlich vernachlässigten Blog und verkünde im Grunde nur die logische Schlußfolgerung der oben aufgezeichneten Entwicklung: Ich lasse das jetzt mit der Auftragsfotografie und konzentriere mich ausschließlich auf freie Shootings. Einzige Ausnahme: Es gilt, einen guten Zweck zu unterstützen. Das aber zähle ich eigentlich sowieso nicht unter „Auftrag“, sondern unter Ehrenamt. Denn wenn ich so etwas mache, hänge ich da ohnehin kein Preisschild dran.

So, nun wisst ihr Bescheid.

Diese Entscheidung wird natürlich Auswirkungen auf meinen Blog und meine Webseite haben, aus denen ich die entsprechenden Seiten und Beiträge herausnehmen werde. Die Portfolios und Infos für typische Auftragsarbeiten (Familie, Hochzeiten) sind entweder schon verschwunden oder werden in den nächsten Tagen im digitalen Orkus verschwinden. Mal sehen, vielleicht ist es sowieso mal wieder an der Zeit, der Webseite eine Facelift zu verpassen. Werdet ihr dann ja sehen 🙂

Boudoir-Fotografie – Was ist das eigentlich?

Eine Rubrik meines Portfolios habe ich ja mit „Boudoir“ betitelt. Zu sehen sind darin vorwiegend weniger bekleidete Damen, meist in reizende Dessous verschiedener Ausprägung gekleidet. Ist „Boudoir-Fotografie“ also im Prinzip nichts anderes als die ebenfalls oft als Begriff verwendete „Dessous-Fotografie“?

Im Prinzip schon, nur verschiebt der Begriff den Fokus meines Erachtens auf einem anderen Schwerpunkt. Dessous sind tatsächlich oft Bestandteil der (oder jedenfalls meiner) Boudoir-Fotografie, und ich will auch gar keine Haarspalterei über Begriffsdefinitionen betreiben, das kann nämlich am Ende nur schief gehen. Ich habe ja auch weder den einen noch den anderen Begriff erfunden, sondern mich einfach nur für die Betitelung eines Teils meiner Fotografie für den entschieden, der die Sache für mich besser trifft.

Bei mir fällt unter Boudoir-Fotografie schlicht und ergreifend „Boudoir-Fotografie – Was ist das eigentlich?“ weiterlesen

Wie läuft eigentlich so ein Homeshooting?

Ganz kurze Antwort auf die obige Frage: Ruhig. Entspannt. Und typischerweise bei Dir zu Hause. (Falls „zu Hause“ aus verschiedensten Gründen nicht günstig ist geht es natürlich auch in einer angemieteten Location, oder der Wohnung/Villa einer Freundin/eines Freundes. Jedenfalls in einem Bauwerk, das grundsätzlich einen wohnlichen Charakter hat.)

Welche Art von Fotos wir dann machen, ist grundsätzlich erstmal völlig Dir selbst überlassen. Vielleicht hast Du schon Vorstellungen, Ideen, Ansätze, die wir gemeinsam entwickeln und umsetzen können, vielleicht kann ich Dir zu ein paar Ideen verhelfen. Das ist immer ganz unterschiedlich.

Am Besten schickst Du mir gleich mal eine Anfrage, dann werden wir da schon weiterkommen.

UPDATE 2020:

Ich habe die Auftragsfotografie inzwischen eingestellt (siehe hier) und mache nur noch freie Arbeiten mit Modellen auf TFP-Basis. Die Ausführungen in diesem Blogbeitrag gelten dann zwar für ein eventuelles Homeshooting beim Model nach wie vor, aber eben nicht mehr für Privatkunden, die mich gegen Bezahlung buchen wollen.

Der große Vorteil:

Das Beste an einem Shooting bei Dir zu Hause  ist ja, dass Du nicht erst mal alle benötigten Kleidungsstücke packen und durch die Gegend schleppen musst und dann auf Deine Auswahl festgenagelt bist. Mitunter entwickeln sich die vorab besprochenen Ideen für das Styling ja auch weiter, und da ist es einfach gut, wenn der komplette Kleiderschrank – also Kleidung, Schuhe, Accessoires – uneingeschränkt und nicht von der Reise verknittert zur Verfügung stehen.

Vermutlich hast Du Dir Dein Heim ja auch so weit wie eben möglich nach Deinem Geschmack und Wünschen eingerichtet, so dass Du in Deiner Heimstatt auch ein viel besseres Wohlgefühl hast, als in einer fremden Umgebung.  Außerdem steht Dir uneingeschränkt der gewohnte Komfort Deines Heimes zur Verfügung – Deine Kaffeemaschine mit Deiner Kaffeesorte; Deine Teeauswahl, Deine Lieblingsmusik und so weiter. Gerade für „Nicht-Modelle“ ist ja das Wohlfühlen vor der Kamera „Wie läuft eigentlich so ein Homeshooting?“ weiterlesen

Was zum Teufel ist eigentlich ein „Headshot“

Tach. Neulich fragte mich jemand, was denn eigentlich die Rubrik „Headshot“ in meinem Portfolio sei. Diese Frage habe ich hier mal in verschiedene Teilbereiche aufgebrochen und natürlich dann auch direkt in einem Pseudo-Q&A-Dialog beantwortet. Viel Spaß beim Lesen:

Q: WTF ist denn eigentlich ein Headshot?

Wenn man den Begriff einfach mal übersetzt, landet man in etwa bei „Was zum Teufel ist eigentlich ein „Headshot““ weiterlesen

Was sind Fotos wert?

Als Fotograf kennst Du das sicherlich: Ein (potenzieller) Kunde ruft Dich an und möchte, dass Du Fotos für ihn machst. Vielleicht hat es Nachwuchs in der Familie gegeben, und Du sollst die Familie portraitieren. Es schweben Ideen und Wünsche durch die Luft, und Du siehst vor Deinem geistigen Auge schon den Aufwand, der für die bestmögliche Erfüllung all der Wünsche erforderlich ist. Entsprechend fällt dann am Ende der Preis aus, den Du zur Erfüllung dieser fotografischen Wünsche veranschlagst, bzw. veranschlagen musst. Und dann hörst Du erstmal ein kräftiges Schlucken am anderen Ende der Leitung, unweigerlich gefolgt von der Frage, ob das nicht auch irgendwie preiswerter geht.

Als Kunde eines Fotografen kennst Du die gleiche Geschichte aus der anderen Perspektive: Du möchtest ein paar schöne Fotos von Dir, oder, sagen wir, von Deiner Familie haben. Du besprichst mit dem Fotografen Deines Vertrauens Deine Wünsche und Vorstellungen und ihr malt euch gemeinsam aus, was ihr alles an tollen Fotos angehen wollt. Dann kommt das Gespräch irgendwann auf das Thema Honorar, und das dann ist so unglaublich teuer, dass Dir echt die Luft wegbleibt. Es geht doch nur um ein paar Fotos. Wie kann denn das so teuer sein?

An genau dieser Stelle, liebe Leserin und lieber Leser, prallen einfach die Realität professioneller Fotografie einerseits und die Erwartungshaltung fotografisch unvorbelasteter Kunden andererseits aufeinander. Diese Erwartungshaltung ist ganz oft davon geprägt, dass Fotografie „einfach“ ist. Denn wenn schon im Urlaub mit der Handykamera so tolle Aufnahmen gelingen, braucht der Fotograf ja nur die „gute“ Kamera, naja, und vielleicht noch ein wenig Erfahrung. Da drückt er dann noch auf das Knöpfchen, und schon sind absolute Meisterwerke im Kasten. Wie war das noch damals in der Werbung: „Sie drücken den Knopf, wir machen den Rest.“ Und dieser Rest – also das Fotolabor – ist ja inzwischen dank der Digitaltechnik auch entfallen, nicht wahr?  Das einzelne Foto verursacht also sozusagen keine Kosten mehr. Logische Schlußfolgerung: Das kann doch nicht so teuer sein.

Einen Vorwurf kann man daraus den Kunden natürlich nicht machen, auch wenn es mitunter etwas frustrierend ist, immer wieder mit solchen Ansichten zusammen zu stoßen. Es ist einfach die Folge jahrzentelangen Marketings, das zwecks Verkauf von Kameras immer betont hat, wie simpel Fotografie doch sei….

Ohne jetzt hier allzusehr ins Detail gehen zu wollen: Ja, Fotografie kann – nachdem man erstmal die Grundlagen verstanden hat und sein Handwerkszeug kennt –  in der Tat simpel sein. Ein Motiv, eine Kamera, Klick, fertig. Das geht aber nur dann, wenn alle Umstände – also im wesentlichen Motiv und Licht – günstig zusammentreffen. Sobald ich als Fotograf die Umstände – vor allem das Licht – erst einmal beeinflussen oder komplett erschaffen muss, wird es auf der Materialseite auch schnell aufwendig. Dann brauche ich halt Diffusoren, Reflektoren, einen oder mehrere Blitze und das ganze Zeug, was dazugehört: Stative, Halter, Sandsäcke, Kabel, Schirme, Softboxen, Auslöser und so weiter und so fort. Vor allem aber braucht es Zeit, all das aufzubauen und für das gerade anstehende Foto einzurichten. Und weil bei einem Shooting idealerweise eine Vielzahl verschiedener Fotos herauskommen soll, braucht es die Zeit zur Einrichtung des jeweiligen Setups unter Umständen mehrfach.

Es ist also nicht „nur die gute Kamera und Klick“.

Die Aufnahmetechnik – so weit sie auch fortgeschritten ist – ist am Ende eben nur das: die Technik zum Festhalten dessen, WAS DA IST. Was aber genau da ist, und wie ich mein Motiv für die Aufnahme optimal in Szene setze, ist eine ganz andere – und ungleich größere – Baustelle. Die Aufnahme selbst ist in diesem Sinne einfach nur der Schlusspunkt, der die vorherige Inszenierung des Motivs einfängt und festhält. Ich habe in meinem Blog schon mal ein bißchen was zum Setup für ein „einfaches“ Business Porträt geschrieben. Das kann an dieser Stelle sicherlich mal als Beispiel dienen.

Und nach dem Shooting ist die Geschichte ja nicht zu Ende. Dann wird importiert, gesichtet, sortiert und gesichert. Ja, die klassische Labortätigkeit im Sinne eines Chemiebaukastens ist – jedenfalls bei digital arbeiten Fotografen –  Vergangenheit. An die Stelle der chemischen Dunkelkammer ist aber ganz einfach nur die digitale Dunkelkammer getreten, die jede Bilddatei durchlaufen muss, um optimale Ergebnisse zu erbringen. Gegebenenfalls schließt sich dann noch etwas Retuschearbeit und möglicherweise der eigene professionelle Druck. Auch hier stecken wieder eine Menge Zeit und erhebliche Ressourcen (Rechner, Festplatten, Software, Backup-Systeme, Drucker, Zubehör) drin. Und zwar auch dann, wenn das Shooting selber eher einfach war.

Letztlich bleibt festzuhalten: Gute Fotografie ist mehr als Knipsen mit einer „guten Kamera“. Sie braucht neben allem technischen Kram insbesondere eine Zutat: Zeit. Und zwar die Zeit von jemandem, der Zeit investiert hat, um in der Fotografie gut zu werden.

Und solche Zeit kostet ganz einfach Geld.

Am Ende muss jede(r) für sich die Frage beantworten, ob ihr oder ihm die gewünschten Fotos die Kosten ihrer Erstellung wert sind.

Und dazu kann man nur sagen, dass Fotos weitaus mehr sind als Farbe auf Papier. Sie sind – jedenfalls im Idealfall – konservierte Augenblicke, Momente, die man mit bloßem Auge unter Umständen gar nicht wahrgenommen hat. Sie sind in jedem Fall Anstöße für unser Erinnerungsvermögen, dass im Regelfall weitaus weniger verläßlich und akkurat ist, als wir uns das selbst und erst recht vor unseren Mitmenschen eingestehen.

Fotos helfen uns, Erinnerungen hervorzuholen, Vergangenes wieder zu erleben und Emotionen zu wecken. Nicht umsonst lautet ein oft benutzter Spruch beim gemeinsamen Betrachten von Fotos „Weißt Du noch….“.

Gerade wenn es um Familien und Kinder geht zieht das Leben ja oft in einem atemberaubenden Tempo an einem vorbei. Insbesondere dann ist es meines Erachtens wirklich wichtig, gelegentlich innezuhalten und zurückzublicken auf das, was man erreicht hat und welche Entwicklung die Familie genommen hat. Gut, wenn man dann Fotos hat, die einem dabei helfen, sich an Vergangenes zu erinnern. Und besonders gut, wenn die Fotos dann von bestmöglicher Qualität sind, und einen nicht ausrufen lassen „Hätte ich doch damals …..“.

Oder geh mal gedanklich ein paar Generationen weiter. Was hinterlassen wir denn unseren Kindern und deren Kindern? Erinnerungen sicherlich, vielleicht ein paar Erbstücke, unter Umständen auch welche, die die Zeit überdauern und in Ehren gehalten werden. Ganz sicher aber ein Fotoalbum mit den Fotos, die wichtig genug waren, ausbelichtet und zusammengetragen zu werden…

 

Buchungsanfragen nehme ich übrigens gerne über mein Kontaktformular, per Mail und telefonisch (Null Eins Sieben Neun – Zwei Zwei Neun Acht Eins Zwei Eins) entgegen…. ;-).

Update Juni 2020:
Ich habe die Auftragsfotografie inzwischen eingestellt. Daher die Streichung des letzten Absatzes
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Warum eigentlich ein Homeshooting?

Wie ich in diesem Blog ja schon mehrfachst schrieb, unterhalte ich kein eigenes Fotostudio, sondern mache den Großteil meiner Shootings bei meinen Kunden zu Hause als sogenanntes Homeshooting. Alle Fotos oben über diesem Beitrag sind bei Homeshootings entstanden. Heute wollte ich mal ein paar Worte darüber verlieren, warum das für Dich – meiner Kundin/meinem Kunden – viele Vorteile hat.

Update Juni 2020:
Ich habe die Auftragsfotografie inzwischen eingestellt und mache nur noch freie Arbeiten mit Modellen auf TFP-Basis. Dafür gelten die hiesigen Ausführungen natürlich nach wie vor.

Vorteil 1:

Du musst Dich nicht auf den Weg machen.

Das meine ich zunächst mal ganz buchstäblich: Du bleibst einfach gemütlich daheim, in Deiner gewohnten Umgebung, bei Deiner gewohnten Kaffeemaschine, Deinem Lieblingssessel, etc.. Für viele meiner Kunden – in 99,9 v.H. der Fälle sind das ja „Nicht-Modelle“ –  ist die gewohnte Umgebung ein ganz entscheidender Wohlfühl-Faktor. Denn Du begibst ja schon völlig absichtlich in eine absolut ungewohnte Situation, indem Du Dich zum „fotografiert-werden“ vor meine Kamera stellst. Da ist es gleich mal deutlich angenehmer, dies ‚wenigstens‘ in der gewohnten Umgebung zu tun. Zudem entfallen Anfahrtzeiten, entsprechender zeitlicher Vorlauf, Staugefahr, Parkplatzsuche und was eben noch so mit einer eigenen Anreise zusammenhängt.

Im Falle eines Familienshootings mit Babys und Kleinkindern musst Du Dir keine Gedanken machen, wie sich die ungewohnte Umgebung auf die Laune Deines Nachwuchses auswirkt. Vor allem entfällt die oft mit erheblichem Stress verbundene Notwendigkeit, den Nachwuchs zeitgerecht abgefrühstückt, angezogen und ins Auto gepackt zu haben.

Vorteil 2:

Du musst nicht packen und schleppen.

Die Frage des „Was ziehe ich denn an“ ist – je nach Art des Shootings sicherlich in unterschiedlicher Intensität – eine der größeren Herausforderungen, die Dich (bzw. uns) vor dem Shooting beschäftigen. Dazu gibt es von mir natürlich im Vorfeld auch immer ein paar hilfreiche Tipps, aber den Inhalt Deines Kleiderschranks kennst zunächst mal nur Du. Das bleibt auch bestehen und entfällt nicht dadurch, dass wir das Shooting bei Dir zu Hause machen. Der entscheidende Punkt ist nur: Du musst Deine Auswahl nicht im Vorfeld packen und schleppen. Du musst Dir keine Sorgen um die Knitterfreiheit der Kleidung machen. Vor allem aber bist Du beim Shooting nicht auf Deine Auswahl festgenagelt. Wenn wir bei Dir zu Hause fotografieren, ist es immer nur ein kurzer Weg zum Kleiderschrank, Schmucktresor oder dem Schuhlager.

Im Falle eines Familienshootings mit kleinen Kindern oder Babys musst du zudem nicht den ganzen Kram einpacken, der bei jeder noch so kleinen Fahrt mit den Kindern nötig ist. Kuschelsachen und Wickeltasche müssen nicht zusammengesucht werden. Und die Frage, wieviel Prozent der Spielzeugabteilung mitgenommen werde müssen, steht auch nicht zu Diskussion. Das nimmt für Dich eine ganze Menge Stress aus dem unmittelbaren zeitlichen Vorlauf des Shootings heraus.

Fazit der ersten beiden Punkte:

Packen, Schleppen, Anreisen und Parkplatzsuche sind bei einem Homeshooting allein meine Sache 🙂

Vorteil 3:

Die Fotos sind persönlicher.

Ganz oft nutze ich Elemente der jeweiligen Wohnung als Kulisse. Diese Kulisse hält sich zwar dezent im Hintergrund, drückt dem Foto aber eben doch den Stempel der Wohnlichkeit auf. Infolgedessen findest nicht nur Du Dich in meinen Fotos wieder, sondern auch Auszüge Deiner Behausung. Das verleiht den Fotos automatisch Individualität und Spuren von DEINEM Wohnstil. Die oft etwas sterile oder künstlich wirkende Studioatmosphäre passt ja nicht unbedingt zu jedem Foto und wird dadurch von vornherein vermieden.
Aber natürlich kann ich – wenn das denn gewünscht ist – mittels eines Hintergrundsystems auch bei einem Homeshooting in Deinem Refugium einen Studiolook erzeugen, also jeglichen individuellen, räumlichen Kontext ausblenden und dadurch eine neutrale Basis für die Fotos schaffen. Damit stehen uns bei einem Homeshooting alle Möglichkeiten offen; das Beste aus beiden Welten sozusagen.

Vorteil 4:

Die Pausenzeiten sind optimaler nutzbar.

Bei jedem Fotoshooting gibt es Pausen. Egal, ob gerade ein anderes Set aufgebaut werden muss, oder ob im Falle einer Familie oder Gruppe gerade Einzelporträts dran sind, und der Rest der Familie/Gruppe dementsprechend gerade ein wenig Auszeit hat: Bist Du in so einer Situation in einem Studio, stehen Dir in der Regel nur sehr begrenzte Möglichkeiten zur Entspannung und/oder Zerstreuung zur Verfügung. Zuhause ist das anders: Da kannst Du – was Deine Pausengestaltung angeht – aus dem Vollen schöpfen. Das fördert das Wohlbefinden und die Entspannung und trägt zum Gelingen des Shootings bei.

Um den Blick nochmal auf ein Familienshooting mit Kindern zu lenken: Die Kinder haben in den Pausenzeiten das volle Programm der gewohnten Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mal eben eine Mahlzeit für das Baby zubereiten oder eine Runde stillen? Was „on Tour“ auch bei guter Vorbereitung oft suboptimal ist, wird auf einmal völlig unproblematisch. Das trägt in aller Regel deutlich zur Entspannung von Kindern und Eltern bei.

Vorteil 5:

Es ist mehr Flexibilität möglich

Vielleicht möchtest Du ja nicht nur Fotos von Dir, sondern auch zusätzlich mit einem Freund/einer Freundin. Oder mit der erweiterten Familie. Oder wem auch immer. Jedenfalls wäre das bei einem Homeshooting absolut kein Problem. Wir klopfen den Zeitrahmen des Shootings halbwegs fest, und Du sagst den Freundinnen/Freunden/Familienmitgliedern einfach, wann sie denn idealerweise mal vorbeikommen sollen. Und während mit einem Teil noch die letzten Fotos gemacht werden und ich dann das Fotozeug wieder aus Deinem Heim zusammensammle, kannst Du mit Freunden und/oder Familie schon den Grill anwerfen oder die Kaffeetafel richten, oder was auch immer ihr nach dem gemeinsamen Erlebnis eben so noch vorhabt. Auch das wäre bei Besuch eines Fotostudios umständlicher zu organisieren und vor allem wären die Übergänge von „Fotoshooting mit Freunden“ zu „Grillen mit Freunden“ (oder was auch immer) nicht so flüssig.

Du siehst, es spricht wirklich viel für ein Shooting bei Dir zu Hause. Und mach Dir keine Sorgen, ob Dein Haus/Deine Wohnung wohl für ein Shooting geeignet ist. Natürlich erfordern manche Fotos ein gewisses Maß an verfügbarem Raum: ein Gruppenfoto mit 25 Personen geht halt schlecht in einem 5-Quadratmeter-Raum. Aber im Prinzip gilt auch hier der Spruch „Platz ist in der kleinsten Hütte“.
Ich muss natürlich im Vorfeld so ungefähr wissen, worauf ich mich einlasse. Ab dann ist alles andere nur noch eine Sache der richtigen Planung.

Und falls Du Dich fragst, wie es denn überhaupt möglich sein soll, bei Dir zu Hause Fotos in „Studio-Qualität“ anzufertigen, habe ich eine ganz einfache Antwort für Dich:

Das Studio kommt zu Dir nach Hause. Mit allem, was dazugehört.  Ein ‚Fotostudio‘ an sich ist ja kein magischer Raum, der Grundvoraussetzung für gelungene Fotos ist. Ein Fotostudio ist halt einfach nur ein Raum, in dem ein gewisses Maß an fotografischem Equipment vorhanden ist, das von jemandem bedient wird, der damit auch etwas anzufangen weiß. Nicht mehr, und nicht weniger. Und das geht eben grundsätzlich in jedem Raum, auch in Deinem Wohnzimmer.

Und wenn Du noch mehr Lesen möchtest, habe ich hier mal ein paar Links zu weiteren Blogbeiträgen zusammengestellt, die im Zusammenhang mit Homeshootings stehen, und zwar:

> über ein ‚einfaches‘ Business-Porträt

> über ein minimalinvasives Familienshooting

> über ein Dessous-Shooting auf engstem Raum

Also dann: Bis bald, hier im Blog oder/und mit meinem portablen Fotostudio bei Dir zu Hause.

Ich bin einfach nicht fotogen…

Als Fotograf im Privatkundenbereich kennst Du das sicher. Als die Person vor der Kamera mit nur sehr gelegentlichem Kontakt zur Fotografie unter Umständen auch. Nur eben aus unterschiedlichen Blickwinkeln:

Das Unwohlsein oder gar eine gewisse Angst, vor dem gläsernen Ende einer Kamera zu stehen.

Oft äußert sich das ja bloß in einer mehr oder weniger deutlichen Anspannung, die man dann als Fotograf zu überwinden sucht. Manchmal ist da aber mehr. So war das bei meinem Shooting mit dem Team von Entheos-Coaching in meinem Lieblings-Outdoor-Studio, dem Burgpark der Burg Linn. Das Team brauchte Fotos für die Website ihrer neu gegründeten Firma. Der Kontakt kam über eine Freundin aus Schulzeiten zustande, die Teil des Coaching-Teams ist. Diese stand ganz offen dazu, dass sie ein Problem damit hat, fotografiert zu werden. Sie fragte mich, was sie denn tun könne, um ihre „Fotophobie“ zu überwinden.

Das hier habe ich ihr dann im Zuge unseres E-Mail-Verkehrs vor dem Shooting geschrieben:

So, nun mal (…) ein paar Worte zum Thema „Unbehagen beim Fotografiert-werden“. Ohne, dass wir jetzt großartig mal darüber gesprochen hätten, warum Du glaubst(!), dass Du ein Problem damit hast, fotografiert zu werden (in Wirklichkeit hast Du da nämlich kein Problem, Du weißt das nur noch nicht…), hier mal ein paar Ansätze und Ideen:

„Ich bin einfach nicht fotogen“

Es gibt ja wirklich viele Leute, die glauben, sie wären nicht „fotogen“ oder sie würden generell auf Fotos nicht gut aussehen. Der Hintergrund dafür – und damit die Lösung – ist eigentlich ganz simpel: Die allermeisten Menschen sind noch nie „fotografiert“, sondern immer nur „geknipst“ worden. Deshalb kennen die Leute nur Schnappschüsse von sich selber – nach dem Motto „Schatz, guck doch mal“ – Klack. Und das am besten noch mit einem Weitwinkel aus 15cm Abstand und einem Blitz direkt auf der auf Kamera, frisch nach dem Aufstehen am Montagmorgen in den besten Schlabberklamotten. Das bei solchen Fotoüberfällen nie ein wirklich schmeichelhaftes Foto herauskommt, versteht sich quasi von selbst. Und selbst, wenn man sich sorgfältig gestylt hat – für eine Party zum Beispiel – und damit die Auswahl der Kleidung und die Augenringe des frühen Montagmorgen schon mal kein fotografisches Problem darstellen – kommen eben trotzdem meist nur Schnappschüsse ohne Rücksicht auf die Pose, Haltung, das Licht, die Brennweite etc. zustande.
Und wenn DAS dann der vorherrschende Eindruck ist, den man von sich selbst auf seinen Fotos hat, ist eine gewisses Unbehagen in Sachen Foto völlig verständlich.Die Lösung dafür ist grundsätzlich recht simpel und heißt ganz einfach: Wir lassen uns mit dem Foto ein bißchen Zeit.

  • Zeit für die eigene Vorbereitung in Sachen Kleidung und ggf. Makeup.
  • Zeit, eine geeignete Location aufzusuchen.
  • Zeit, das Licht zu formen und zu optimieren
  • Zeit für Dich zum „Warmwerden“, damit Du Dich ein bißchen an die Situation gewöhnen kannst
  • Zeit für mich, herauszufinden, was für Dich die optimale Haltung ist

Lässt man sich nämlich beim Fotografieren einfach mal ein bißchen Zeit und erarbeitet ein Foto – so wie wir das machen werden – kommen in aller Regel ganz andere Ergebnisse zustande, als man das von den diversen Schnappschüssen gewohnt ist.

Spieglein, Spiegeln…

Ein weiterer Aspekt, warum sich viele Leute auf Fotos „komisch“ vorkommen, ohne dass sie sagen könnten, woran das genau liegt, ist ganz banale Physik: Jeder Mensch kennt sein eigenes Gesicht nur aus dem Spiegel – und deshalb nur als seitenverkehrtes Spiegelbild! Ein Foto zeigt Dich aber stets so, wie der Rest der Welt Dich sieht und entspricht genau deswegen nicht der eigenen Wahrnehmung.
Da kann man ehrlicherweise nix dran machen, denn wenn man das Foto spiegelt, passt es zwar vielleicht besser zur eigenen Wahrnehmung, aber auf einmal findet der Rest der Welt das Foto unter Umständen etwas merkwürdig. Die einzige Hilfe ist, sich diesen Umstand mal vor Augen zu führen, wenn man mal wieder ein Foto von sich selbst sieht, auf dem „irgendetwas merkwürdig ist“.

Fokussierung auf die Kleinigkeiten

Und last but not least sieht man sich selbst viel zu häufig, als dass man bei der Beurteilung des eigenen Aussehens objektiv sein könnte. Das heißt, der Eindruck, den man von sich selber hat, ist nicht mehr vom objektiv vorhandenen, allgemeinen Gesamteindruck geprägt, sondern vielmehr von den paar Details, die einen selber an sich stören. Man macht sein Bild von sich selbst meist an irgendwelchen „störenden“ Kleinigkeiten fest, die unser Umfeld im Zweifel überhaupt gar nicht wahrnimmt oder völlig anders gewichtet.
Hierzu hat die Firma Dove mal ein nettes Video veröffentlicht, dass – unabhängig davon, ob das dort gezeigte Experiment nun tatsächlich so stattgefunden hat oder nicht – mal eine ziemlich eindeutige und wahre Nachricht transportiert.

Was ist zu tun?

Du hast mich gefragt, was Du tun könntest, um Deine „Fotophobie“ zu überwinden. Nun, das Wesentlichste tust Du schon: Du vertraust mir. Das ist schon mal eine geniale Grundvoraussetzung, denn Du weißt, dass da hinter diesem schwarzen Kasten jemand ist, der keinen Mist mit Deinen Fotos anstellt und der auf Dich acht gibt.Versuche bitte nicht mit aller Gewalt, auf den Punkt genau „entspannt zu sein“, das wird nicht funktionieren. Versuche eher entspannte Rahmenbedingungen für den Termin zu schaffen, damit Du nicht schon von allen möglichen anderen Einflüssen her völlig angenervt bist. Alles andere ist eine Frage der Zeit und Ruhe beim Shooting selber. Wir kriegen das schon hin!

Liebe Grüße,

Nach der Antwort auf diese E-Mail zu schließen hat das schon mal eine ganze Ecke weitergeholfen, die Perspektive auf das anstehende Fotoshooting zu korrigieren. Natürlich war es für meine Freundin immer noch mit Überwindung verbunden, tatsächlich vor die Kamera zu treten, aber am Ende hat sie es mit Bravour geschafft und wirkte dabei auch durchaus entspannt.

Ich habe sie dann nach dem Fotoshooting mal ein bißchen mit Fragen zu dem Thema behelligt. Ich wollte von ihr vor allem wissen, was ihr geholfen hat, sich vor die Kamera zu trauen. Daraufhin schrieb sie mir, dass ihr in allererster Linie das Wissen geholfen habe, dass sie mir vertrauen konnte. Und dass meine Anleitungen in Sachen Posing und Haltung dazu beigetragen hätten, das Vertrauen in meine Fähigkeiten als Fotograf zu stärken. Weiterhin sei hilfreich gewesen, dass wir mit einem Gruppenbild mit dem ganzen Entheos-Team angefangen hätten.

Am Ende war es also zu einem guten Teil die alte Verbundenheit aus Schulzeiten, die sie von vornherein mit einem guten Maß an Vertrauen in mich ausgestattet haben. Diese Startsituation hat man ja nun als Fotograf nicht immer, sondern dahin muss man im Zweifel erstmal im Zuge der ersten Kontaktaufnahmen kommen. Das allein wäre aber natürlich dann nicht ausreichend gewesen, wenn ich nicht beim Shooting selber sehr achtsam gewesen wäre, was und wie ich Ideen und Hinweise für das Posing kommuniziert habe. Am Ende ist das also keine Magie, sondern einfach nur ein bißchen Einfühlungsvermögen und das Bewußtsein, dass sich der Mensch vor der Kamera in einer sehr ungewohnten und verletzlichen Position befindet.

Im Prinzip bin ich damit also thematisch wieder bei diesem Blogpost hier, wo ich mich ein bißchen dazu ausgelassen hatte, wie wichtig die Verbindung zwischen dem Mensch vor und dem Mensch hinter der Kamera ist.

 

Ganz besonders gefreut hat mich ihre Antwort auf die folgende Frage, da hatte ich ehrlich gesagt, ein kleines Tränchen der Rührung im Auge:

 

Q.     Nach 2 Wochen hast Du die Fotos das erste Mal gesehen. Wie war Deine Reaktion?

 

A.      Erst war ich freudig gespannt. Als sie dann da waren hatte ich kurzen Anflug von Panik, ob ich wieder so vollkommen andere Bilder vor meinem geistigen Auge haben werde und: Was mache ich, wenn meine Bilder gruselig sind und sie aber auf die (Web-)Seite müssen? Nach dem Öffnen der Datei hab ich mich dann einfach nur noch gefreut!   Nicht nur über meine Bilder, auch über die Bilder der anderen und der Kinder. Ich habe alle Menschen darauf erkannt, also ich meine in Ihrer Energie und Ausstrahlung. Die Bilder sind „wahr“, so hat es sich angefühlt, das habe ich auch gesehen. Verstehst Du, was ich meine? Es geht mir dabei nicht um schön im Sinne der Schönheitsstandards. Ich kann visuell wahrnehmen, welche Energie die Menschen ausstrahlen, dass sie sich wohlfühlen, Spass haben und eine positive Stimmung herrscht.  Wobei ich grade denke, es muss gar nicht nur positiv sein, aber eben authentisch! Ja, ich denke, dass beschreibt es am besten. Das Gesicht und die Körperhaltung, passen zu dem was da aus den Augen kommt.

 

Mission erfolgreich, würde ich dazu mal sagen. Ein größeres Lob kann man wohl als Portrait-Fotograf nicht bekommen. Danke!So, das war jetzt irgendwie wieder ein ziemlich langer Blogpost. Ich hoffe er kann Dir (als Fotograf/in) eine Hilfe im Bekämpfen der Ängste und Sorgen Deiner Kunden sein. Und ich hoffe er kann Dir (als Kunde eines Fotografen) schon mal die eine oder andere Sorge erleichtern oder gar nehmen. Deine Erfahrungen in diesem Zusammenhang würden mich sehr interessieren. Schreib mir doch mal, wie Du (als Fotograf/in) erfolgreich einen Kunden mit Fotophobie ‚behandelt‘ hast. Oder wie Du (als Fotografierte(r)) gute oder schlechte Erfahrungen im Umgang mit Deinen Sorgen gemacht hast.

 

Bis bald!