Ist klar, worum es geht, oder?

Anscheinend hat einen guten Teil der im Internet sehr präsenten Fotografen der Trend zum Minimalismus gepackt – jedenfalls, was die Kamerasysteme angeht, mit denen sie fotografieren. Die OMD-Serie von Olympus zum Beispiel oder die X-Serie von Fuji, um nur mal 2 der Protagonisten auf diesem Feld zu nennen. Spiegellose Systemkameras, teilweise mit im Vergleich zu handelsüblichen digitalen Spiegelreflexkameras kleineren Bildsensoren ausgestattet, stellen durchaus eine Verlockung dar, versprechen sie doch eine gleichartige oder wenigstens sehr gut hinreichende Bildqualität bei deutlich reduziertem Packmaß und Gewicht gegenüber den Spiegelreflex-Boliden.

Seit mehr als einem Jahr beschäftige ich mich immer mal wieder mit der Frage, ob ich mir wohl als kleine „Immer-dabei-Kamera“ so eine spiegellose Systemkamera kaufen sollte. Denn das ist klar: Meine Vollformat-Spiegelreflexkamera mit 2.8er Objektiv erweist sich in diesem Bezug als reichlich sperrig, klobig und schwer. Da hätte so ein kleines Kameralein schon echt seinen Reiz.

Ein Freund hat sich kürzlich die XM von Fuji gekauft. Echt niedlich, in was für ein Mini-Gehäuse man einen APS-C-Sensor packen kann. Gute Bildqualität im Gürteltaschenformat. Allerdings würde ich – wenn es schon um Miniaturisierung geht – dann doch eher zu einem Micro-4/3-System wie der OMD-Serie von Olympus tendieren, denn so klein die Kameras der X-Serie auch sind, die Objektive müssen dann eben doch wieder auf das APS-C-Format ausgerichtet werden, was der Miniaturisierung eben Grenzen setzt.

Wenn schon klein, dann auch richtig. Aber eben auch nicht zu klein. Als Nikonianer drängt sich ja der Blick zur Nikon 1 Serie auf. Aber da wird mir dann der Sensor dann irgendwie doch schon ZU klein, und irgendwie komme ich auch nicht mit der Modellpolitik von Nikon klar. Wenn die Teile wenigstens mit dem normalen Blitzsystem der Nikon-DSLR-Schiene kompatibel wären… Aber nein, da muss ja wieder was Eigeständiges her. Muss ich echt nicht verstehen. Und die Preise übrigens auch nicht…

Also war ich irgendwie schon auf die OMD-Schiene geraten. Micro-4/3 ist in meinen Augen irgendwie der Königsweg für den Kompromiss zwischen „so klein wie möglich“ und „so gut wie möglich“. Ein Traum wäre natürlich so ein Set aus der OMD EM-1 mit dem 12-40/2.8 und dem 45/1.8 oder besser noch dem 75/1.8. Ziemlich klein und handlich, was für eine „Immer-dabei-Kamera“ ja schon toll ist, dabei aber eben auch auf den professionellen Bedarf ausgerichtet, was ich ehrlicherweise auch nicht vermissen möchte. Nicht, dass ich jetzt der totale Superprofi bin, aber ich glaube, es würde mich total annerven, eine Kamera zu haben, die mich bedienungsmäßig ständig auf’s Menü verweisen würde.

Die Kosten so einer Lösung sind dann aber eben auch schon nicht mehr so ganz günstig. Und genau da bleibe ich dann immer hängen. Dann geht die Suche nach preiswerteren Optionen los. Gut, die EM-1 könnte man ohne allzu große Abstriche auch durch die EM-10 ersetzen. Aber bei den Objektiven sieht das für mich anders aus. Wenn ich dann Testberichte zu den Consumer-orientierten Objektiven lese komme immer wieder zum gleichen Schluss: Damit würde ich nicht glücklich.

Denn Fakt ist: Von meine D800 mit den guten 2.8er Objektiven und den diversen Festbrennweiten bin ich bildqualitätsmäßig vermutlich ganz schön verwöhnt. Auch wenn dann mein Kopf weiß, dass bei einem kleineren Kamerasystem insbesondere bei Nutzung von preiswerten Objektiven unweigerlich Abstriche bei den Anforderungen gemacht werden müssen, würde sich mein Bauch vermutlich jedesmal ärgern, dass ich nicht die bestmögliche Option für das kleine Kamerasystem gezogen habe. Und schon zucke ich wieder vor den Kosten zurück, und muss mich der Frage stellen: Wozu habe ich mir eigentlich ein teures und großes Vollformatset aufgebaut, wenn es jetzt auf einmal zwei ganze Nummern kleiner sein soll?

Natürlich gibt es viele Antworten auf diese Frage. Einige davon könnten sogar rationell haltbar sein. Etwa, dass die beiden Kamerasysteme natürlich für unterschiedliche Anforderungen gedacht sind und so weiter. Echt gute Argumentation – jedenfalls für einen Vollprofi, der sich tagtäglich unterschiedlichen Anforderungen ausgesetzt sieht. Aber für einen Nebenberufler/Hobbyisten wie mich? Hmmm. Da sehe ich doch Schwierigkeiten in der Rechtfertigung der Ausgaben vor der Regierung.

Und die Lösung?

Die gibt es noch nicht. Ein kompetentes Kamerasystem èn Miniatur zu besitzen hat nach wie vor einen großen Reiz. Aber eben auch seinen Preis.

Willkommen in der Dauerschleife.
Wenn ich nen Ausgang gefunden habe, sage ich euch Bescheid.

*Update 12.04.2016 (was man bei einer Blogrevision nicht so alles findet…):

Ich habe immer noch kein zusätzliches kleines Kamerasystem. Aber es liegt an mir, glaube ich….

 

*UPDATE 04.05.2017 (bei der nächsten Blogrevision):

Gerade kürzlich hatte ich die XT-2 von Fuji in der Hand. Hat aber auch nicht geholfen….