Als Fotograf kennst Du das sicherlich: Ein (potenzieller) Kunde ruft Dich an und möchte, dass Du Fotos für ihn machst. Vielleicht hat es Nachwuchs in der Familie gegeben, und Du sollst die Familie portraitieren. Es schweben Ideen und Wünsche durch die Luft, und Du siehst vor Deinem geistigen Auge schon den Aufwand, der für die bestmögliche Erfüllung all der Wünsche erforderlich ist. Entsprechend fällt dann am Ende der Preis aus, den Du zur Erfüllung dieser fotografischen Wünsche veranschlagst, bzw. veranschlagen musst. Und dann hörst Du erstmal ein kräftiges Schlucken am anderen Ende der Leitung, unweigerlich gefolgt von der Frage, ob das nicht auch irgendwie preiswerter geht.
Als Kunde eines Fotografen kennst Du die gleiche Geschichte aus der anderen Perspektive: Du möchtest ein paar schöne Fotos von Dir, oder, sagen wir, von Deiner Familie haben. Du besprichst mit dem Fotografen Deines Vertrauens Deine Wünsche und Vorstellungen und ihr malt euch gemeinsam aus, was ihr alles an tollen Fotos angehen wollt. Dann kommt das Gespräch irgendwann auf das Thema Honorar, und das dann ist so unglaublich teuer, dass Dir echt die Luft wegbleibt. Es geht doch nur um ein paar Fotos. Wie kann denn das so teuer sein?
An genau dieser Stelle, liebe Leserin und lieber Leser, prallen einfach die Realität professioneller Fotografie einerseits und die Erwartungshaltung fotografisch unvorbelasteter Kunden andererseits aufeinander. Diese Erwartungshaltung ist ganz oft davon geprägt, dass Fotografie „einfach“ ist. Denn wenn schon im Urlaub mit der Handykamera so tolle Aufnahmen gelingen, braucht der Fotograf ja nur die „gute“ Kamera, naja, und vielleicht noch ein wenig Erfahrung. Da drückt er dann noch auf das Knöpfchen, und schon sind absolute Meisterwerke im Kasten. Wie war das noch damals in der Werbung: „Sie drücken den Knopf, wir machen den Rest.“ Und dieser Rest – also das Fotolabor – ist ja inzwischen dank der Digitaltechnik auch entfallen, nicht wahr? Das einzelne Foto verursacht also sozusagen keine Kosten mehr. Logische Schlußfolgerung: Das kann doch nicht so teuer sein.
Einen Vorwurf kann man daraus den Kunden natürlich nicht machen, auch wenn es mitunter etwas frustrierend ist, immer wieder mit solchen Ansichten zusammen zu stoßen. Es ist einfach die Folge jahrzentelangen Marketings, das zwecks Verkauf von Kameras immer betont hat, wie simpel Fotografie doch sei….
Ohne jetzt hier allzusehr ins Detail gehen zu wollen: Ja, Fotografie kann – nachdem man erstmal die Grundlagen verstanden hat und sein Handwerkszeug kennt – in der Tat simpel sein. Ein Motiv, eine Kamera, Klick, fertig. Das geht aber nur dann, wenn alle Umstände – also im wesentlichen Motiv und Licht – günstig zusammentreffen. Sobald ich als Fotograf die Umstände – vor allem das Licht – erst einmal beeinflussen oder komplett erschaffen muss, wird es auf der Materialseite auch schnell aufwendig. Dann brauche ich halt Diffusoren, Reflektoren, einen oder mehrere Blitze und das ganze Zeug, was dazugehört: Stative, Halter, Sandsäcke, Kabel, Schirme, Softboxen, Auslöser und so weiter und so fort. Vor allem aber braucht es Zeit, all das aufzubauen und für das gerade anstehende Foto einzurichten. Und weil bei einem Shooting idealerweise eine Vielzahl verschiedener Fotos herauskommen soll, braucht es die Zeit zur Einrichtung des jeweiligen Setups unter Umständen mehrfach.
Es ist also nicht “nur die gute Kamera und Klick”.
Die Aufnahmetechnik – so weit sie auch fortgeschritten ist – ist am Ende eben nur das: die Technik zum Festhalten dessen, WAS DA IST. Was aber genau da ist, und wie ich mein Motiv für die Aufnahme optimal in Szene setze, ist eine ganz andere – und ungleich größere – Baustelle. Die Aufnahme selbst ist in diesem Sinne einfach nur der Schlusspunkt, der die vorherige Inszenierung des Motivs einfängt und festhält. Ich habe in meinem Blog schon mal ein bißchen was zum Setup für ein „einfaches“ Business Porträt geschrieben. Das kann an dieser Stelle sicherlich mal als Beispiel dienen.
Und nach dem Shooting ist die Geschichte ja nicht zu Ende. Dann wird importiert, gesichtet, sortiert und gesichert. Ja, die klassische Labortätigkeit im Sinne eines Chemiebaukastens ist – jedenfalls bei digital arbeiten Fotografen – Vergangenheit. An die Stelle der chemischen Dunkelkammer ist aber ganz einfach nur die digitale Dunkelkammer getreten, die jede Bilddatei durchlaufen muss, um optimale Ergebnisse zu erbringen. Gegebenenfalls schließt sich dann noch etwas Retuschearbeit und möglicherweise der eigene professionelle Druck. Auch hier stecken wieder eine Menge Zeit und erhebliche Ressourcen (Rechner, Festplatten, Software, Backup-Systeme, Drucker, Zubehör) drin. Und zwar auch dann, wenn das Shooting selber eher einfach war.
Letztlich bleibt festzuhalten: Gute Fotografie ist mehr als Knipsen mit einer „guten Kamera“. Sie braucht neben allem technischen Kram insbesondere eine Zutat: Zeit. Und zwar die Zeit von jemandem, der Zeit investiert hat, um in der Fotografie gut zu werden.
Und solche Zeit kostet ganz einfach Geld.
Am Ende muss jede(r) für sich die Frage beantworten, ob ihr oder ihm die gewünschten Fotos die Kosten ihrer Erstellung wert sind.
Und dazu kann man nur sagen, dass Fotos weitaus mehr sind als Farbe auf Papier. Sie sind – jedenfalls im Idealfall – konservierte Augenblicke, Momente, die man mit bloßem Auge unter Umständen gar nicht wahrgenommen hat. Sie sind in jedem Fall Anstöße für unser Erinnerungsvermögen, dass im Regelfall weitaus weniger verläßlich und akkurat ist, als wir uns das selbst und erst recht vor unseren Mitmenschen eingestehen.
Fotos helfen uns, Erinnerungen hervorzuholen, Vergangenes wieder zu erleben und Emotionen zu wecken. Nicht umsonst lautet ein oft benutzter Spruch beim gemeinsamen Betrachten von Fotos „Weißt Du noch….“.
Gerade wenn es um Familien und Kinder geht zieht das Leben ja oft in einem atemberaubenden Tempo an einem vorbei. Insbesondere dann ist es meines Erachtens wirklich wichtig, gelegentlich innezuhalten und zurückzublicken auf das, was man erreicht hat und welche Entwicklung die Familie genommen hat. Gut, wenn man dann Fotos hat, die einem dabei helfen, sich an Vergangenes zu erinnern. Und besonders gut, wenn die Fotos dann von bestmöglicher Qualität sind, und einen nicht ausrufen lassen „Hätte ich doch damals …..“.
Oder geh mal gedanklich ein paar Generationen weiter. Was hinterlassen wir denn unseren Kindern und deren Kindern? Erinnerungen sicherlich, vielleicht ein paar Erbstücke, unter Umständen auch welche, die die Zeit überdauern und in Ehren gehalten werden. Ganz sicher aber ein Fotoalbum mit den Fotos, die wichtig genug waren, ausbelichtet und zusammengetragen zu werden…
Buchungsanfragen nehme ich übrigens gerne über mein Kontaktformular, per Mail und telefonisch (Null Eins Sieben Neun – Zwei Zwei Neun Acht Eins Zwei Eins) entgegen…. ;-).
Update Juni 2020:
Ich habe die Auftragsfotografie inzwischen eingestellt. Daher die Streichung des letzten Absatzes.




2015 habe ich begonnen, mich in einem für mich ganz neuem Metier zu tummeln: dem Bereich der Boudoir-Fotografie. Um gleich „richtig“ (im Sinne von „möglichst produktiv“) einzusteigen, habe für mein erstes Shooting mit Christin auf ein sehr erfahrenes und nett unkompliziertes Model zurückgegriffen. Es war auch tatsächlich ein richtig guter Einstieg. Super nett, professionell und überaus ergebnisreich. Die Investition in das Modelhonorar hat sich meines Erachtens richtig gelohnt. Über den Unterschied zwischen der Atmosphäre des fertigen Foto und der Atmosphäre beim Erstellen der Fotos, der durchaus recht groß sein kann, habe ich in meinem Blogpost „
2015 gab es wieder eine Hochzeit zu fotografieren, nämlich die von Sandra und Markus.
Die Profilmontagen haben aber auch Gesellschaft bekommen: Nämlich von der sogenannten Türrahmencollage. DAS war mal so richtig was zum Dazulernen. Vor allem habe ich daraus gelernt, (für mich) neue Ideen erst dann in die Tat umzusetzen, wenn die örtlichen Verhältnisse dafür zumindest halbwegs optimal sind. Nun ja, es hat ja funktioniert und die fertige Collage hängt als hochwertiges und großformatiges Acrylbild im Haus der fotografierten Familie -ein Erfolg war es also auf alle Fälle. Auch dazu – das hast Du Dir sicherlich schon gedacht –
In 2015 war es mir vergönnt, dann doch auch das eine oder andere Portrait-Shooting zu machen. Darunter fasse ich jetzt mal den bunten Strauß von Einzelportraits (und teilweise Kleingruppenaufnahmen), die ich entweder als Test-/TFP-Shootings mit Hobbymodellen, einem Shooting mit den Handwerkern eines Installateurbetriebs für die Firmen-Website und einer vierköpfigen Gruppe eines Coaching-Teams (ebenfalls für die Firmenwebsite) im Terminkalender stehen hatte.
Schon 2014 haben wir (also meine Familie und ich) Urlaub an der Ostseeküste gemacht und zwar zufällig in Zingst, und weiterhin gaaaanz zufällig zur Zeit des dortigen großen Fotofestivals. Und weil das so schön war, haben wir das in diesem Jahr gleich nochmal gemacht. Und es war wiederum prachtvoll. Ein schöner Familienurlaub – ein Foto davon steht ganz oben über diesem Blogpost – mit reichlich eingestreuten Ausstellungsbesuchen, abendlichem Spirit-of-Zingst-Schnuppern und natürlich dem Besuch eines Workshops. Wieder (wie schon in 2014) bei
