Wer kennt sie nicht, die Knaller-Show vergangener Jahrzente, in der nebem dem Auswählen des Schweinderls das Umklappen der Fragennummer den Höhepunkt der Aktivität der Fernsehshow darstellte und bei der man mit atemloser Spannung abwartete, ob das hochgradig besetzte Rateteam nun wirklich den Beruf des Kandidaten innerhalb der verfügbaren 10 Fragen herausfand oder nicht.

Wie, was, keine Ahnung wovon ich spreche schreibe?

Einfach mal nach Robert Lembke googeln (schreibt man das so?) und dem Charm von Fernsehshows vergangener Jahrhunderte nachspüren; damals, als man ganze drei Fernsehprogramme hatte und zum Umschalten aufstehen und einen Knopf am Fernsehgerät drücken musste. Damals, kurz vor meiner Kindheit, als die Dinosaurier noch… ach ist ja auch egal.

Hier geht’s ja nicht um mein Alter und Rheumadecken, sondern der Hintergrund der Frage ist schon ernst gemeint:

Was bin ich? Hobbyfotograf? Amateurfotograf? Semiprofi-Fotograf? Profi?

Ich habe mich lange damit schwer getan zu sagen, ich sei Fotograf. Einfach nur Fotograf, ohne Zusatz, ohne Schnörkel, ohne zu relativieren.

Denn einerseits lebe ich nicht von der Fotografie, also bin ich ja kein „Profi“.
Zudem ist die Fotografie seit vielen Jahren mein Hobby, und dass ich jetzt gelegentlich für’s Fotografieren bezahlt werde, finanziert dieses Hobby. Also bin ich doch „Hobbyist“ oder „Amateur“?
Anderesreits gebe ich jedesmal mein Bestes, wenn ich fotografiere. Ich habe dank Internet, Büchern und Workshops ein gesundes Fachwissen angehäuft und benutze die Werkzeuge, die nötig und verläßlich sind, auch wenn die im Einzelfall einen echten Haufen Geld kosten. Also bin ich vielleicht „Semi-Profi“?

Letztlich habe ich mich davon überzeugen lassen, dass das völlig egal ist. Ich fotografiere, also bin ich „Fotograf“. Ob professionell oder nicht soll dann der geneigte Betrachter meiner Bilder für sich selbst entscheiden.

Dass ich auf meiner Website doch noch darauf hinweise, dass ich diesem Treiben nebenberuflich nachgehe, hat letztlich den Hintergrund, dass potenzielle Kunden – so sie denn diese Seite überhaupt lesen – direkt einen Hinweis darauf bekommen, dass Termine an einem Werktag-Vormittag im Zweifel eher nicht zustandekommen werden.

Also, wenn ihr mich jetzt fragt, bin ich Fotograf. Auch wenn ich mir heimlich doch immer noch Gedanken darüber mache, ob das nicht einen Anmaßung ist, weil ja „echte“ Profifotografen sich täglich mit der Fotografie auseinandersetzen und daher viel mehr Erfahrung als ich … egal. 

Fotograf.
Punkt.

Bis bald.