Willkommen zurück.

Kürzlich war mein Freund und Fotobuddy Thorsten bei mir, weil er ein aktuelles Portrait brauchte. Und wie das dann so ist haben wir durchgeschaut, welchen Bildstil er denn gerne hätte, das entsprechende Setup aufgebaut und das Foto gemacht. Siehe oben.

Das eigentliche Shooting dauerte ganz genau 10 Minuten. Anhand der Metadaten der Fotos kann man das ja bestens nachvollziehen: Das erste „richtige“ Foto – sprich das erste Foto nach den letzten Finessen in Sachen Lichteinstellung – habe ich um 21:10 Uhr geschossen und das letzte um 21:19 Uhr.

Toll. Also bloß 10 Minuten für ein gutes Business-Portrait. 
Das ist mal Geschwindigkeit.

Jaaaa…….. ähm, ….. also: NEIN. Nicht ganz. Denn jetzt kommt mal die Rahmenhandlung dazu. Das allererste Kontrollfoto vom Lichteinrichten datiert auf 20:27 Uhr.

Rechenpause…… 

Genau. Macht unterm Strich 43 Minuten Lichtaufbau (Stative hinstellen, Blitze startklar machen und draufsetzen) und Lichteinrichtung (Blitze ausrichten, Leistung einstellen, kontrollieren)

Uups. Wie kommt das denn? Ist doch nur ein einfaches Portrait. Oder etwa nicht?

Eben: Etwa nicht.

Vielleicht hast Du es dem Foto schon angesehen, aber falls nicht: Hier sind vier Leuchten am Werk. Ein Hauptlicht von halb rechts, ein Aufhelllicht, ein Streiflicht von hinten links und ein Spot für den Helligkeitsverlauf auf dem Hintergrund. Und das musste auf relativ engem Raum aufgebaut und eingerichtet werden. Hier mal eine kleine Skizze zum Foto:


Nun muss ich zu meiner Ehrenrettung allerdings sagen, dass wir uns natürlich nicht gerade abgehetzt haben. Wir sind ja beide Fotofreaks und deshalb gehörte das Feilen am Lichtsetup auch mal ganz einfach zum geplanten Abendprogramm. Wir haben zum Beispiel viel Zeit auf den Spot für den Hintergrund verwendet. Da haben wir verschiedene Standorte des Blitzes ausprobiert und mit der Stärke der Wabe herumgespielt, einfach um mal zu sehen, die sich der Lichtspot auf dem Hintergrund verändert.

Bei konzentriertem Arbeiten würde so ein Setup inklusive Aufbau der Leuchten vermutlich in der Hälfte der Zeit stehen. In einem Studio mit a) Platz und b) griffbereit aufgebauten Leuchten geht es noch schneller.

Hier und heute geht es mir aber einfach mal um die visuelle Verdeutlichung meiner Worte aus meinem kürzlich erschienenen Blogpost hier „Mach Dir aber bloß nicht so viel Arbeit„. Darin hatte ich angedeutet, dass auch ein ‚einfaches‘ Portrait mitunter eben einen gewissen Mindestaufwand bedeutet. Jedenfalls dann, wenn man es „richtig“ machen möchte.

Und das hier ist ja so ein ‚einfaches‘ Portrait, dem ein fotografisch unbefangener Mitmensch den dahinter stehenden Aufwand wahrscheinlich nicht ansieht. Also: Quod erat demonstrandum.