Gothic-Shooting im Homestudio

Verflucht, ist das wirklich Mai gewesen, als ich den letzten Blogbeitrag geschrieben habe? Da kannst Du mal sehen, was hier – also nicht HIER im Blog, sondern HIER bei mir so im Leben – los gewesen ist. Ein Highlight jagte das andere. Aber egal, jetzt wird nicht gejammert, jetzt wird geschrieben 🙂

In Blogbeiträgen gezählt 😉  ist es noch gar nicht lange her, als Lauryi und ich uns zum Gothic-Shooting im Krefelder Stadtwald getroffen haben (ich berichtete). Schon da war eigentlich klar, dass wir das Thema „Gothic“ auch mal im Zuge eines Studioshootings angehen wollten. Und „SCHWUPPS“, schon haben wir das erledigt. Die Kinder haben ihr Spielzimmer aufgeräumt (freier Boden reichte…) und ich habe dort das  Homestudio aufgebaut; sprich: Hintergrundsystem, diverse Blitze, Lichtformer, Kamerastativ mit Notebookplattform und was sonst noch so alles dazu gehört. Sechzehn Quadratmeter freie Grundfläche ist jetzt nicht viel, aber zumindest habe ich eine ordentliche Deckenhöhe zur Verfügung. Und mal abgesehen von Ganzkörperfotos kann man eben auch in einem kleinen Studio durchaus ein paar nette Fotos machen. Besonders gut gehen da natürlich  Oberkörper-Portraits. Aber schau selbst: „Gothic-Shooting im Homestudio“ weiterlesen

Von der Location zum Foto: Mit Miss Lauryi im Tunnel

Ich war neulich noch einmal wieder mit Miss Lauryi für ein Shooting verabredet. Und da es regnerisch war – klar: Sommer in Deutschland – brauchten wir eine regengeschütze Location. Und so fiel die Wahl auf einen altehrwürdigen Fußgängertunnel, der unter einer Bahnstrecke durchführt.

Hier habe ich mal aufgeschrieben, wie ich vor Ort vorgegangen bin und vom ersten Scouting-Bild zum finalen Setup kam.

Hier also erstmal ein Scouting-Bild von der Location:

„Von der Location zum Foto: Mit Miss Lauryi im Tunnel“ weiterlesen

Mit Miss Lauryi im Jagdschlößchen

Schönen guten Tag. Ich habe in den vergangenen Wochen ja ausgiebig über das Fotomarathonwochenende als kurkölnischer Hofphotograph im Jagdschlößchen an der Burg Linn berichtet – falls Du es verpasst hast: Hier geht der Bericht los.

Heute geht es auch noch einmal kurz um das Wochenende, aber um eine ganz andere Geschichte. Denn – wie berichtet – war das eine Aktion unserer Biedermeiergruppe des Radfahrerclubs Krefeld-Linn 1897 e.V.  im Rahmen des Burgfestes 2016. Nun gibt es in der Gruppe eine junge Dame, die ich nun inzwischen mehrfach vor der Kamera hatte, sie firmiert als Model im Internet unter Miss Lauryi. Und dieselbe war natürlich auch auf dem Burgfest in einer ihrer biedermeierlichen Gewandungen zugegen. Und was war da naheliegender, als die nächstbeste Pause im Besucherstrom unserer Fotoaktion für ein kleines Shooting zu nutzen. Denn passender wird es von der Location für diese Art der Kleidung dann ganz einfach nicht mehr, und so ganz ohne weiteres kommt man da ja auch nicht rein.

Insgesamt hatten wir gerade mal 20 bis 30 Minuten Zeit, weil ich als kurkölnischer Hofphotograph vom zahlenden Publikum ziemlich nachgefragt wurde, aber das reichte völlig für einige sehr nette Fotos.

Und davon wollte ich euch hier dann einfach mal noch einige zeigen.

Und mich noch einmal sehr bei Miss Lauryi bedanken: DANKESEHR!

Miss Lauryi als Puppenmutter
ein gedankenverlorener Blick aus dem Fenster
die Welt steht Kopf
Schlaf, mein Kindlein….

Einfach natürlich – natürlich einfach? Kinder-Fotoshooting im Park

Hallo. Heute wollte ich einfach mal kurz von einem kleinen Shooting am vergangenen Sonntag erzählen. Das heißt, ob die Episode den Begriff „Shooting“ verdient, weiß ich gar nicht so genau. Man könnte auch sagen, dass wir auf dem Weg zum Café mal eben ein paar Fotos gemacht haben. Mit dem Begriff „Shooting“ ist ja oft die Erwartung von viel (technischem) Aufwand verbunden, was aber hier nicht der Fall war und eben auf nicht zwingend sein muss.

Das genau ist der Punkt dieses Blogposts. Einfach mal die Kirche im Dorf (bzw. die Blitzanlage im Haus) lassen, und einfach mal relativ unbeschwert nur mit Kamera und Objektiv und dem Model (in dem Fall gleich mal zwei) losgehen.

Die Fotos oben sind genau so entstanden, es war noch nicht einmal ein Reflektor oder Diffusor im Spiel (die ich allerdings gleichwohl mitgenommen hatte). Einfach nur im Park ein schattiges Plätzchen aufgesucht und bei 85mm oder 50mm mit ziemlicher Offenblende fotografiert – fertig. Das Licht war einfach das natürliche Licht im offenen Schatten eines großen Baumes. Übrigens um etwa 13:00 Uhr – also zu genau der Zeit, wo man im Sommer nach überlieferter (veralteter) Fotografenweisheit ja sowieso nicht draußen fotografieren kann… 😉

Diese fotografische Begleiterscheinung auf dem Weg zum Kaffeetrinken hat insgesamt gerade mal 40 Minuten in Anspruch genommen; und da waren dann schon Fotos an drei verschiedenen Stellen innerhalb des Parks inklusive.

Ich liebe diese „einfachen“ Shootings ja, gerade bei Kindern. Deren Geduld und Kooperationsbereitschaft leidet durchaus sehr, wenn man erst jedesmal 10 Minuten lang das Licht einrichten will, und sie sich danach am besten immer nur in einem sehr eng begrenzten Bereich mit optimaler Belichtung aufhalten sollen. Solche restriktiven Szenarien funktionieren mit Kindern einfach nicht so gut, weil sie eben Kinder sind, also am liebsten Quatsch machen und Herumtoben.

Wenn ich also Wert darauf lege, die Persönlichkeit des Kindes zu fotografieren, muss ich zusehen, dass das Kind die ganze Geschichte als Spiel empfindet und dann eben das „Spiel“ mit der Kamera verfolgen und einfangen. Mein Fokus liegt also ganz klar voll auf der Interaktion mit dem Kind, was dazu führt, dass ich mich auf die Technik schlichtweg verlassen muss. Denn eine genaue Festlegung des idealen Bildschnitts und eine zielgenaue Fokussierung mittels Blick durch den Sucher und perfekter Anpassung des Fokuspunkts kann man dabei nämlich vergessen. Denn dann stünde die Kamera wieder zwischen mir und dem Kind und behindert meine Interaktion. Viel häufiger habe ich also die Kamera gar nicht erst am Auge, sondern ziele grob in Richtung des Kindes und muss mich darauf verlassen, dass der Autofokus es schon richten wird.

Das führt dann zwar – je nach Aktivitätslevel des Kindes – und offener Blende mitunter zu herben Ausschussraten, aber die „Treffer“ sind immer Gold wert, weil eben immer echte Emotionen des Kindes eingefangen werden.

So ganz „natürlich einfach“ sind diese „einfach natürlichen“ Shootings dann halt doch nicht. Zwar fällt viel technischer Kram weg, der einfach nur der Interaktion mit dem Kind im Weg stehen würde, insofern also wird es „einfacher“. Auf der anderen Seite erfordert das „aus der Hüfte schießen“ doch etwas Übung und man ist auf einer ganz anderen Ebene – der Kommunikation mit der Model – erheblich gefordert. Gut, wenn man dann ein Kind vor sich hat, das sowieso gerne aus sich heraus geht…

Fragen? Anregungen? Buchungswünsche? 😉 Hier ist mein Kontaktformular.

Platz ist in der kleinsten Hütte…

So oder so ähnlich lautete der Untertitel des letzten Homeshootings im gerade erst vergangenen Jahr 2015. Ich hatte mich mit Daniela zu einem Boudoirshooting verabredet, und zwar in der Wohnung einer Freundin von ihr. Daniela schrieb mir vorher, das die Wohnung nicht sehr groß sei, sondern ein rund 30qm großes Einraum-Apartment. Auch ein Handyfoto fand vorab den Weg zu mir. Ich hatte also eine grobe Idee, in welchen räumlichen Verhältnissen das Shooting stattfinden würde.

Als ich dann das Apartment betrat, habe ich dennoch (rein innerlich natürlich) erstmal geschluckt. 30 Quadratmeter ist als Grundfläche für einen einzelnen Raum eigentlich gar nicht mal sooo klein. Aber wie das so ist: Wenn man erstmal die Stellfläche der diversen Möbel abrechnet, bleibt ja schon mal nur grob die Hälfte an nutzbarer Freifläche übrig – und da ist jetzt schon das Bett mit drin, denn das gehört bei einem Boudoirshooting ja zur nutzbaren Grundfläche dazu ;-). Dann braucht es ja aber noch etwas Platz für die mitgebrachte Kleidung des Models und noch etwas mehr für das mitgebrachte Fotozeugs.

Unterm Strich waren vielleicht 8 oder 9 Quadratmeter Shootingbereich übrig (wieder inklusive Bett). Das ist jetzt echt nicht soooo viel und mehr als einmal hätte ich eigentlich gerne mehr Spielraum für die Positionierung meines Lichtes (oder gar eines zusätzlichen Lichtes) gehabt.

Aber – und das ist das Wichtige: Es ging!

Wir haben selbst auf diesem engen Raum einige schöne Fotos in Szene gesetzt. Klar: großzügige Ganzkörperaufnahmen mit viel negativem Raum – Ideen solcher Art gingen gleich mal über Bord. Angesagt waren eher eng geschnittene Teilaufnahmen oder solche, die das Bett mit einbezogen.

Auch das war nicht immer bequem (also jetzt nicht für Daniela, die vorwiegend gemütlich auf dem Bett lag, sondern eher für mich als Fotograf und Daniela’s Freundin, die ich zum Helfen eingespannt hatte…), insbesondere beim Aufbau des Lichtes nicht, oder wenn man sich auf den verbliebenen 30cm zwischen Bett und Galgenstativ mit Blitzkopf und Softbox durchquetschen musste, um nochmal ein Kissen oder die Decke zurecht zu zuppeln. Aber wir waren ja nicht wegen der Bequemlichkeit dort, sondern wegen der Fotos, die wir machen wollten. Zum Beispiel haben wir das Foto oben gemacht, das zu meinen Favoriten aus dem Shooting zählt, und natürlich auch gleich mal in mein Boudoir-Portfolio gewandert ist.

anklicken für größere Ansicht

Und so sah das Setup für das Foto aus (jetzt weißt Du auch, warum ich fotografiere und nicht male…):

Was die Pose anging war es entscheidend, dass Danielas Po und Rücken unterhalb der Bettdecke mit zusätzlichen Kissen gestützt wurden. Dabei ging es vor allem darum, dass ihr Körper nicht in die Matratze einsank, sondern obenauf bzw. leicht erhöht lag. Dadurch fiel ihr Kopf auf ’natürliche Weise‘ leicht nach hinten (also zu meiner Fotografenposition hin) ab und überstreckte so ganz leicht den Hals. Und das betont dann wunderbar die Kinnlinie und sorgt für einen guten Blickwinkel auf das Gesicht.
Was das Hauptlicht angeht lag das Augenmerk vor allem darauf, es nicht zu hoch zu setzen. Die Softbox, ein 30x140cm großes Striplight mit Wabeneinsatz (eins von diesen hier), war der Lage des Models entsprechend quergestellt und nur leicht höher als Daniela. So erzielte ich die oben ersichtliche Schattenbildung.

Bei höherer Position würden die Schatten weniger stark sein und Danielas Kurven würden weniger gut zur Geltung kommen.

Die Szene diktierte also die Höhe des Blitzes.

Und das wiederum diktierte den Einsatz des Galgenstativs, denn die anderen vor Ort verfügbaren Stative wären schon mit ihrer Mindesthöhe zu hoch gewesen. Mit dem Galgen kann ich ja notfalls bis auf Bodennieau herunter gehen.

Der Einsatz des Galgenstativs wiederum diktierte den Einsatz des „Portys“ als dem Blitzlicht der Wahl, denn das Gesicht des kleinen Portykopfes ist doch eine ganze Portion geringer, als das eines klassischen „Monobloc“-Studioblitzes. Und ich war halt zu faul, noch weitere Sandsäcke aus dem Auto zu holen und in das 2. OG zu schleppen. Dank des Porty bin ich mit einem kleinen Sandsack als hängendes Gegengewicht am anderen Galgenende prima ausgekommen.

Das nur mal so als kleines Beispiel dafür, wie ich mich für die Nutzung eines bestimmten Blitzes ganz einfach in Form einer kleinen Domino-Reihe von Wenn-Dann-Beurteilungen anhand der örtlichen Gegebenheiten entscheide.

Soviel also zum Hauptlicht.

Es gab noch eine Aufhellung der Schatten von rechts. Die hat mir allerdings nur sehr wenig Arbeit gemacht, denn sie war quasi in den Raum eingebaut. Wie hierzulande oft üblich waren die (sehr nahegelegenen) Wände nämlich weiß gestrichen und glücklicherweise passte der Grad der Aufhellung gut zum gewünschten Bildergebnis, so dass ich das einfach mal so lassen konnte. Wäre mir das zuviel Aufhellung gewesen, hätte ich zunächst versucht, Daniela inkl. Bett noch ein Stück in Richtung Hauptlicht zu schieben (40cm Spielraum hatte ich ja noch…); notfalls hätte ich rechts neben dem Bett noch meinen schwarzen Molton als Abschatter auf ein Stativ hängen können/müssen. Wahrscheinlich wären dann die Schatten aber wieder zu dunkel geworden und ich hätte doch noch ein „aktives“ Aufhellicht von rechts …. ach, egal. War nicht nötig, und das hat mir das Leben bei diesem Set doch sehr einfach gemacht.
Dann noch eine schöne SW-Umwandlung und fertig ist ein tolles Foto, dass ich hier unten noch einmal in voller Schönheit einfügt habe – so ein Beitragsbild ist ja doch irgendwie zwingend immer im Panoramaformat…

Danke, Daniela!

„Ich hole dann mal die Handschellen…“

Also ehrlich. Wenn Fotografen und Models aufeinander treffen ergeben sich ja manchmal Situationen und Unterhaltungen, die, wenn man sie nachher Außenstehenden erzählt, unter Umständen leichte Sprachlosigkeit erzeugen und/oder gewisse Hintergedanken auslösen, während Model und Fotograf in der Situation selbst eigentlich nur völlig entspannt das nächste Foto im Sinn haben. Den als Überschrift dieses Blogposts dienenden Satz sprach unlängst Christin, ein Model aus Velbert, als sie im Zuge eines Boudoir-Shootings in reizende Wäsche gekleidet vor mir stand, und wir an den Punkt unseres Shootings angelangt waren, an dem ihre kleidsamen Handfesseln als ergänzendes Accessoire mit in die nächste Bildserie hinein sollten.

Dass die beim Shooting entstehenden Bilder ein gewisses Kopfkino erzeugen, war im konkreten Fall letztendlich der Sinn des Fotoshootings. Aber die Atmosphäre beim Shooting selber war eben ganz einfach nett-freundlich-professionell. So soll das ja auch sein. Und so war der eingangs zitierte Satz eben ganz einfach eine völlig unaufgeregte sachliche Information.

In der Rückschau fand ich diese Differenz zwischen der Bildwirkung einerseits und der Atmosphäre beim Shooting andererseits irgendwie total faszinierend.

Aber mal der Reihe nach:

Im Vorfeld war ich sehr gespannt auf das Shooting, denn es beinhaltete mehrere „Erstmaligkeiten“ für mich.

Erstens hatte ich bis dahin noch nie ein professionelles Model selber gebucht. Entweder hatte ich „normale Privatpersonen“ vor der Kamera, oder reine „Hobbymodelle“, also Leute, die wirklich nur sehr gelegentlich mal vor einer Kamera stehen.

Mit professionell arbeitenden Modellen war ich bisher immer nur im Rahmen von Workshops zusammengetroffen. Einfach mal auf das Jobangebot von Christin in einer Model-Börse hin ihren Stundensatz anzufragen und schließlich das Shooting zu vereinbaren, war durchaus von etwas Nervosität meinerseits begleitet. Denn sie modelt seit 11 Jahren und hat offenkundig eine ganze Menge Erfahrung und tolle Fotos angesammelt. Fast 500 (ausschließlich!) positive Shootingbewertungen sprachen da eine deutliche Sprache.
Würde ich da als Fotograf mithalten können? War ich ‚würdig‘?

Ein blöder Gedanke eigentlich, denn schließlich kann ich ja nun doch vorne und hinten bei meiner Kamera unterscheiden. Aber trotzdem kribbelte es etwas beim Abschicken der Nachricht in der Modelbörse.

Als zweiter Punkt war das Thema für mich neu. Den Bereich der Boudoirfotografie hatte ich bis dahin noch nicht wirklich betreten.
Da ich aber auch in diesem Bereich meine fotografischen Dienste anbieten wollte, brauchte in natürlich zwei Dinge: Erfahrung und werbewirksame Fotos. Und beides bekam ich, indem ich Christin für das Shooting buchte. Ich habe sie als Model dabei auch mit Bedacht ausgesucht. Aufgrund ihrer jahrelangen Erfahren würde sie vom Posing her ein ziemlicher Selbstläufer sein. Zweitens machte sie einfach einen sympathischen und netten Eindruck. Und drittens bot sie mit ihren Home-Shootings eine hervorragende und vielseitige Shootinglocation an. Und das alles zu einem vertretbaren Preis.

Schlußendlich war das von Beginn bis Ende ein absolut angenehmes Shooting. Es war einfach völlig entspannt. Beginnend beim Einstiegsschwätzchen zum Kaffee, über das Einstiegsportrait, die ersten leichter bekleideten Fotos bis hin zu den Fotos mit leichten Anleihen aus dem verspielten Fetisch-Bereich.

Stets war die Atmospäher locker, nett und professionell.
Und meine Grundannahmen bezüglich des Posing, des Umgangs und der Location wurden absolut bestätigt.

Aus meiner Sicht ein hervorragender Einstieg in diesen Themenbereich. Und eine Investition, die sich absolut gelohnt hat.

Unterm Strich kann ich zu der Differenz zwischen der Bildwirkung des fertigen Fotos und der Atmosphäre bei der Erstellung des Fotos nach dieser Erfahrung eigentlich festhalten: Ein Shooting ist ein Shooting, ein Mensch ist ein Mensch und Licht ist Licht. Und solange allen Beteiligten klar ist, was das Ziel des Shootings ist, ist es eigentlich völlig egal, ob man gerade ein Portrait oder ein sinnliches Boudoir-Foto schießt. Es geht am Ende doch immer „nur“ darum, den Menschen vor der Kamera bestmöglich in Szene zu setzen – wenn auch in durchaus unterschiedlicher Art und Weise.

Eigentlich ist das eine beruhigende Erkenntnis. Nicht nur für mich als Fotograf, sondern insbesondere auch für diejeinigen, die sich vielleicht mit dem Gedanken tragen, von sich selber sinnliche Fotos machen zu lassen. Oh, und nur für den Fall: Hier ist mein Kontaktformular 😉

In diesem Sinne: Bis bald.

Pärchenshooting an der Burg Linn

Moin.

Kürzlich hatte ich die Ehre, mit Sandra und Markus eine kleine Runde um die Burg Linn in Krefeld zu drehen, um ein paar Pärchenfotos von den beiden zu machen. Anlass ist – wie so oft bei Pärchenfotos – die bevorstehende Hochzeit.

Nachdem wir unseren Termin schon dreimal wegen Krankheit und/oder Wetter hatten verschieben müssen, erwischten wir nun einen für diese Jahreszeit traumhaft schönen Tag mit nur wenigen Wolken und reichlich Sonne.

Warum die Burg als Location? Ehrlich gesagt, nicht unbedingt wegen der Burg selber. Ich finde nämlich auf den meisten Fotos, wo jemand vor einer Sehenswürdigkeit fotografiert wird, die Konkurrenz zwischen dem eigentlichen Fotosubjekt (hier also meinem Pärchen) und der Sehenswürdigkeit als Hintergrund (hier die Burg Linn) viel zu groß. Da fragt man sich oft, was denn nun eigentlich fotografiert werden sollte. Zwar ist die Person im Vordergrund vielleicht sichtbar, aber einfach nicht der eindeutige Inhalt des Fotos. Die Person könnte vielmehr auch ein zufälliger Passant sein, der beim Fotografieren der Sehenswürdigkeit ins Bild geraten ist. Das mag ja für Urlaubsschnappschüsse der Marke „Ich war hier“ absolut OK sein, ist aber nicht wirklich mein Maßstab für Portraitfotos. Da geht es mir dann doch deutlich mehr um die jeweilige(n) Person(en).

Warum dann also Burg Linn? Ganz einfach, weil es dort tausend verschiedene Mini-Locations gibt. Alte Backsteinmauern, verputztes Mauerwerk in verschiedensten Erhaltungszuständen, Vorsprünge, Türen und Tore, Freiflächen, Bäume und Wasserflächen. Alles da, was das Outdoor-Fotoshooting-Herz begehrt. Und das alles nur ein paar fußläufige Minuten vor meiner Haustür. Wer kann dazu schon nein sagen?

Hier mal ein paar Bilder vom Shooting, damit Du einen Eindruck bekommst, warum ich von der Burg Linn als Location so angetan bin:

Und ja, natürlich habe ich dann – in Abkehrung von dem, was ich in diesem Blogpost anfänglich geschrieben habe – doch auch ein Foto gemacht, bei dem das Burggemäuer nicht nur als mehr oder weniger abstrakter Hintergrund in Erscheinung tritt, sondern auch erkennbar ist – jedenfalls für diejenigen, die sich hier vor Ort auskennen. In diese Kategorie fällt zwar auch schon das Foto von den beiden vor dem grünen Tor in der obigen Collage, aber es geht auch mit noch mehr Umgebung.

Allerdings habe ich dann bei diesem Foto durch eine gezielte Bearbeitung der Helligkeitszonen im Foto kräftig daran gedreht, dass mein Pärchen immer noch im Vordergrund steht und ins Auge fällt. Ich habe spaßeshalber mal das fertige Foto (links) mit dem Foto, wie es aus der Kamera kam (rechts) nebeneinandergestellt. Daran kannst Du sehen, dass ich den Bereich, in dem mein Pärchen steht ordentlich aufgehellt und den Rest relativ kräftig abgedunkelt habe. Dadurch heben sich die beiden vom „Postkartenhintergrund“ ab, und sind immer noch als Hauptmotiv erkennbar.

Ich würde sagen, wir waren bei dem Shooting recht erfolgreich. Rund 2 Stunden sind wir um die Burg (genauer: eigentlich nur um einen Teil der Vorburg) gekreist und haben eine ganze Reihe verschiedener Fotos zusammen bekommen.

Dabei hat sich auch mal wieder bewahrheitet, dass man manches Mal einfach nur eine Kamera mit dem einen oder anderen Objektiv braucht. „Natürlich“ hatte ich ein kleines Locationwägelchen mit einer kleinen Blitzlichtausstattung mit, d.h. also ein Stativ, einen Sandsack, einen Schirm, einen Reflektorhalter und zugehörige Kleinteile). Reflektoren hatte ich natürlich auch mit. Gleich zwei sogar, falls ich mit dem Diffusor des einen das Sonnenlicht hätte abmildern und zusätzlich mit dem anderen Licht auf mein Pärchen hätte werfen müssen. Habe ich alles nicht gebraucht, weil wir so viele tolle Locations hatten, an denen das Tageslicht – einfach so wie es war – perfekt für die Fotos nutzbar war.

D.h. doch, Moment, die Hülle eines Reflektors wurde zwischendurch mal kurz als Sitzkissen eingesetzt, weil die Mauer, auf die sich der Bräutigam in spe setzen sollte, nicht so ganz trocken war.

Ansonsten habe ich ganz einfach nur mit der Kamera und drei Objektiven (70-200er, 85er, 16-35er) gearbeitet. Einfacher geht’s wirklich nicht.

So. Da sind wir nun am Ende des Artikels angekommen, und da habe ich dann noch eine Bitte: Teile doch den Blogbeitrag – falls er Dir gefallen hat – mit Hilfe der gleich hier unter dem Beitrag vorhandenen Social-Media-Knöppchen mit Deinen Freunden.

Und wenn Du Fragen oder Anmerkungen hast, hau in die Tasten und nutze die Kommentarfunktion. Ich freue mich immer über Feedback.

Und wenn Du selber mal so ein Portraitshooting mit mir machen möchtest, schreib mir doch einfach, am besten hier über mein Kontaktformular.

Minimalinvasives Familienshooting…

Moin zusammen.

Ich war kürzlich wieder einmal in Sachen Familienfotografie unterwegs, und hatte die Ehre ein paar Fotos für eine Familie mit einem Kindergartenkind und einem wenige Wochen alten Säugling zu machen. Wie (fast) immer fand das Shooting bei der Familie zu Hause statt. Das heißt: Fotostudio ins Auto packen, rüberfahren, und dann – ganz wichtig – erstmal umschauen, welche fotografischen Gelegenheiten sich denn vor Ort ergeben. Dann erst Sachen aus dem vollgepackten Auto holen, und zwar ganz gezielt nur die, die ich auch wirklich brauche.

Hintergrundsystem? Hab ich nicht gebraucht, weil die vorhandenen weißen Wände des Wohnzimmers mit den vorhandenen weißen, leicht transparenten Vorhängen einen schönen neutralen Hintergrund boten. Wir haben einfach nur den Wohnzimmertisch ein Stück beiseite gerückt, über eine Couch ein Stück meines weißen Moltons geworfen, und schon war in einem wirklich nicht gerade supergroßen Wohnzimmer eine ganz neutrale, unaufdringliche Foto-Location entstanden, die trotzdem noch wohnlichen Charakter hatte. Das mag ich gerade für Familienfotos sehr. Da ist mir nämlich die Neutralität eines Studiohintergrundes gerne auch mal ein bißchen zu steril. Und außerdem blieb mir der Kampf mit potenziellen Falten im Stoffhintergrund erspart.

Studioblitze? Habe ich auch nicht gebraucht. Alle Fotos, wo Blitz zum Einsatz kam, wurden mit einem einsamen Aufsteckblitz + großem Durchlichtschirm (120cm) erledigt. Die Komination lieferte mir bei 1/4-Leistung genug Power, um die vierköpfige Familie auf der Couch mit Blende 5.0 / ISO 800 zu fotografieren. Blende 5.0 gab mir bei den mittleren Brennweiten genug Schärfentiefe für die ganze Familie, und so ein Aufsteckblitzchen auf dem Stativ ist schon rein vom Gewicht her um Welten einfacher zu handhaben, als ein dicker Studioblitz. Vom fehlenden Stromkabelgewirr mal ganz zu schweigen.

Und ja, ich weiß: „Warum denn ISO 800 und den Blitz auf 1/4? Das wär doch auch mit ISO 200 und Blitz auf 1/1 gegangen.“ Stimmt. Wäre gegangen.

ABER außer für 200%-Pixel-Peeper sieht ISO 800 an einer aktuellen Kamera genau so gut aus, wie ISO 200, da mache ich mich bei meiner D800 nun wirklich absolut keine Gedanken. Durch die reduzierte Leistungsabgabe beim Blitz hatte ich aber eine erheblich schnellere Ladezeit bzw. Blitzfolgezeit, und DAS war mir dagegen wirklich wichtig. Gerade wenn Kinder mit im Spiel sind, können nämlich auch mal schnellere Fotosalven angebracht sein.

Das gibt dann z.B. Ergebnisse, wie das hier links. Schön offen und weich ausgeleuchtet von einem einzelnen Blitzchen. Und ein richtig echtes Familienfoto: Die kleine Maus knatscht etwas vor sich hin, und der ganze Rest der Familie schaut rüber und versucht sie aufzuheitern. Richtig aus dem wirklichen Leben und kein „Jetzt-schau-doch-mal-in-die-Kamera-und-lächel-mal-schön-Foto“. Gut, auch die braucht man natürlich, und die haben wir natürlich auch an diesem Tag fotografiert, aber ich finde SOLCHE Fotos hier, wo die Interaktion in der Familie auf dem Bild sichtbar wird, eigentlich viel schöner.

Ein Großteil der Fotos entstand sogar mal wieder ganz schlicht und ergreifend mit Fensterlicht. Wie das Foto hier, dass auch das Beitragsbild geworden ist:

Einfach die Mutter mit ihren beiden Kindern vor einem großen Fenster im langen Flur des Hauses platziert und mit 100mm Brennweite aus der Küche heraus fotografiert. Ich brauchte aufgrund der weißen Wand gegenüber vom Fenster (ca. 1m jenseits des rechten Bildrandes) nicht mal einen Aufheller für die Schattenseite. Und zur Aufhellung der Kinder reichte das weiße Oberteil der Mutter. Das Leben kann ja manchmal so einfach sein. Kein Kampf mit Blitzladezeiten, kein Kampf mit irgendwelchen Blitzsynchronzeiten, sondern einfach nur die Familie, eine Kamera und los geht’s.

Von genau dieser Stelle gibt’s dann auch noch einen weiteren, kleinen Lernpunkt mitzunehmen: Selbst kleine Änderungen des Blickwinkels vom Fotograf auf die Person können zu ganz krassen Unterschieden im Bildergebnis führen.

Schaut mal hier:

Im Bild links wird der Hintergrund vom Fensterrahmen und den weißen, transparenten Vorhängen gebildet.
Und dann bin ich einfach einen Schritt nach links gegangen, weshalb ich bei unveränderter Position der Mutter die Kamera leicht nach rechts geschwenkt habe. Folge: Fensterrahmen und Vorhänge bildeten nicht mehr den Hintergrund, sondern die Wände des unbeleuchteten Flures (siehe Bild oben rechts).
Ergebnis: Ein ganz anderes Bild mit nur einem Schritt nach links.

Also: Wenn ihr irgendwo „On Location“ seid, schaut euch genau um. Wo kommt Licht her? Was bieten sich für Möglichkeiten an? Wie könnt ihr den Aufbauaufwand und Materialeinsatz möglichst gering halten? Und wenn ihr dann fotografiert, ändert mal geringfügig euren Blickwinkel. Ihr könntet möglicherweise mit minimalstem Aufwand den Output einer Location verdoppeln.

Im Ergebnis hatte ich – wie immer –  für den Fall der Fälle alles (na gut, FAST alles), was das heimische Fotozeuchmateriallager her gab, ins Auto geladen aber nur einen Bruchteil davon wirklich gebraucht. So konnte ich an diesem Tag innerhalb von rund 3 Stunden ohne große Materialschlacht eine ziemliche Vielfalt an Fotos erstellen – ich habe in der Tat bloß ein (also: 1) Galgenstativ mit Aufsteckblitz, Funkauslöser und Schirm und natürlich meine Kamera mit 3 verschiedenen Objektiven benutzt. Hätte ich erstmal noch das Hintergrundsystem aufgebaut, hätten wir erstmal noch mehr Mobiliar aus dem Wohnzimmer räumen müssen, womöglich noch einen Blitz zur Aufhellung des Hintergrunds gebraucht, tendenziell aufgrund der räumlichen Verhältnisse noch Probleme mit der sauberen Trennung der Hintergundbeleuchtung von der Beleuchtung der Familie gehabt und so weiter…  Unterm Strich hätte mir auf jeden Fall deutlich weniger Zeit zum Fotografieren zur Verfügung gestanden.

So aber war es ein ziemlich minimalinvasives und auch dadurch erfolgreiches Shooting.
Bis bald.

Und es ward Licht…

Hallo liebe Blogleser.
Heute schreibt hier Thorsten Kleemann einen Gastbeitrag auf diesem Blog. Mehr über Thosten erfahrt ihr hier auf Facebook oder hier auf seiner Website. So, und nun halte ich die Klappe bzw. die Finger, und übergebe den Blog an meinen Gastwriter:

Als mich mein Freund und Fotobuddy Jörg gefragt hatte, ob ich nicht mal einen Gastbeitrag für seinen Blog schreiben möchte, um aus meiner Sicht das Fotoshooting mit Kim und Sven zu beschrieben, habe ich spontan zugesagt. … Und nun sitze ich vor einem virtuellen ,großen, weißen Blatt, welches mit möglichst geistreichem Inhalt gefüllt werden soll. OK. Vorab, das ist mein erster Fotoblogbeitrag, also seid nachsichtig. Jörg und ich versuchen uns regelmäßig zu treffen um fotografische Themen zu besprechen und/oder in der Praxis zu treffen. Irgendwann wurde die Idee geboren mal ein Autoshooting anzugehen. Ein Bekannter baut Ford-Klassiker in feine Sportwagen um und kurzerhand hatte er sich bereit erklärt ein Fahrzeug zu Verfügung zu stellen. Ein schönes Auto ist schon cool, eine schöne Frau dazu ist aber cooler und hier konnte Jörg das fotografierende Modell Kim begeistern. Jetzt fehlte noch eine passende Location. Die hell beleuchtete Uerdinger Rheinbrücke ist ja immer ein Motiv wert und als Hintergrund zu jeder Tageszeit geeignet. Leider haben uns die Bauarbeiten am Rheindeich einen Strich durch die Rechnung gemacht, direkt am Rheinufer / der Rheinpromenade zu shooten. Ein Samstagvormittag wurde daher damit verbracht eine Alternative vor Ort zu erkunden und in der Nähe des Bayerwerkes wurden wir dann fündig.

Leider konnten wir kurzfristig nicht mehr auf einen der Fords zurückgreifen. Schade! Wir wollten schon absagen, doch Kims Kontakt zu einem Porsche Panamera Besitzer hat den Abend dann noch gerettet. Abend? Ach ja, die Idee hinter der ganzen Aktion war nämlich in der blauen Stunde – also kurz vor bis kurz nach Sonnenuntergang zu fotografieren. Wenn jetzt noch das Wetter mitspielt….

So war es dann aber auch. Mit Blick Richtung Südost auf einen fast wolkenlosen Himmel konnten wir uns dann gegen 18:00 Uhr einrichten.

Kurz den Platz fegen, Auto platzieren und dann ging es los. Wo fangen wir an? Welche Blitze (Aufsteck oder Porty)? Wie viele und wohin?

Wir hatten uns zwar im Vorfeld natürlich Referenzmaterial angeschaut aber wenn es dann darum geht selber das Licht zu setzen, ist das mal was ganz anderes.

Da wir im Rücken durch eine dichte Wolkendecke kein nutzbares Licht hatten, befand sich das Fahrzeug sozusagen vor einem relativ hellen Hintergrund (auch wenn es dem Abend entgegen ging). Wurde der Hintergrund richtig belichtet, erscheint das Fahrzeug also als Silhouette. Wird das Fahrzeug richtig belichtet überstrahlt der Hintergrund. Das galt es nun ausgewogen auszugleichen, denn wir wollten ja sowohl Hintergrund als auch Fahrzeug harmonisch abgebildet haben. Try and Error lautet die Devise und so wurde nach und nach das Licht mit Aufsteckblitzen und Lichtstativen im Halbkreis um das Fahrzeug gesetzt, bis jeder Blitz die richtige Leistung und Position hatte die uns gefiel. Probebilder haben ungemein geholfen, das ganze zu beurteilen und hier gilt ein Hoch auf die Digitale Spiegelreflexfotografie. Analog wäre das echt ein Glücksspiel geworden.

Die Idee eine Unterflurbeleuchtung hinzubekommen, war zum frühen Zeitpunkt nicht so erfolgreich. Dadurch das das Fahrzeug sehr tief lag und eine Streuung unter dem Fahrzeug nicht richtig geklappt hat, haben wir die Idee verworfen. Für einen späteren Zeitpunkt wäre das vielleicht effektiver gewesen, allerdings haben wir dann schlicht nicht mehr daran gedacht.

Das Licht steht nun am Fahrzeug. Jetzt kommt die Hauptdarstellerin: Kim.

Jörg hat mit dem Shooting begonnen und angefangen die erste Bildidee umzusetzen. Dabei musste nun das Licht für das Fahrzeug mit Licht für Kim kombiniert werden und das ist gar nicht so einfach. Wir mussten nun darauf achten, dass Kim ein schönes Licht bekommt, ohne Schatten oder Lichtern aus anderen Lichtquellen. Damit das gut funktioniert wurden wieder eine Reihe Referenzbilder gemacht. Jörg bleibt an der Kamera und dirigiert die helfen Hände um das Licht (die Blitze) in Leistung und Richtung zu positionieren. So wurde also schrittchenweise Kim in die richtige Pose gebracht und anschließend das Licht gesetzt bzw. korrigiert.

An der Stelle auch nochmal herzlichen Dank an Kim, die sehr viel Geduld mit uns hatte.

Dann kam ich „an die Reihe“. Mein Bild im Kopf zeigte ein Pose frontal vor dem Fahrzeug und hartes Licht. Das erste Outfit bot sich dafür auch gut an.

Der Porsche hatte die Scheinwerfer an und so kam eine krasse Gegenlichtstimmung auf, bei dem ordentlich Leistung beim Hauptlicht für Kim gefordert war. Zudem haben wir noch einen engen Reflektor mit einer Wabe eingesetzt, um eine Streuung zu verhindern. Ich habe mich etwas tiefer positioniert und so entstanden heftige Lensflares, die dem Ganzen eine sehr interessante Stimmung verliehen haben.

Lensflares Deluxe – Foto: Thorsten Kleemann

Gerne wollte ich zu dieser Szene ein Foto mit wehenden Haaren schießen. Leichter gesagt als getan – mangels Windmaschine! Kurzer Hand hat Jörn, der uns an dem Abend tatkräftig unterstützt hat, einen Sunbounce-Rundreflektor umfunktioniert und kräftig gewedelt :-D. Was für ein Spaß! So ein Reflektor erzeugt zwar ordentlich Wind, ABER diesen dann so zu lenken, dass auch die Haare wehen ist nicht nur unglaublich schwierig, sondern auch richtig anstrengend…. Wie gut, dass ich nur das Knöpfchen an der Kamera drücken musste. Es hat aber geklappt und das gewünschte Bild war im Kasten.

Was übrigens auch nicht zu vernachlässigen und unbedingt zu berücksichtigen ist: dem Modell wird nicht unerheblich kalt (je nach Outfit und Umgebungstemperatur) UND, der Wedler muss recht nahe an das Modell ran, was dann auch schon mal einen verwischten Reflektor im Bild zu Folge hat. 😉

Die nächste Folge war dann mit elegantem Outfit und etwas höherer Position, so dass auch keine ohne Flares entstanden sind. Hier reichen teilweise schon ein paar Zentimeter Variationen in der Höhe.

etwas höhere Kameraposition – kein Lensflare Foto: Thorsten Kleemann

Nachdem sich die blaue Stunde dann in die Nacht verabschiedet hatte, blieb die Kamera die ganze Zeit auf dem Stativ. Die Belichtungszeit war recht hoch – wie auch die ISO um noch Umgebungslicht einzufangen. Aber ich wollte das nicht zu sehr überstrapazieren, denn das Rauschen ist dann bei der D300s doch nicht zu vernachlässigen. Der Vorteil ist aber meiner Meinung nach, dass Du – nachdem alles eingestellt ist und wenn das Modell nicht wild in der Gegend herumspringt, so dass ständig der Ausschnitt und der Fokus neu eingestellt werden müssen – auch mal den Blick über die Kamera wagen kannst. Ich finde, dass so eine bessere Kommunikation stattfindet und die Regie besser funktioniert. Wenn richtig Action stattfindet und die Kamera ohne Stativ auf der Hand liegt, geht das natürlich nicht.

Abschließend kann ich das Experiment als gelungen abschließen. Die gewünschten Aufnahmen sind gelungen und wir haben echt viele neue Erfahrungen machen können. Das ist auch Dank des guten Teams an diesem Abend geglückt. Die geduldige Kim mit konstruktiven Beiträgen, der spontan eingesprungene Sven mit dem klasse Auto, der immer eine helfende Hand frei hatte, Jörn „die Windmaschine“ der auch überall zur Stelle war und uns mit Bildern vom Making of versorgt hat und nicht zuletzt, Jörg „der Blogger“ mein Freund und Fotobuddy!

Girl + Car + Night + Flash = Foto

Es war für mich ein ziemlich besonderes Shooting, denn sowas in der Art hatte ich noch nie gemacht.
Angefangen hatte es, als mein Fotobuddy Toto (Facebook) meinte, er hätte Kontakt zu jemandem, der einige ältere, gepflegte Fahrzeuge habe, und ob wir nicht mal damit ein paar Fotos machen sollten.

Klar doch, machen wir.

Also haben wir uns ein Model organisiert, Kim. Gut, also eigentlich ist Kim selber Fotografin, hat aber auch mal gemodelt, würde gut ins Thema passen und hat auf die Anfrage hin „Ja“ gesagt.

Wobei „Thema“ sich so leicht sagt. Die Stichworte „Auto + Mädel“ bedeutet ja – jedenfalls in einer Google Bildersuche – oft eher grobe Geschmacklosigkeit bis Porno.

Also mal ehrlich: Die Menge schlechtestens fotografierter Bilder von weit überwiegend nackten Frauenkörpern in oft ziemlich merkwürdigen bis obszönen Posen vor, in, an oder auf Fahrzeugen jeglicher Gattung und jeglichen Pflegezustandes ist einigermaßen erschlagend. Es ist ja echt nichts dagegen zu sagen, wenn so ein Bild ein wenig knistert oder dezent(!) vorhandene(!) körperliche Vorzüge betont, aber was man in dem Kontext so im Internet zu sehen bekommt, tut gelegentlich schon einigermaßen weh.
Und wenn es dann unbedingt Porno sein soll, kann man auch dieses Sujet (das Wort wollte ich schon immer mal benutzen…) doch bitte sorgfältig und mit Sachverstand fotografieren…

OK, Tschuldigung für den kleinen Exkurs, zurück zum Thema.
Thema sollte also bei uns halt nicht die bloße plakative Darstellung des weiblichen Körpers (und auch nicht die plakative Darstellung des bloßen weiblichen Körpers) vor einem Fahrzeug sein, sondern es sollte eben ein bißchen in Richtung „Lifestyle“ gehen. Und da das für uns das erste Mal war, das wir uns an ein solches Thema gewagt haben, firmierte das Ganze bei uns absolut als Testshooting. Um es ’noch einfacher‘ zu machen, haben wir das Shooting für den Abend, zur blauen Stunde, angesetzt. Mit anderen Worten: Wir wussten, dass wir mit rapide nachlassendem Umgebungslicht während des Shootings zu tun haben würden, und dass wir mit unseren Blitzen ein Auto sowie das Model gezielt aus der immer dunkler werdenden Umgebung würden beleuchten müssen.

Es würde – da waren wir uns einig – entweder eine coole Sache oder eine wertvolle Erfahrung werden. Am Ende war es beides – aber ich will ja nicht vorgreifen.

Eine Woche vor dem Termin ist uns nämlich zunächst mal das Auto abhanden gekommen, weil der Besitzer leider verhindert war. Aber unser Model hat den Termin gerettet, indem sie meinte, sie könne da vielleicht was organisieren. Und das hat sie dann auch. Gut, es war dann kein Ford Capri aus den 80ern ….. aber zu einem saucoolen Porsche Panamera sagt man ja wohl nicht gerade nein, oder ;-)? Jedenfalls hat ihr Kontakt zu Sven und dessen spontane Bereitschaft, sein Auto zur Verfügung zu stellen, heftig zum Gelingen des Abend beigetragen. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an alle beide!

Es ist schlußendlich ein lustiger Abend geworden – und das allein ist ja bei einem Shooting schon mal mindestens die halbe Miete. Zudem sind bei Toto und bei mir ein paar wirklich nette Bilder entstanden – jedenfalls nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung. Und das ist gerade für ein „erstes Mal“ sicherlich nicht ganz schlecht. Hier mal ein kleiner Eindruck:

Was also gab es an diesem Abend an Erkenntnissen?

Ein Auto in der Dämmerung auszuleuchten kann materialintensiv und schwierig sein.

Zeitweise waren 4 bis 5 Blitze nur damit beschäftigt, das Auto aus seiner Umgebung zu schälen. Die Blitze waren in aller Regel mit ziemlich engen Reflektorstellungen eingestellt, damit nicht das gesamte Auto einfach in Licht gebadet würde, sondern dessen Formen durch Licht- und Schatten herausgehoben wurden. Dazu gehörte mit fortschreitendem Abend auch ein Blitz IM Auto, der dafür sorgte, dass dort nicht einfach nur ein schwarzes Loch hinter der Windschutzscheibe entstand.

Ein gescheiterter Ansatz des Abends war es übrigens, Licht UNTER das Auto zu bekommen. Was wir auch versuchten führte bestenfalls zu eng begrenzten hellen Spots unter dem Auto. Eine flächige Lichtverteilung, die das Auto vom Boden trennte haben wir nicht hinbekommen. Letztlich völlig logisch, denn der Unterboden des Autos eignete sich ebenso wenig als Reflektionsfläche, wie der relativ dunkle Asphalt an unserer Location.

Fokussieren ist ganz schön schwierig, wenn das Abblendlicht des Autos prächtig in die Frontlinse leuchtet.

Klar: Auto am Abend bedeutet ‚Licht an‘. Das haucht dem Auto Leben ein und macht mitunter nette Strahlenkränze um die Scheinwerfer. Nur: Durch die Kamera schauen und irgendetwas anderes als den Scheinwerfer erkennen war dann kaum noch drin. Kim war machmal nur noch als Schemen erahnbar. Entsprechend hatte auch der Autofokus Mühe, am Model Kontraste zum Arbeiten auszumachen. Angesichts dieser Verhältnisse war die fokusbedingte Ausschussquote bei den entsprechenden Bildern noch erstaunlich gering. Zwar saß der Fokus nicht immer 100-prozentig, aber nur wenige Bilder waren richtig daneben. Überraschend.

Fokussieren ist auch ganz schön schwierig, wenn es dunkel wird.

Nicht wirklich überraschend, oder? Das das Problem vorhersehbar war, ging einfach der Griff zur nächstgelegenen Taschenlampe, mir der dann das Model zum Fokussieren angeleuchtet wurde. Vorher hieß es natürlich „Bitte Augen schließen!“ – oder es wurde nur auf das Kleid geleuchtet, denn das vom Kleid in Gesicht reflektierte Licht reichte zum Fokussieren meist schon aus.

Du musst Dich entscheiden…

… und zwar, welches Übel das Geringere ist. Beim ersten Set des Abends, wo das Model auf dem Boden (aber natürlich auf einem Kissen!) neben dem Porsche saß, hatte ich vom Stativ aus fotografiert. Warum? Nun, weil ich – wenn der Abend dunkler und die Belichtungszeit mithin länger werden würde – mir keine Verwacklungen einfangen und zudem die Kamera auf dem „bestmöglichen“ Blickwinkel auf Auto und Model festnageln wollte. Ist mir auch gelungen – aber zu gut. Ich war sozusagen in die typische Stativfalle getappt: Steht das Stativ erstmal, muss man schon aktiv daran denken, es auch mal umzusetzen, sonst bleibt es einfach stehen und man fotografiert die ganze Zeit von der gleichen Stelle mit dem gleichen Blickwinkel. Und wenn es halt so viele andere Dinge zu bedenken gibt und insbesondere umgebungslichtmäßig die Uhr tickt, kann das auch schon mal untergehen. Ich habe das erste Set jedenfalls in der Tat nahezu durchgängig aus unveränderter Position fotografiert. Doof.

Aber wenigstens ist mir das rechtzeitig vor dem nächsten Set noch ein- und aufgefallen, so dass ich dieses Set dann mal aus der Hand fotografiert habe. Folge: viel mehr Auswahl, was den Blickwinkel angeht – sehr angenehm. Nachteil allerdings: es war inzwischen so dunkel, dass ich bis auf 1/6 sec. Belichtungszeit runtergehen musste, um die Hafenlichter im Hintergrund mit einzufangen. Da aber in unserer Nähe auch die Straßenbeleuchtung aktiv war, fingen sich durch die Lange Belichtungszeit auch das Model und Auto das eine oder andere Photon aus dem Umgebungslicht ein. Zwar bestimmte weitestgehend das Blitzlicht die Belichtung von Model und Auto, so dass die Aufnahmen aufgrund der kurzen Abbrenndauer des Blitzes im Wesentlichen unverwackelt waren, aber dort, wo der Pegel des Blitzlichtes nachließ, sieht man durchaus leichte Verwacklungen bzw. Bewegungsunschärfen.

Sellerie, wie der Franzose sagt. Man kann in so einer Situation eben nicht beides gleichzeitig haben: uneingeschränkte Beweglichkeit und völlige Verwacklungsfreiheit. Mal wieder hat sich gezeigt, dass beim Fotografieren fortlaufend Kompromisse geschlossen werden müssen.

Manchmal ist das Leben einfach.

Zurück zum ersten Set. Wir hatten ja zuallererst die Ausleuchtung des Autos eingerichtet. Dann hatten wir unser Model ins Bild gebracht und dabei deren Sitzposition so gewählt, dass Sie von dem leicht herausstehenden Vorderrad nicht verdeckt wurde. Dann folgte ein kleiner Testschuß und BINGO. Einer der für das Auto zuständigen Blitze gab völlig automatisch ein wunderbares hartes Hauptlicht auf unser Modell. Wir mussten nur noch einen Blitz auf der anderen Seite des Autos tiefer positionieren, weil der über die Motorhaube hinweg auf unser Model strahlte und dadurch eine unschöne Schattenkante entlang ihrer Wange produzierte. Dann noch den für die Felge zuständigen Blitz ein bißchen gedreht und in der Leistung angepasst, und schon hatten wir unser Aufhelllicht. So gelang die Ausleuchtung von Kim ganz ohne zusätzlichen Blitz.

Die einzige „Schwierigkeit“ dabei war nur, herauszufinden, welcher Blitz für welches „Problemchen“ verantwortlich war. Es standen ja genug Kandidaten herum…

Übrigens: Wenn ihr sowas macht und Helfer vor Ort habt: Bleibt bei eurer Kamera und dirigiert eure Helfer, um die Blitze einzustellen. Hatte ich bei der Gelegenheit auch gemacht, später allerdings bin ich dann auch selber mal von der Kamera zum Blitz gehüpft und wieder zurück. Bringt nix außer Hektik. Wenn ihr bei der Kamera bleibt und von dort aus dirigiert, ist das alles viel entspannter. Und wir hatten an dem Abend an Helfern keinen Mangel. Neben meinem Fotobuddy Toto waren ein weiterer Freund und natürlich noch der Besitzer des Porsche vor Ort.

Vorbei ist vorbei.

Eigentlich war das Licht schon echt weg. Also, so richtig weg, im Sinne von kohlschwarzer Himmel. Trotzdem hatte ich die Idee, noch ein Set auszuprobieren, bei dem das Model im Auto sitzen sollte (Model warm = Model glücklich!). Meine Vorstellung war, dass das Foto rein mit künstlicher Ausleuchtung durch die Blitze zustandekommen sollte, und von daher das fehlende Umgebungslicht irrelevant wäre.

Die dezenten Einwände meiner Helfer ignorierte ich dabei völlig, denn schließlich wollte ich ja FOTOS MACHEEEEEEENNNNNNN….

Nunja, was soll ich sagen: Nach dem ersten Testschuß ereilte mich dann aber doch sehr schnell die Einsicht, dass ich da auf einem Irrweg war, und dass ich mir diese Bildidee mal für später aufbewahren sollte. Wenn es vorbei ist, ist es auch einfach mal gut.

Putzen, bis der Arzt kommt…

Man sollte sich echt nicht täuschen lassen: Auch ein super gepflegtes und auf den ersten Blick sehr sauberes Auto sollte man wohl nochmal intensiv im Hinblick auf restliche Wasserflecken unter die Lupe nehmen. Was habe ich mich bei der Nachbearbeitung geärgert. Dabei sah der Porsche so top gepflegt aus. War er auch. Aber trotzdem habe ich Wasserflecken wegstempeln müssen wie ein Weltmeister. Anscheinend kommen die bei Beschuss mit Blitzlicht nochmal besonders gut zur Geltung.
Und es ist ja nicht so, als hätte ich nicht vorsorglich ein bißchen Material zur Autopflege dabei gehabt. Ein Kanister mit Wasser, ein Eimer und diverse Lappen; hatte ich alles im Kofferraum. Aber als Sven mit dem Auto ankam, sah das so picobello sauber aus, so dass wir uns da nicht weiter drum gekümmert haben. Alles gut.
Bis zur Nachbearbeitung der Fotos.

Nunja, beim nächsten Shooting mit Autobeteiligung wird das Auto vorher definitiv nochmal genauestens unter die Lupe genommen und porentief gereinigt.

Also, viel gelernt, viel gelacht und ein paar nette Fotos gemacht. Insgesamt also ein gelungenes Shooting, das in jedem Fall irgendwann nochmal neu aufgelegt wird.