Lightroom Tutorial – Das Freistellungswerkzeug

Moin.

Das Freistellungswerkzeug gehört ja irgendwie zu den Werkzeugen in Lightroom, die bei ziemlich vielen Bildern eingesetzt werden. Denn ein bißchen Optimierungspotenzial in Bezug auf den Beschnitt gibt es ja fast immer. Entweder ist der Horizont ist ein wenig schief geraten, oder man ist beim Fotografieren ein bißchen in eine Richtung abgedriftet oder hat oben, unten, links oder rechts zuviel Platz gelassen, oder, oder, oder…

Ich habe deshalb mal in einem kleinen Videotutorial zusammengetragen, was ich so über das Freistellungswerkzeug weiß. Erstaunlicherweise sind dabei doch ca. 13 Minuten Video gerausgekommen. Und das für ein eigentlich recht übersichtliches Tool.

Nunja, ich wünsche jedenfalls viel Spaß beim Anschauen, und hoffe, ich kann Dir auch ein paar Details zeigen, die Du vorher noch nicht kanntest.

Über Feedback zum Video oder zu meinem Blog freue ich mich immer sehr. Oder vielleicht hast Du noch eine Ergänzung zum Video – irgendeine Tastenkombination vielleicht, die ich nicht genannt habe und daher vielleicht noch nicht kenne – oder sonstigen Bedarf mir Deine Meinung zu sagen. Hau rein, nutze die Kommentarfunktion, dafür ist sie da.

Und über fleißiges Teilen des Blogbeitrags freue ich mich auch immer.

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https://www.youtube.com/watch?v=LnDjP87eVAc

Videoschnitt in Photoshop

Moin. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber mir als Fotograf ist Videobearbeitung echt ein Graus. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte.

Mehrfach.

Mit unterschiedlichen Softwarelösungen.

Und immer überkam mich das nackte Grauen, oft schon kurz nach dem Start der jeweiligen Schnittsoftware. Denn da musste man meist eine ganze Reihe Einstellungen auswählen, die mich als definitiver Video-NOOB schlicht rettungslos überforderten – und zwar oft, bevor sich auch nur die Benutzeroberfläche komplett geöffnet hatte:

Was für ein Projekt soll es denn sein?
Welche Bitrate für Video?
Interlaced oder nicht?
Wieviel kHz für die Audiospur?
Welches Audioformat?
Und so weiter, und so weiter….

Ahhhhhhh!!!!!!!

Meine innere Antwort auf diese ganzen Dinge, war eigentlich immer:
„Ja, was weiß denn ich! Video halt, möglichst in HD mit vernünftigem Bild und Ton und überall abspielbar. Aber lasst mich mit diesem ganzen Codec-Gefasel in Ruhe, ich habe doch eh‘ keine Ahnung davon, was ich da gerade auswählen soll…“

Ich habe dann auch mal den halbherzigen Versuch gemacht, mich in diese Welt der Codecs und Einstellungen vorzutasten, aber das Ergebnis war stets das gleiche: Frustration nach stundenlanger Internetrecherche, welche Einstellungen denn nun für meine Zwecke wohl die geeigneten sein könnten.

Und dann die schönen Überraschungen, wenn man denn mal ein paar Clips seiner Kamera zu einem Minifilmchen zusammentüdeln wollte:

Ausgabe als mpeg2? Ja, dann aber bitte erst mal den Codec kaufen. WTF!!! Wofür habe ich denn das Geld für die Software ausgegeben, wenn da so ein Allerweltscodec nicht drin ist.

HD-Ausgabe? Ja, das geht leider erst mit der nächsthöheren Version der Software. Bitte hier entlang zum kostenpflichtigen Upgrade…. Und dann bitte bedenken, dass man die HD-Fassung des Codecs auch noch dazukaufen muss und den Kauf beim nächsten Vollmond (in der Zeitzone des Softwareherstellers, natürlich!) tätigen muss, nachdem man zunächst das Blut des geopferten Huhns über die Grafikkarte…  oder so ähnlich jedenfalls.

Ich bin halt kein Videomensch, und habe schlichtweg nicht die Zeit und Energie, mich komplett in dieses Metier einzuarbeiten. Am Ende habe ich „Video“ ganz einfach gelassen.

Bis ich eine Folge des Fotopodcasts „The Grid“ der Kelbymediagroup gesehen habe, und zwar diese hier.

Den wesentlichen Ausschnitt daraus hat der Kelbyclan auch gesondert veröffentlicht, das Video habe ich unten mal eingebettet. ES IST JA SO EINFACH. Jedenfalls, wenn man Photoshop CS6 oder höher (also CC) hat und sich als Fotograf sowieso grundsätzlich in Photoshop auskennt. Schaut euch das einfach mal an. Für mich war dieses Video der Startpunkt, Screencasts für meinen Blog zu „produzieren“.

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http://www.youtube.com/watch?v=9-GdOBA9z-I

Ein Kommentar noch in Ergänzung zum Video: Diese Eröffnungszeremonie zum Laden der Videos mache ich regelmäßig nicht. Ich gehe einfach in die Timeline, lege per Klick auf das Filmsymbol eine neue Videogruppe an, und füge dann per erneutem Klick auf das Filmsymbol meine Clips hinzu.

Und ja, man kann auch Bewegung in Texte oder Bilder bringen. Das kann dann schon mal etwas fummelig werden, aber das ist es ja sowieso in jedem Video-Editor. Und ja, man kann auch die nötigsten Bearbeitungen der Audiospuren von den jeweiligen Clips machen, also Lautstärke, Fade in, Fade Out.

Geht alles. Alles rudimentär, aber eben genau das ist der Knackpunkt: Es ist nicht überladen und unübersichtlich. Für ein kurzes Filmchen ist alles da, was man braucht. Keine tausend verschiedenen Videoübergänge, wo man ja doch immer nur Crossfade, Fade über Schwarz oder Fade über weiß braucht. Keine tausendfachen Optionen für Bitraten und was nicht alles, sondern gut funktionierende Presets für die Anwendungsbereiche, die man eben so typischerweise hat.

Also, ich wünsche viel Spaß bei der Videoproduduktion.

Lightroom: Bildbearbeitung von Anfang bis Ende

Hallo liebe Leserinnen und Leser.

Ich habe (schon wieder) ein kleines Videotutorial für euch aufgenommen, in dem ich mal die Entwicklungsschritte des obigen Fotos für euch nachvollzogen habe. Einen Mini-Blogpost zur Entstehung des Fotos hatte ich ja hier schon einmal geschrieben, aber darin geht es ja nunmal nicht um die Bildentwicklung in der digitalen Dunkelkammer.

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http://www.youtube.com/watch?v=8gDe3eFnelM

Hier nun also die Bildbearbeitung von A bis Z. Ich wünsche viel Spaß beim Anschauen und würde mich freuen, wenn ihr dieses Video und den Blogpost fleißig in den sozialen Netzwerken teilt.

Bis bald.

Lightroom: Tipps zum Korrekturpinsel

Moin.

Der Korrekturpinsel in Lightroom ist ja unbestritten ein recht wesentliches Werkzeug, erlaubt er doch lokale Änderungen im Bild vorzunehmen. Ich habe mal ein kleines Video aufgenommen, in dem ich den einen oder anderen Tipp rund um dieses Werkzeug habe.

Vielleicht ist ja für euch etwas Neues dabei. Ich wünsche viel Spaß beim Anschauen, und würde mich freuen, wenn ihr das Video und diesen Blogpost fleißig teilt.

Rückfragen könnt ihr mir gerne in die Kommentare schreiben.

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http://www.youtube.com/watch?v=A9Oq8Oy7b_s

Die unendliche Geschichte vom „bösen Photoshop“

Mahlzeit. Es ist mal wieder soweit. Eine kleine Bemerkung darüber, dass ich bei der Bearbeitung eines Portraits ein paar Pickelchen habe verschwinden lassen, wurden mit den Worten „das ist ja heute eh alles Betrug“ kommentiert. Der Kommentator meinte das nicht mal böse, er hat ganz einfach gedankenlos eine bei vielen Leuten vorherrschende Meinung repetiert. Denn das ist ja leider so: Bei vielen Leuten ist felsenfest eingeprägt, das Photoshop an sich böse ist und Bildbearbeiter, die zugeben dieses Teufelswerkzeug zu benutzen, sich umgehend einem Exorzismus zu unterziehen hätten. Oder so ähnlich.

Und das kann man „normalen“ – also nicht fotografisch vorbelasteten – Mitmenschen noch nicht mal wirklich übel nehmen. Denn natürlich gibt es einige Negativbeispiele – durchaus auch zu hauf: Fotos von Stars und Sternchen oder solchen, die es werden wollen, die unter Einsatz von kräftiger Retuschearbeit in Photoshop zu einem Zerrbild der Wirklichkeit geworden sind. Oder tatsächlich in der Absicht der Verzerrung historischer Wirklichkeiten manipulierte Fotos aus der Weltgeschichte.

Und dann gibt es natürlich noch das Genre der wirklich gruseligen Über-Bearbeitung, wo dem Bildbetrachter Augäpfel und Zähne in reinstem Weiß entgegenstrahlen und die Poren der Gesichtshaut anscheinend während der Fotosession in Urlaub gefahren waren. Auch solche Untaten sind in meinen Augen nicht wirklich dazu angetan, der digitalen Bildbearbeitung zu mehr Ansehen zu verhelfen.

Und wie immer macht es sich „der Mensch an sich“ dann einfach und pauschalisiert angesichts dieser Negativbeispiele. Mit dem Ergebnis: Bildbearbeitung mit Photoshop bedeutet grundsätzlich Verfälschung und Verzerrung des Fotos. Mindestens aber übertriebene und grundsätzlich per Gesetz verboten gehörende Schönung des „Basismaterials“.

Seufz.

An dem grundsätzlichen Hang zu Pauschalierungen kann man wohl nicht wirklich ändern. Auch wenn man geneigt ist, nochmals und abermals zu erläutern, dass unsere Wahrnehmung eines anderen Menschen im persönlichen Umgang überaus selektiv ist, und wir uns üblicherweise nach einem persönlichen Kontakt bestenfalls an das generelle Erscheinungsbild erinnern und daran, ob wir den Kontakt mit der Person angenehm fanden oder nicht. Ob da jetzt ein Pickelchen auf der Wange war oder die letzte Nacht ein paar Augenringe hinterlassen hatte, wissen wir dann nicht mehr. Denn im persönlichen Kontakt stellt das „Anschauen“ ja nur einen einzelnen der verschiedenen Sinneseindrücke dar, den wir von der Person haben.
Anders bei einem Portraitfoto. Denn mit einem Foto liegt zunächst mal lediglich die auf zwei Dimensionen eingedampfte Oberfläche eines Menschen vor uns, die wir dann in aller Ruhe und ungestört studieren können. Mimik, Gestik, Stimme und Geruch spielen plötzlich keine Rolle mehr, weil sie im Foto nicht vorhanden bzw. auf eine einzelne Position eingefroren sind. Und genau dadurch fallen uns in einem Foto plötzlich Dinge auf, die wir vorher gar nicht gesehen haben. Das bereits zitierte Pickelchen auf der Wange, Augenringe oder was auch immer.

Was also ist so schlimm daran, wenn ich die Wiedergabe auf einem Foto an die im persönlichen Umgang empfundene Realität anpasse?

Antwort: NIX. Eigentlich.
Ich muss nur darauf aufpassen, nicht über’s Ziel hinauszuschießen – Stichwort „Porzellanhaut“. Und ich muss mich darauf gefasst machen, dass mich andere Leute trotzdem kreuzigen (bitte links entlang) oder steinigen (bitte rechts entlang) wollen, einfach weil es die pauschalisierte Abwehrhaltung gegenüber dem „bösen“ Photoshop ist.

Besonders amüsant finde ich dann in diesem Kontext, wenn die „früher war alles besser“-Fraktion das Wort ergreift: „Früher hätte es das nicht gegeben. Da hat man das Bild in der Kamera fertiggestellt.“

Ach ja?

Unbestritten war Bildretusche früher deutlich mehr Leuten verschlossen, als es heute der Fall ist, denn entweder musste man sein eigenes Labor sein und über vertiefte Kenntnisse verfügen, oder man musste entsprechende Fachleute beauftragen. Ich empfehle mal einen Blick auf diese Seite hier, oder in dieses Video über Ansel Adams.
Zugegeben, solchen Aufwand betrieben wohl nur wenige. Aber auch daraus wird ja heutzutage gleich mal wieder pauschal abgeleitet, dass es nachträgliche Bildbearbeitung „früher“ nicht gegeben habe. Da verstellt die Verklärung des analogen Fotografie-Zeitalters dem einen oder anderen prächtig den Blick auf die Tatsachen.

Heute ist die Nachbearbeitung dank der Digitaltechnik halt nur viel mehr Fotografen zugänglich, denn einen Computer hat ja bei dieser Personengruppe nun wirklich jeder, und auch die erforderliche Software ist erschwinglich oder gar frei verfügbar.

Also bitte, liebe Photoshop-Kritiker: Haut doch nicht immer so pauschale Urteile raus. Überlegt euch mal, ob ihr es wirklich so toll fändet, wenn der Fotograf auf eurem Foto den dicken Pickel auf der Nase, der sich natürlich just am Tag des Fotoshootings zu voller Blüte entwickelt hat, einfach im Bild lassen würde, weil nachträgliche Retusche ja die Wirklichkeit verfälscht und deshalb generell abzulehnen ist…
Und nochmals: JA, ich weiß, dass es auch Fälle gibt, wo Bildretusche tatsächlich zur Verfälschung der Wirklichkeit eingesetzt wird. Aber das ist eben bei weitem nicht der Normalfall. Und wo genau die Grenze zu ziehen ist, ist eben Ansichtssache und kann im Zweifel immer nur auf den konkreten Einzelfall bezogen diskutiert werden. Pauschalisierung hilft da nicht weiter. Außer natürlich, es ist das erklärte Ziel, eine Kontroverse auszulösen…

In diesem Sinne wünsche ich weiterhin viel Gelassenheit, frohes Retuschieren und frohes Kritisieren…

Belichtung angleichen in Lightroom – Videotutorial

Tach auch.

Man lernt ja immer wieder was dazu. Kürzlich zum Beispiel habe ich gelernt, dass es in Lightroom eine Funktion gibt, mit der man die Belichtung ausgewählter Fotos automatisch aneinander angleichen lassen kann. Das kann unter Umständen sagenhaft praktisch sein, zum Beispiel dann, wenn der Blitz beim Fotografieren nicht mitgekommen ist. Oder ein nervöses Zucken in Zeigefinger oder Daumen beim Shooting unbemerkt die Belichtung verdreht hat. Oder man bei einem Portraitshooting leider erst nach drei Minuten merkt, dass man das Bracketing von den HDR-Landschaftsaufnahmen am Abend vorher noch nicht ausgeschaltet hat (habe ich mal gehört, dass sowas passieren kann…). Oder was auch immer.

Belichtungsmäßigen Korrekturbedarf gibt es ja jedenfalls bei einzelnen Fotos eines Shootings immer mal. Und dass man das vollautomatisch erledigen lassen kann, finde ich einfach klasse. Traurig ist nur, dass ich dass jetzt erst erfahren habe, was die Software in dieser Beziehung so kann. Aber ich nutze Lightroom ja auch erst seit Version 3…..  😉

So jedenfalls geht das:

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http://www.youtube.com/watch?v=tJkMdIqo_mA

Ich hoffe, ich konnte euch damit etwas Neues und Hilfreiches erzählen.
Schreibt mir doch mal eure Lieblings-Lightroom-Tipps in die Kommentare, ich lerne ja doch immer wieder gerne was Neues…

Bis bald

Lightroom-Tutorial No.1

Hallo miteinander.

Ich bin ein klitzekleinesbißchen stolz, meinen ersten Video-Podcast präsentieren zu können.

In loser Folge werde ich euch, meinen geneigten Bloglesern, immer mal den einen oder anderen Tipp zu einzelnen Werkzeugen der Bildbearbeitung präsentieren. Heute geht es um die Bildverwaltung mit Lightroom, und da speziell um die Instrumente der „Zielsammlung“ oder „Schnellsammlung“.

Über Feedback zum Video würde ich mich sehr freuen, da ich diesbezüglich Anfänger bin und den ein oder anderen Tipp sicher gut brauchen kann.

Also: Viel Spaß beim Anschauen.

https://www.youtube.com/watch?v=9W6Bk9sYnSIhttp://

Vom Einzelbild zur Gruppe – Teil 2

Dieser Blogbeitrag ist die Fortsetzungen des Teil 1, in dem ich die fotografischen Überlegungen und Aspekte beleuchtet habe. Hier in Teil 2 geht es nun um die Verarbeitung der Aufnahmen in Lightroom und den Zusammenbau des Bildes in Photoshop.

Auswahl und SW-Konvertierung

Nach dem Import der Fotos in Lightroom stand natürlich erstmal die Selektion des jeweils besten Fotos eines jeden Einzelportraits an. Auf die Details hierzu – also z. B. die Werkzeuge, die LR für solche Zwecke zur Verfügung stellt, etc. – will ich an dieser Stelle nicht eingehen, dazu gibt es anderweitig hinreichend Informationen im Internet.

Wichtig für die weitere Bildverarbeitung war jedoch, dass die Bilder möglichst gleichmäßig in ein Schwarz-Weiß-Bild konvertiert wurden. Da bereits die Aufnahmen sehr gleichmäßig ausgeleuchtet waren, war das auch kein Problem. Ich habe einfach das erste selektierte Bild mittels eines Presets in SW konvertiert, und den Kontrast durch das Verschieben von Schwarz- und Weißpunkt bis an das jeweilige Limit gebracht. Wenn man in Lightroom beim Verschieben dieser Regler die <ALT>-Taste drückt, kann man sehr gut sehen, wann man da in den Grenzbereich kommt. Den Schwarzpunkt habe ich soweit abgesenkt, dass der schwarze Hintergrund rund um die Person völlig „abgesoffen“, also richtig komplett schwarz war. Soweit dabei auch größere Bereiche der Person untergingen (z. B. Schattenstellen in der Kleidung) wurden diese mittels Korrekturpinsel geringfügig wieder aufgehellt.

Die bei ersten Bild vorgenommenen Einstellungen im Bereich Belichtung und SW wurden dann auf die anderen Bilder übertragen und nötigenfalls individuell geringfügig korrigiert – eine 1:1-Übertragung von Entwicklungs-Einstellungen funktioniert ja in der Regel nicht 100%ig, jedenfalls dann nicht, wenn wie hier schon teilweise extreme Belichtungsanpassungen (Schwarzpunkt) übertragen werden.

Danach ging es dann in Photoshop weiter. Hierzu wurden die fünf Bilder in der Bibliothek von LR ausgewählt und mit der Tastenkombination <cmd><e> (bzw. <strg><e> auf einem PC) in Photoshop geöffnet.

Zusammenbau des Gruppenbildes

Nachdem alle fünf selektierten und in SW konvertierten Bilder in Photoshop geöffnet waren, habe ich das erste Bild – also das Bild der Person, die ganz vorne stehen sollte – hergenommen und erstmal den Arbeitsbereich verbreitert und etwas erhöht, damit ich Platz für die anderen vier Leute haben würde. Die neu hinzugekommenen Bildbereiche wurden mit schwarz gefüllt, indem ich eine neue Ebene unterhalb der Ebene mit der ersten Person erstellt und mit Schwarz gefüllt habe.

Hier zahlte es sich aus, dass ich in Lightroom das Schwarz um die Person herum wirklich komplett schwarz gemacht hatte, denn so gab es an der Stelle keine Probleme mit Übergängen zwischen dem Foto und dem neu hinzugefügten Schwarz in der Erweiterung des Bildes.

Dann habe ich die weiteren vier Portraitierten in das Bild eingefügt, indem ich die Ebenen aus deren Einzelbildern in mein Gruppenbild zog. Diese neuen Ebenen überdeckten sich nun natürlich gegenseitig. Um überhaupt erstmal alle Leute wieder sehen zu können, habe ich dann den Ebenenmodus der höherliegenden Ebenen von „NORMAL“ auf „AUFHELLEN“ gesetzt. Dadurch wurden nur die Bildanteile der jeweils höhergelegenen Ebene(n) eingeblendet, die heller als die darunterliegende Ebene(n) sind. Mit anderen Worten: die gesamten schwarzen Bildanteile der höher gelegenen Ebenen waren mit einem Schlag verschwunden. Nur die Personen selber, die ja im jeweiligen Bild auf alle Fälle heller als schwarz waren, wurden eingeblendet, jedenfalls dort, wo nicht Bildteile der darunterliegenden Ebene noch heller gewesen sind.

Und indem ich nun bis auf eine die vier neuen Bildebenen durch Klick auf das Auge in der Ebenenpalette ausblendete, konnte ich in aller Ruhe die zweite Person durch Verschieben der Ebene in Position bringen. Dann wurde die nächste Ebene wieder eingeblendet und ebenfalls in Position gebracht, und so weiter.

An dieser Stelle war es wichtig, dass zuerst die Anordnung der Personen und eventuelle Skalierungen wirklich passten und nicht mehr Gefahr liefen, nachträglich korrigiert werden zu müssen. Denn nun folgte der arbeits- und zeitintensivste Teil: das Ausmaskieren der sich noch überlagernden Ebenenteile. Maskiert man nämlich zuerst, bevor die Anordnung und Skalierung sitzt, macht man sich im Zweifel deutlich mehr Arbeit, weil mit jeder Korrektur der Position oder Skalierung einer Person die Ebenenmaske(n) nachgearbeitet werden müssen.

Nun ging es also daran, die noch störenden, sich überlagernden Bildanteile zu eliminieren. Dank des Ebenenmodus „Aufhellen“ ging es dabei „nur noch“ um die Bildbereiche der jeweils höherliegenden Ebene, die heller waren, als in der darunterliegenden Ebene und die in der Realität von der jeweils vorderen Person verdeckt worden wären.

die Ebenenpalette des fertigen Werkes

So bekam die zu bearbeitende Ebene eine weiße Ebenemaske verpasst, dann habe ich darin mit einem relativ großen Pinsel und schwarzer Farbe grob die Bildteile der jeweiligen Person ausmaskiert, die von der nächstvorderen Person verdeckt worden wären. Dabei habe ich zunächst auch bewußt etwas über die Kante zwischen den beiden Personen „übergemalt“, um dann im nächsten Schritt mit weißer Farbe und kleinerem Pinsel den Grenzbereich exakt zu maskieren. Das war dann natürlich eine ziemliche Feinarbeit.

Gelegentlich war es schwierig zu sagen, wo eine Person anfing und die andere aufhörte, insbesondere bei den Haaren, oder bei Kleidung mit annähernd gleicher Helligkeit. Mehrfaches Aus- und Einblenden der Ebenen half dann aber zu bestimmen, was zu wem gehörte.

Und das war es dann auch schon.

Abschließend kann ich nur noch empfehlen, ein solches Werk zwischendurch mal eine Nacht ruhen zu lassen. Insbesondere, wenn es um die Positionierung und Skalierung der Personen ging, hat mir das geholfen, das richtige Maß zu treffen. Aber auch bei der Maskierung der Ebenen kann man sich blind arbeiten. Ich habe bei einem Bild im ersten Anlauf einmal eine prächtige Lücke zwischen zwei Personen schlichtweg nicht gesehen. Erst, als ich am nächsten Tag nochmals draufgeschaut und die Ebenen zur Kontrolle mehrmals ein- und ausgeblendet habe, sprang mich der Fehler in der Maske an.

Ein paar abschließende Betrachtungen und Bemerkungen gibt’s in Teil 3.

Bis dahin!