Hochzeitsfotografen und ~fotografinnen gibt es ja reichlich.
Wie also findet man da den passenden für die eigene Hochzeit?

Das Einfachste wäre natürlich, wenn Du auf Empfehlungen von Familienmitgliedern oder Freunden  zurückgreifen kannst, oder als Gast auf einer Hochzeit den Kontakt zum dortigen Fotografen als angenehm empfunden hast.

Hast Du diese Option nicht, gibt es eigentlich nur drei Fragen, die wichtig sind:

  1. KANN DER/DIE DAS?
  2. PASST DER FOTOGRAF / DIE FOTOGRAFIN ZU MIR?
  3. BEKOMME ICH DIE LEISTUNGEN, DIE MIR WICHTIG SIND?

KANN DER/DIE DAS?

Natürlich möchtest Du sicher sein, dass Dein Fotograf weiß, was er tut. Dass er Erfahrung hat, Referenzen vorweisen kann. Dass er kein Blender ist, der sich gerade erst eine „professionelle Kamera“ gekauft hat und sogleich meint, ab diesem Moment „professioneller Fotograf“ zu sein.

Wie kannst Du da vorgehen?

Zunächst mal hilft als Startpunkt natürlich ein Blick auf die bisherigen Arbeiten. Wenn Du schon beim Aufruf des Hochzeitsportfolios eines Fotografen von dessen Arbeiten  nicht überzeugt bist, wenn dort offenkundig nur Fotos einer einzigen Hochzeit gezeigt werden oder wenn die handwerkliche Qualität nicht Deinen Vorstellungen entspricht, ist die Entscheidung schon mal ziemlich einfach. Denn in so einem Portfolio stellt ein Fotograf ja nur „die Besten der Besten“ ein, also die Spitzenergebnisse seiner bisherigen Arbeit. Und wenn das schon nicht überzeugt, erübrigt sich jede weitere Diskussion.

Nun gibt es aber natürlich viele Fotografen, die ein gutes Portfolio vorweisen können. Wie kommst Du dann weiter?

Auf der Ebene der Internetrecherche wahrscheinlich gar nicht. Aber wenn Du mit dem Fotografen im Gespräch bist, gibt es ein paar Anhaltspunkte:

Ein erfahrener Fotograf wird Dir eine ganze Reihe von Fragen stellen, die den geplanten Tagesablauf, die Lokalitäten, Deine Schwerpunkte und Vorstellungen etc. betreffen. Denn nur mit diesen Rahmen-Informationen wird er sich gut auf Deine Hochzeit vorbereiten können. Daran kannst Du zumindest erkennen, dass der Fotograf wohl schon mal die eine oder andere Hochzeit fotografiert hat und daher auf einen gewissen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann.

Bei einem persönlichen Treffen könntest Du ihn außerdem bitten, dass er mal einen Überblick über die Ergebnisse einer kompletten Hochzeit vorzeigt. Vielleicht hat der Fotograf ja ein Duplikat eines Fotobuchs, das er für ein Brautpaar angefertigt hat. Das würde Dir dann mal einen tieferen Einblick verschaffen, welche durchgängige Leistung Du erwarten kannst.

PASST DER FOTOGRAF ZU MIR?

Wenn Du die Grundfrage „Kann der das“ mit „JA“ beantworten konntest, ist die nächste wirklich entscheidende Frage, ob der Fotograf vom Typ her zu Dir und Deiner Hochzeit passt. Es nützt Dir ja nichts, wenn Du vom Typ her locker und lustig angelegt bist und der Fotograf zum Lachen grundsätzlich in den Keller geht. Oder wenn Du sehr viel Wert auf Etikette und Stil legst, der Fotograf aber zwecks Demonstration seines künstlerischen Inneren ausschließlich Jeans und T-Shirt trägt.

Möglicherweise lässt der Internetauftritt des Fotografen schon einen Rückschluss auf seine Persönlichkeit zu. Vielleicht gibt es dort ja einen ausführlichen Infobereich oder der Fotograf schreibt einen Blog, den man mal durchstöbern kann. Ausdrucksweise, Schreibstil etc. können zumindest teilweise Hinweise auf den Autor geben.

Letztlich hilft aber nur der persönliche Kontakt – egal ob Telefonat oder ein direktes Gespräch von Angesicht zu Angesicht, um einen umfassenden Eindruck zu bekommen. Denn am Ende wirst Du den Fotografen am Tag Deiner Hochzeit mehr oder weniger ständig um Dich herum haben – da solltest Du schon viel Wert darauf legen, dass das auch jemand ist, mit dem Du gut auskommst.

BEKOMME ICH DIE LEISTUNGEN, DIE MIR WICHTIG SIND?

Denk bitte einen Moment darüber nach, was Du von Deinem Fotografen erwartest. Folgende Fragen habe ich mal als Gedankenanstoß aufgeschrieben, damit Du eine Idee bekommst, auf was Du achten könntest:

Kommt der Fotograf alleine oder hat er standardmäßig einen Assistenten dabei?

Gibt es Limits beim zeitlichen Umfang?

Was ist ggf. mit Fahrtkosten oder anderen Spesen?

Wie bekomme ich überhaupt meine Fotos:

  • Macht der Fotograf ausschließlich Alben oder bekomme ich digitale Bilddateien? Oder beides?
  • Gibt es Limits bei der Auflösung der Bilddateien oder Mengenbeschränkungen mit „Zukaufoptionen“?
  • In welchem Bearbeitungsstadium sind die übergebenen Bilddateien? Sind sie „roh“ aus der Kamera oder laborfertig bearbeitet?

Ist eine Onlinegalerie möglich, mittels derer Du die Fotos unmittelbar mit Freunden und Familie teilen kannst? Mit welcher Laufzeit? Ist die Galerie inklusive oder kostet sie einen Aufpreis?

Gibt es eine Onlineshop-Option, damit Freunde und Verwandte Abzüge direkt zu sich nach Hause bestellen können?  Ist dieser Service inklusive?

Bietet der Fotograf ein Backup der Fotos für einen gewissen Zeitraum an? Inklusive?

 

Überlege Dir einfach mal, was Du ganz selbstverständlich als Leistung erwartest und check das mal mit dem Fotografen Deiner Wahl gegen. Normalerweise sollten die „üblichen“ Erwartungen in den „gängigen“ Angeboten enthalten sein, so dass es im Zweifel viele Überschneidungen zwischen Deiner Erwartungshaltung und dem „selbstverständlichen Service“ des Fotografen geben wird.

Dennoch ist es im Zweifel besser, sich da vorher mal Gedanken drüber zu machen, als nachher überraschend über Zusatzkosten zu diskutieren.

 

So. WordPress teilt mir gerade mit, dass ich hier schon rund 800 Worte in die Tastatur gemeißelt habe. Langsam sollte es also mal reichen. Eine kleine Anmerkung habe ich aber noch:

Dir ist vielleicht aufgefallen, dass ich die Frage nach dem Preis NICHT mit in die Liste der wichtigen Fragen mit aufgenommen habe. Das hat auch einen guten Grund: Die drei Fragen, zu denen ich mich ausgelassen habe sind um ein VIELFACHES wichtiger, als die Frage „was es denn so kostet“. Natürlich muss der Fotograf irgendwie in Dein Hochzeitsbudget passen…. aber……

Großes „ABER“.

Hast Du bei Deiner Suche DEINEN Traum-Hochzeitsfotografen gefunden, und löst der aufgerufene Preis zunächst einmal Schnappatmung aus, beruhige Dich, atme tief durch, und unterdrücke bitte die Reaktion „Das ist aber teuer. “

Denn ja, es ist teuer – wie alles, was mit einer Hochzeit zu tun hat. Hochzeitsfotografen kosten richtig viel Geld, keine Frage.

Frage Dich aber bitte, ob die Leistung des Fotografen Dir diesen Preis nicht vielleicht doch wert sein könnte oder sollte.

Denn die Fotografen sind diejenigen, die die Momente des Tages und eure Liebe in Bildern konservieren, die Jahre und Jahrzehnte überdauern. Und deshalb ist es wichtig, dass sie ihren Job gut machen. Denn nur dann kannst Du – wenn in 10, 20, 30 oder 40 Jahren Deine Kinder oder Enkel fragen, wie es denn bei Deiner Hochzeit war – Dein Album aus dem Schrank nehmen, es ihnen in wirklich guten Bildern zeigen, und musst dabei nicht denken: Hätten wir da mal nicht an der falschen Stelle gespart.

Neben den persönlichen Erinnerungen bleiben als dauerhafte Überbleibsel von einer Hochzeitsfeier meist nur das Gästebuch – und die Fotos!

Und genau deswegen sollten die Fotos Deinen Vorstellungen entsprechen, und so toll sein, dass Du sie jederzeit gerne wieder hervorholst. Und das hat ganz einfach seinen Preis.

 

So. Jetzt sind  es schon fast 1100 Worte. Wenn Du noch Fragen oder Anregungen  zu dem Thema hast, nutze die Kommentare oder schick mir eine E-Mail.