Hallo. Heute wollte ich einfach mal kurz von einem kleinen Shooting am vergangenen Sonntag erzählen. Das heißt, ob die Episode den Begriff „Shooting“ verdient, weiß ich gar nicht so genau. Man könnte auch sagen, dass wir auf dem Weg zum Café mal eben ein paar Fotos gemacht haben. Mit dem Begriff „Shooting“ ist ja oft die Erwartung von viel (technischem) Aufwand verbunden, was aber hier nicht der Fall war und eben auf nicht zwingend sein muss.

Das genau ist der Punkt dieses Blogposts. Einfach mal die Kirche im Dorf (bzw. die Blitzanlage im Haus) lassen, und einfach mal relativ unbeschwert nur mit Kamera und Objektiv und dem Model (in dem Fall gleich mal zwei) losgehen.

Die Fotos oben sind genau so entstanden, es war noch nicht einmal ein Reflektor oder Diffusor im Spiel (die ich allerdings gleichwohl mitgenommen hatte). Einfach nur im Park ein schattiges Plätzchen aufgesucht und bei 85mm oder 50mm mit ziemlicher Offenblende fotografiert – fertig. Das Licht war einfach das natürliche Licht im offenen Schatten eines großen Baumes. Übrigens um etwa 13:00 Uhr – also zu genau der Zeit, wo man im Sommer nach überlieferter (veralteter) Fotografenweisheit ja sowieso nicht draußen fotografieren kann… 😉

Diese fotografische Begleiterscheinung auf dem Weg zum Kaffeetrinken hat insgesamt gerade mal 40 Minuten in Anspruch genommen; und da waren dann schon Fotos an drei verschiedenen Stellen innerhalb des Parks inklusive.

Ich liebe diese „einfachen“ Shootings ja, gerade bei Kindern. Deren Geduld und Kooperationsbereitschaft leidet durchaus sehr, wenn man erst jedesmal 10 Minuten lang das Licht einrichten will, und sie sich danach am besten immer nur in einem sehr eng begrenzten Bereich mit optimaler Belichtung aufhalten sollen. Solche restriktiven Szenarien funktionieren mit Kindern einfach nicht so gut, weil sie eben Kinder sind, also am liebsten Quatsch machen und Herumtoben.

Wenn ich also Wert darauf lege, die Persönlichkeit des Kindes zu fotografieren, muss ich zusehen, dass das Kind die ganze Geschichte als Spiel empfindet und dann eben das „Spiel“ mit der Kamera verfolgen und einfangen. Mein Fokus liegt also ganz klar voll auf der Interaktion mit dem Kind, was dazu führt, dass ich mich auf die Technik schlichtweg verlassen muss. Denn eine genaue Festlegung des idealen Bildschnitts und eine zielgenaue Fokussierung mittels Blick durch den Sucher und perfekter Anpassung des Fokuspunkts kann man dabei nämlich vergessen. Denn dann stünde die Kamera wieder zwischen mir und dem Kind und behindert meine Interaktion. Viel häufiger habe ich also die Kamera gar nicht erst am Auge, sondern ziele grob in Richtung des Kindes und muss mich darauf verlassen, dass der Autofokus es schon richten wird.

Das führt dann zwar – je nach Aktivitätslevel des Kindes – und offener Blende mitunter zu herben Ausschussraten, aber die „Treffer“ sind immer Gold wert, weil eben immer echte Emotionen des Kindes eingefangen werden.

So ganz „natürlich einfach“ sind diese „einfach natürlichen“ Shootings dann halt doch nicht. Zwar fällt viel technischer Kram weg, der einfach nur der Interaktion mit dem Kind im Weg stehen würde, insofern also wird es „einfacher“. Auf der anderen Seite erfordert das „aus der Hüfte schießen“ doch etwas Übung und man ist auf einer ganz anderen Ebene – der Kommunikation mit der Model – erheblich gefordert. Gut, wenn man dann ein Kind vor sich hat, das sowieso gerne aus sich heraus geht…

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